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Stuttgart 21

Stuttgart 21 wird noch teurer - und später fertig

Neuer Schock für die Beteiligten von Stuttgart 21: Das des Bahnprojekt wird nicht nur deutlich teurer als zuletzt geplant, sondern auch später fertig.
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Baumaschinen stehen am 13.11.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofes des Bahnprojekts Stuttgart 21.  Foto: Marijan Murat/dpa
Baumaschinen stehen am 13.11.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) auf dem Gelände des geplanten Tiefbahnhofes des Bahnprojekts Stuttgart 21. Foto: Marijan Murat/dpa
Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher geplant. Die Deutsche Bahn erwartet nun einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Aufsichtsratskreisen erfuhr. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen.


Ein Jahr später fertig


Zugleich verzögert sich die Fertigstellung des Projekts von Ende 2023 auf Ende 2024. Darüber hatte zuvor die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet. Der neue Zeit- und Kostenplan soll nach dpa-Informationen auf einer Sondersitzung des Aufsichtsrats Ende Januar beschlossen werden.

Ein Konzernsprecher wollte zu den genannten Zahlen keine Stellung nehmen und verwies auf die kommende Sitzung des Kontrollgremiums am 13. Dezember. Nach den Informationen aus Aufsichtsratskreisen wird das Thema Stuttgart 21 dabei diskutiert werden, ein Beschluss sei für diese Sitzung aber noch nicht vorgesehen, hieß es.

Als Gründe für die höheren Kosten und die spätere Fertigstellung wurden in den Aufsichtsratskreisen unter anderem gestiegene Baukosten, Verzögerungen in den Planungsverfahren und die restriktiven Regeln beim Artenschutz genannt. Unter anderem geht es um die Umsiedelung geschützter Eidechsen.

Die bundeseigene Deutsche Bahn hatte Ende Oktober nach einer Sitzung des Lenkungskreises angekündigt, die Kosten und den Zeitplan für das Großprojekt nochmals von Gutachtern überprüfen zu lassen. Nun liegt das Ergebnis der Expertise mit den neuen Zahlen vor. Dem Lenkungskreis gehören außer Bahn und Land auch Stadt und Region Stuttgart sowie der Stuttgarter Flughafen an.

Bis zuletzt hatte das Staatsunternehmen immer erklärt, dass es an dem Ziel festhalte, Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm im Dezember 2021 in Betrieb zu nehmen. Im Oktober wurde eine Verzögerung im Projekt von 24 Monaten genannt, also bis Ende 2023. Nun also soll es noch ein Jahr länger dauern.

Der bisher genannte Kostenrahmen von 6,5 Milliarden Euro für den neuen Tiefbahnhof und die Tunnelstrecken in und um Stuttgart basierte auf einem Gutachten für den Bahn-Aufsichtsrat. Das Kontrollgremium hatte 2013 eine Kostensteigerung von 4,5 Milliarden auf 6,5 Milliarden Euro genehmigt.

Ende 2016 reichte die Bahn im Streit um die Mehrkosten Klage gegen das Land Baden-Württemberg ein. Sie will damit nach eigenen Angaben verhindern, dass mögliche finanzielle Ansprüche auf eine Beteiligung der Partner an den Mehrausgaben verjähren. Der Ausgang des Verfahrens ist offen. Das Land Baden-Württemberg will sich mit den vereinbarten 930 Millionen Euro beteiligen, aber nicht mehr geben.


Aus dem Kopfbahnhof wird ein Tiefbahnhof

Bei dem Projekt soll aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof ein Tiefbahnhof werden. An dem Bahnhof wird seit Februar 2010 gebaut, der Grundstein für den Neubau wurde im September 2016 gelegt.

Das Projekt hatte im Jahr 2010 für große Proteste gesorgt, Zehntausende Menschen waren dagegen auf die Straße gegangen. Der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler hatte dann in dem Konflikt als Schlichter vermittelt. Im November 2011 stimmten in einer Volksabstimmung 58,8 Prozent der Teilnehmer gegen einen Ausstieg des Landes aus der Finanzierung des Bahnprojekts - und damit für Stuttgart 21.




Daten und Fakten zu Stuttgart 21

Das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist seit Februar 2010 im Bau. Die Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens in Zahlen und Fakten:

- Der bisherige Kopfbahnhof mit 16 Gleisen soll durch eine unterirdische Durchgangsstation mit 8 Gleisen ersetzt werden.
- Durch einen knapp 10 Kilometer langen Tunnel soll die Stuttgarter City mit dem Flughafen und der geplanten Schnellbahnstrecke nach Ulm verbunden werden.
- Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm wird von 54 auf 31 Minuten verringert. Auch im Nahverkehr soll es Verbesserungen bei der Zeit geben.
- Stuttgart 21 ermöglicht den Lückenschluss in der europäischen Magistrale Paris-Budapest.
- Zu Stuttgart 21 gehört ein knapp 60 Kilometer langes Tunnelsystem.
- Mit dem Projekt soll die Stadt Stuttgart durch den Wegfall der oberirdischen Gleisflächen Raum für städtebauliche Entwicklung und eine Erweiterung des Schlossgartens erhalten.
- Architekt des Tiefbahnhofs Stuttgart 21 ist der Düsseldorfer Christoph Ingenhoven.
- Das Bahnprojekt soll gut eine Milliarde Euro teurer werden als geplant. Die Deutsche Bahn erwartet einen Kostenrahmen von 7,6 Milliarden Euro. Bislang waren 6,5 Milliarden Euro vorgesehen.
- Die Fertigstellung verzögert sich vom Jahr 2023 auf Ende 2024.
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