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Studie: So schlecht schläft Deutschland

Von dunklen Augenringen über Konzentrationsstörungen bis hin zu Herzkreislaufproblemen - zu wenig Schlaf sollte nicht unterschätzt werden.
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Von dunklen Augenringen über Konzentrationsstörungen bis hin zu Herzkreislaufproblemen - zu wenig Schlaf sollte nicht unterschätzt werden. Symbolfoto: DieterRobbins/pixabay.com
Von dunklen Augenringen über Konzentrationsstörungen bis hin zu Herzkreislaufproblemen - zu wenig Schlaf sollte nicht unterschätzt werden. Symbolfoto: DieterRobbins/pixabay.com
Wie haben Sie letzte Nacht geschlafen? Auch schlecht? Dann waren Sie nicht allein. Nach einer neuen Studie, die die Techniker Krankenkasse in Berlin vorstellte, finden 34 Prozent der Deutschen nur mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht in den Schlaf. Unter Beschäftigten mit unregelmäßigen Arbeitszeiten sind es sogar 40 Prozent. Die Folgen können mitunter gravierend sein: Menschen mit zu wenig Schlaf klagen nicht selten über Herzkreislauf-, Verdauungs- und Konzentrationsstörungen.

Sie sind oft gestresst, gereizt und niedergeschlagen. Doch wie können Betroffene gegensteuern?
"Im Idealfall dauert ein Schlaf sechs bis acht Stunden", sagt Jens Baas, Vorsitzender der Techniker Krankenkasse. Wie die Umfrage zeigt, erreicht jeder Vierte diese Marke nicht. Vor allem Befragte aus Ostdeutschland und Frauen haben mit schlechtem Schlaf zu kämpfen.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen etwa haben 21 Prozent Einschlafprobleme, in Baden-Württemberg dagegen nur fünf Prozent. Bayern und Hessen liegen im Durchschnitt (14 und 13 Prozent).

Keine signifikanten Unterschiede gibt es zwischen Ballungsräumen und Land. Macht Städtern der Lärm zu schaffen, raubt vielen Menschen, die auf dem Land leben, das Pendeln Schlafzeit. Ob sozioökonomische Ungleichheiten zwischen den einzelnen Bundesländern für die teils frappierenden Abweichungen verantwortlich sind, beantwortet die Studie nicht. "Diese These scheint aber recht plausibel", sagt Wendt.



Frauen schlafen weniger durch

Frauen fühlen sich öfter schlapp als Männer. 29 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, nicht durchschlafen zu können. Das sind zehn Prozent mehr als ihre männlichen Mitbürger. Jede dritte Frau wacht zudem schon bei leichten Geräuschen auf. Nur jedem vierten Mann ergeht es so. "Frauen leiden stärker unter Schlafproblemen als Männer", resümiert Peter Wendt von der Marktforschung der Techniker Krankenkasse.

Die Befragten führen eine ganze Reihe von Schlafstörungen an. Die meisten klagen, dass es im Zimmer zu kalt oder warm sei (41 Prozent). Zudem nennen sie beruflichen Stress, private Probleme, gesundheitliche Beschwerden und schnarchende Partner als störende Einflüsse.
In jeder Altersgruppe sagt eine Mehrheit, dass der Fernseher zusätzlichen Schlaf raube. Zwei Drittel der 18- bis 39-Jährigen gibt zudem an, dass sie Online-Aktivitäten davon abhalten, früher ins Bett zu gehen.

Ein differenziertes Bild ergibt sich beim Blick auf Beschäftigte. 39 Prozent führen ihre Schlafprobleme auf Stress im Beruf zurück. Unter Schicht- und Fle xarbeitern steigt die Zahl auf 43 Prozent. In dieser Gruppe gibt zudem mehr als ein Viertel unregelmäßige Arbeitszeiten als wesentlichen Grund für Schlafstörungen an.

Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung warnt deshalb: "Wer möchte, dass Beschäftigte gesund bleiben, muss sich um ein wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern."
Andreas Baumer


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