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Sternschnuppennacht

Sternschnuppennacht 2017: Wie und wo Sie die Perseiden am besten beobachten können

Über 100 Sternschnuppen pro Stunde können in der Nacht des 12. Augusts zu sehen sein. Tipps zum Beobachten und Fotografieren der Perseiden.
Sternschnuppen erfüllen dem Beobachter angeblich Wünsche, aber nur wenn man den Mund hält. Symbolfoto: pexels.com
 
von MELINA MÜNCHOW DANIELA DEEG
In der Sternschnuppennacht am 12. August regnet es Sterne - zumindest sieht es danach aus. Über 100 leuchtende Schweife pro Stunde können dank des Meteorstroms der Perseiden in dieser Nacht den Himmel erhellen.

Und wie es der Zufall will, ist eben jene romantische Nacht ein Samstag, so dass sich Sternengucker am nächsten Morgen nicht mal auf die Arbeit quälen müssen, sondern nach all den Schnuppen und Wünschen ausschlafen können.


Wie wird das Wetter in der Sternschnuppennacht?

Allerdings könnte das Wetter den Sternenguckern einen Strich durch die Rechnung machen. Denn die Aussichten sind trüb. "Es gibt voraussichtlich einen breiten Streifen dichter Bewölkung über der Mitte Deutschlands", sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes. Am ehesten könne am Alpenrand und nördlich der Mittelgebirge auf vorübergehende Auflockerung gehofft werden. Ein Blick zum Nachthimmel lohnt aber auch nach dem Sonntag noch. "Auch wenn der Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet wird, können schon jetzt Perseiden beobachtet werden", sagte eine Sprecherin der Vereinigung der Sternfreunde. Weil erst Anfang der Woche Vollmond war, seien die Sichtungsverhältnisse allerdings nicht optimal. "Am besten ist es in den frühen Morgenstunden."


Wie entstehen Sternschnuppen?

Sternschnuppen bilden sich, wenn die Erde die Schweifspur eines Kometen kreuzt. Das helle Aufleuchten entsteht, weil Staubteilchen der Schweifspur beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Das Licht der Sternschnuppen stammt von Luftmolekülen in der Erdatmosphäre: Die Teile des Meteorstroms übertragen teilweise ihre Energie auf die Luftmoleküle, die dadurch erhitzt werden und zu leuchten beginnen.

Dass Meteorströme wie die Perseiden im August, die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember jedes Jahr zur gleichen Zeit zu sehen sind, hängt damit zusammen, dass die Erde auf ihrem Weg um die Sonne immer wieder den gleichen Kometen begegnet. Die Erde durchquert die Schweifspuren der Kometen also auch jedes Jahr zum gleichen Datum.


Woher kommen die Perseiden?

Auf der Umlaufbahn um die Sonne durchquert die Erde jedes Jahr um den 12. August die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Sternschnuppen, die wir dann von der Erde aus beobachten können, sind abgelöste Trümmerstücke oder Staubpartikel des Kometen. Dabei sehen wir nicht etwa die verglühenden Steinchen, sondern die leuchtende aufgeheizte Atmosphäre längs des Flugweges der Meteore.



Die Stärke der Sternschnuppenschauer ist davon abhängig, wie nah die Erde dem Kometen selber kommt. Da der Komet 109P/Swift-Tuttle nicht wie die Erde ein Jahr zu Umrundung der Sonne benötigt, sondern etwa 130 Jahre, ist die Distanz zwischen Erde und Kometen in jedem Jahr unterschiedlich. Wenn die Erde dem Kometen selber sehr nahe kommt, macht sich das durch besonders starke Schauer, mit mehreren hundert Meteoren pro Stunde, in den darauf folgenden Jahren bemerkbar. Das war zuletzt 1862 und 1990 der Fall.

Ihren Namen haben die Perseiden von Perseus, dem Sohn des Zeus. Die Sternschnuppen scheinen aus seinem Sternbild zu entströmen.

Da die Sternschnuppen-Nacht der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, werden diese auch als "Laurentius-Tränen" bezeichnet. Der religiösen Überlieferung nach, wurde der katholische Heilige am 10. August 258 auf einem glühenden Ross zu Tode gefoltert.


Perseiden beobachten: Wann sind die meisten Sternschnuppen zu sehen?

Von Mitte Juli bis Ende August sorgt der Strom der Perseiden dafür, dass mehr Sternschnuppen am Nachthimmel zu sehen sind als gewöhnlich. Der Höhepunkt der Sternschnuppen-Schauer ist die Nacht von Samstag, 12. auf Sonntag, 13. August, wenn die Erde des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert.

Zwar sind die Perseiden in Mitteleuropa die ganze Nacht durch zu beobachten. Die besten Lichtbedingungen herrschen allerdings, bevor der Mond aufgeht.

Der 3/4 volle Mond ist in der Sternschnuppen-Nacht recht hell und stört deshalb mit seinem Aufgehen um 23 Uhr das Beobachten der Perseiden. Besonders helle Exemplare werden allerdings auch nach Mondaufgang zu sehen sein. In welche Himmelsrichtung man guckt, ist übrigens egal.


Sternschnuppen in Franken: Wo kann man die Sternschnuppen am besten beobachten?

Sternengucker suchen sich am besten einen möglichst dunklen Ort, um nach den Perseiden Ausschau zu halten. Auf Grund von Lichtverschmutzung sind Städte weniger gut geeignet. Es leuchten viele Lichter und das macht es zu hell, um das Weltall gut beobachten zu können.

Besser sind dunklere Orte auf dem Land oder in den Bergen. In Oberfranken eignet sich der Staffelberg im Landkreis Lichtenfels, das Walberla im Kreis Forchheim und der Ochsenkopf im Landkreis Bayreuth.

In Mittelfranken lässt sich der Sternschnuppen-Regen besonders gut vom Hesselberg im Kreis Ansbach oder vom Moritzberg im Nürnberger Land aus beobachten. Hobby-Astronomen aus Unterfranken bieten die vielen Weinberge eine wunderbare Sternen-Kulisse.


Wie fotografiert man Sternschnuppen?

Meist ist es nur ein kurzes Aufblitzen am Nachthimmel. Eine Sternschnuppe auf ein Foto zu bekommen, ist nicht einfach. Trotzdem braucht man keine jahrelange Ausbildung, um ein schönes Bild von ihnen zu schießen. Dank des regelrechten Sternschnuppen-Regens der Perseiden steigt die Wahrscheinlichkeit dieses Himmelphänomen tatsächlich abzulichten. Profi-Fotograf Matthias Merz aus Nürnberg hat inFranken.de Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen gegeben. Dabei kommt es besonders auf Themen wie Belichtungszeit, Brennweite und Ausrüstung an.

Eine wichtige Voraussetzung für das Fotografieren der Perseiden ist eine geeignete Kamera. Wichtig ist, dass man an der Kamera die Belichtungszeit manuell einstellen kann. Das ist bei den meisten Spiegelreflexkameras der Fall. Laut dem Nürnberger Fotografen benutzt man am besten eine Kamera mit möglichst wenig Bildrauschen bei hohen Empfindlichkeitseinstellungen (ISO). "Gut geeignet sind so zum Beispiel Vollformatkameras, also Kameras, bei denen der Sensor Kleinbildformat hat." Unbedingt notwendig ist ein Stativ. Hält man die Kamera in der Hand, verwackelt das Bild. Die Chancen eine oder sogar mehrere Sternschnuppen auf die Aufnahme zu bekommen steigen, wenn man einen größeren Ausschnitt des Himmels auf das Foto bekommt. Das gelingt im Weitwinkel (mit kleinerer Brennweite).


Anleitung: So fotografieren Sie Sternschnuppen?

Je länger die Belichtungszeit ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man eine oder mehrere Sternschnuppen auf eine Aufnahme bekommt. Merz rät zu einer Belichtungszeit von circa fünf bis 30 Sekunden. Mehr sollten es allerdings nicht sein, da die Sterne in diesem Bereich durch die Erdrotation schon leicht verwischen können.

Merz empfiehlt, die ISO in einem höheren Bereich zu wählen, bei der das Bildrauschen aber noch möglichst gering bleibt (je nach Belichtungszeit und Kamera etwa ISO 800-3200). "So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich", bringt es der Fotograf auf den Punkt.

Die Kamera wenn möglich manuell auf "Unendlich" fokussieren, oder ein möglichst weit entferntes Objekt fokussieren und den Autofokus dann ausschalten.

Möchte man nur den Sternenhimmel ablichten, ohne einen Vordergrund mit ins Bild einzubeziehen, kann man mit großer Blende (kleine Blenderzahl) fotografieren. Bei kleiner Blende (große Blenderzahl) kann also auch ein Objekt im Vordergrund vor dem Sternenhimmel abgelichtet werden. "Dann muss man unter Umständen aber mit deutlich höheren ISO-Werten arbeiten", erklärt Merz.

Bei einer Spiegelreflexkamera sollte der Sternengucker den Okularverschluss benutzen, um Streulichteinfall durch den Sucher zu verhindern. Wenn keiner vorhanden ist, kann man den Sucher während der Aufnahme auch einfach mit einem Tuch abdecken.

Nach Möglichkeit sollte ein Fernauslöser benutzt werden, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden. Wenn keiner vorhanden ist, kann man die Spiegelvorauslösung (bei Spiegelreflexkameras, wenn vorhanden) nutzen, oder per Selbstauslöser auslösen.

Wenn alle Vorbereitungen getroffen sind, können Sie anfangen zu fotografieren. Dann einfach so viele Aufnahmen, bis Sternschnuppen im Bild sind. Dank des Meteorstroms der Perseiden stehen die Chancen dafür gut. Letztendlich ist es natürlich immer auch eine Glückssache.

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zum Thema "Himmelsphänomene"

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