Jupp Heynckes also. Kein Tuchel, van Gaal, Nagelsmann oder Klopp. Keine glutenfreie Kost auf dem Oktoberfest, keine Ablöse für einen Trainer. Keine Experimente. Mit dieser Personalie setzt der FC Bayern München auf Beständigkeit. Er weiß, was er zum vierten Mal bekommt. Korrekt statt konzeptionell, vertraut statt visionär.

Jupp Heynckes kommt, weil er Uli Hoeneß' Liebling ist. Nicht der von Karl-Heinz Rummenigge. Einmal mehr sind sich die Lenker des mächtigsten deutschen Fußballklubs uneins, was eine wichtige Personalie angeht. Aber Hoeneß, so umstritten er in Fußball-Deutschland ist, bleibt beim FC Bayern der unangefochtene Entscheider. "Mia san mia" schlägt westfälisches Kalkül. Für viele die logische Konsequenz: Letzteres hatte schließlich die Personalie Carlo Ancelotti zur Folge, während Hoeneß kurze Zeit den einsichtigen Steuersünder gab und leise trat.

Jupp Heynckes bis Ende der Saison: beileibe kein Königsweg also, sondern der Hoeneß-Weg. Er kann einen schlingernden Rekordmeister möglicherweise in der Spur halten - ein neuer, vielversprechender Weg in die Zukunft ist das aber nicht. Das dürfte auch dem Präsidenten selbst klar sein.

Jupp Heynckes ist für Hoeneß aber auch bequem. Die Robbens, Riberys und Rafinhas stehen weiter vor dem Abgang, die Süles, Kimmichs und Tolissos hingegen in den Startlöchern. Der nötige Umbruch 2017 war gescheitert, bevor er überhaupt erst in die Gänge gekommen war. Nun liegt es noch mehr an anderen Verantwortlichen, es 2018 besser zu machen: natürlich Rummenigge, Hasan Salihamidzic und - vielleicht - Julian Nagelsmann. Es wird nicht leichter werden als vor dieser Saison. Vielmehr droht jedem der Akteure, bei vorübergehenden Misserfolgen krachend zu scheitern. So wie Ancelotti. Aber Uli Hoeneß wird bleiben. Und entscheiden.