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Schreckschusspistole an Silvester: Ist das erlaubt oder strafbar?

Schreckschusspistolen an Silvester abzufeuern entwickelt sich zum neuen Trend. Doch ist das eigentlich erlaubt? Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten müssen.
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Schreckschusspistole an Silvester abfeuern: Wir sagen Ihnen, was erlaubt ist - und was nicht. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa
Schreckschusspistole an Silvester abfeuern: Wir sagen Ihnen, was erlaubt ist - und was nicht. Foto: Oliver Killig/dpa-Zentralbild/dpa


Schreckschusswaffe an Silvester : Das müssen Sie wissen
 

Grundsätzliche Voraussetzung für das Schießen mit einer Schreckschusswaffe an Silvester ist eine Schießerlaubnis nach dem Waffengesetz: der sogenannte "Kleine Waffenschein". Aber es gibt Ausnahmen, beispielsweise auf dem eigenen "befriedeten Grundstück". Wer pyrotechnische Gegenstände mit derartigen Waffen ohne Erlaubnis verschießt, begeht einen Verstoß nach dem Waffengesetz. Das Führen einer solchen Waffe ohne Waffenschein steht ebenfalls unter Strafe. Wir sagen Ihnen im Folgenden, was Sie unbedingt beachten müssen, wenn Sie an Silvester mit einer Schreckschusswaffe schießen wollen.
 


Schreckschusswaffe: Es drohen Geldstrafe oder Freiheitsstrafe
 

Das Landratsamt Schongau informierte zum Jahreswechsel in einer Mitteilung über das Schießen mit Schreckschusswaffen an Silvester. Für die Nutzung von Signalwaffen und Schreckschusswaffen außerhalb der eigenen vier Wände braucht es einen kleinen Waffenschein. Zwar dürfen Volljährige in Deutschland Schreckschuss- und Signalwaffen (SRS-Waffen) erwerben, doch das Führen einer solchen Waffe außerhalb des eigenen Grundstücks ohne den Kleinen Waffenschein stellt eine Straftat dar. Die Konsequenz: eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Also Vorsicht an Silvester: Wer keinen Kleinen Waffenschein besitzt, darf seine Waffe nicht "führen", sondern lediglich transportieren - und zwar ungeladen in einem verschlossenen Behältnis.


Der Kleine Waffenschein berechtigt nicht zum Schießen
 

Das Schießen mit einer Schusswaffe außerhalb einer genehmigten Schießstätte oder des eigenen Grundstücks sei grundsätzlich verboten, schreibt das Landratsamt. Wichtig: "Auch wer einen Kleinen Waffenschein für Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffe besitzt ist außerhalb seines eigenen Grundstücks nur zum Führen seiner Waffe berechtigt - aber nicht zum Schießen.


Schießen nur "im eigenen befriedeten Besitztum"
 

Das Schießen mit Kartuschenmunition (also mit Patronen, die kein Geschoss enthalten, wie Gas- oder Platzpatronen) und pyrotechnischer Munition ist laut Landratsamt im "eigenen befriedeten Besitztum" zulässig oder wenn der "Inhaber des Hausrechts" zugestimmt hat (also beispielsweise der Freund, bei dem man Silvester feiert). Aber nur unter folgenden Voraussetzungen: Es dürfen nur erlaubnisfrei erworbene Waffen und Munition eingesetzt werden und die Waffen müssen mit dem Zeichen "PTB" im Kreis versehen sein. Das ist das Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. Fehlt dieses Siegel, gilt die Waffe als "scharf". Und dafür benötigt man einen Großen Waffenschein.

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