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Fahrlässig

Rentner in der Badewanne tödlich verbrüht: Anklage gegen Pflegerin erhoben

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Pflegerin eines Rentners erhoben. Sie hatte ihn in zu heißem Wasser baden lassen. Der Mann starb daran.
Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Pflegerin eines 79-Jährigen erhoben: Sie ließ den Mann in einer Badewanne mit viel zu heißem Wasser baden. Foto: Symbolbild / Pixabay.com
 
von DPA
Rund acht Monate nach dem Tod eines hilflosen Rentners durch Verbrühungen in einer Wanne hat die Staatsanwaltschaft Halle Anklage erhoben. Einer damaligen Pflegerin des 79-Jährigen, der in einem Heim lebte, wird fahrlässige Tötung durch Unterlassen vorgeworfen, wie Staatsanwalt Klaus Wiechmann am Donnerstag sagte. Zuvor hatte die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet.


Pflicht vernachlässigt

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es die Frau versäumt, beim Baden des Mannes in einer Wanne die Wassertemperatur mit einem Thermometer und mit der Hand zu prüfen. Beides sei vorgeschrieben. "Die Frau hat ihre Pflicht verletzt", sagte Wiechmann.
Patientenschützer begrüßten, dass der Fall überhaupt zur Anklage gebracht wurde. Zugleich wurden weitgehendere Konsequenzen in Deutschland gefordert. "Auf die Anklagebank gehört auch der Träger selbst", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz in Dortmund der Deutschen Presse-Agentur. Es könne nicht sein, dass allein den Pflegekräften die Verantwortung für die Fürsorge- und Aufsichtspflicht auferlegt werde.

79-Jähriger in Pflegeheim in Badewanne verbrüht
Der 79-Jährige war laut Staatsanwaltschaft nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Er habe auch nicht sprechen und somit um Hilfe rufen können. Der 79-Jährige erlitt Verbrühungen und wurde von dem Heim im Landkreis Mansfeld-Südharz in eine Spezialklinik nach Halle gebracht. Dort starb er Tage später an seinen schweren Verletzungen.


Bis zu fünf Jahren Haft möglich

Dem Staatsanwalt zufolge hat sich die damalige Pflegerin bisher nicht gegenüber den Ermittlern geäußert. Sie habe den Vorfall in der Wanne "unmittelbar selbst" der Pflegeleitung gemeldet. Die 50 Jahre alte Frau sei von Beruf Krankenschwester und habe viele Jahre als ausgebildete Pflegekraft gearbeitet.

Indes ist unklar, wann ein möglicher Prozess am Amtsgericht Sangerhausen in Sachsen-Anhalt beginnt. Laut Paragraf 222 Strafgesetzbuch drohen der Pflegerin bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

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