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Heizen

So heizen Sie richtig und sparen Geld dabei

Heizen, lüften, isolieren - Wer es warm haben will, muss einiges beachten. So halten Sie Ihr Zuhause richtig warm und sparen dabei noch Geld.
Wer Heizkosten sparen möchte, dreht die Heizung runter. Doch frieren muss nicht sein. Foto: Kai Remmers
 
von SANDRA DENSCH
Im Winter und jetzt im erneut kalten April fallen für Haushalte zusätzliche Kosten beim Heizen an. Um zu sparen, muss man jedoch nicht unbedingt frieren oder teure Umbaumaßnahmen vornehmen. Viele Expertentipps lassen sich leicht im Alltag unterbringen. Durch richtiges Heizen, Lüften und Isolieren sparen Sie Kosten ein, während Sie es warm haben und gleichzeitig Schimmel vorbeugen.


Wie ist die ideale Raumtemperatur?

Da sich jeder Mensch bei einer anderen Temperatur am wohlsten fühlt, ist es schwierig die ideale Raumtemperatur zu bestimmen. Bei den einzelnen Mitgliedern eines Haushalts können die Präferenzen zudem stark voneinander abweichen.

Grundsätzlich raten Experten aber zu 20 bis 22 Grad im Wohnzimmer. Für die Küche sind 18 Grad ein guter Richtwert. Im Schlafzimmer reichen hingegen schon 17 bis 18 Grad. Bei niedrigeren Temperaturen ist ein tieferer Schlaf möglich als bei hohen. Räume in denen kleine Kinder schlafen, sollten aber keinesfalls kühler als 16 Grad werden. Im Badezimmer darf es mit 22 Grad etwas wärmer sein.


Wie heize ich am effektivsten?

Der nächste Tipp klingt wenig überraschend: Wer Heizkosten sparen will, sollte weniger heizen. Das bedeutet aber nicht, dass man frieren muss. Schon mit einem Grad weniger lassen sich laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) etwa sechs Prozent Heizkosten einsparen.

Bei Nacht sollte es ebenfalls kein großes Problem darstellen, die Temperatur im Wohn- und Arbeitsbereich um vier bis fünf Grad zu verringern - mehr sollten es allerdings nicht sein, denn das Wiederaufwärmen würde nach Angaben des Umweltbundesamts zu viel Energie kosten. Auch wer tagsüber nicht daheim ist, kann die Temperatur ein wenig senken.

Durch die Installation eines Zeitschalters oder Thermostatventils lässt sich die Temperatur des Heizkörpers automatisch regulieren. Diese Geräte können die Heizung so programmieren, dass sie die Temperatur zum gewünschten Zeitpunkt senkt beziehungsweise erhöht. Außerdem können sie erkennen, wenn durch ein Fenster kalte Luft nach innen gelangt und reagieren darauf. Um die Raumtemperatur richtig zu messen, dürfen die Thermostatventile nicht verdeckt werden.

Die gemeinnützigen Beratungsgesellschaft Co2online hat ausgerechnet, dass sich mit programmierbaren Thermostaten etwa zehn Prozent Energie einsparen lassen. Sogar in Mietswohnungen können eigene Thermostatventile installiert werden. Die Geräte sind ab etwa 30 Euro im Handel erhältlich.


Wie platziere ich meine Möbel am besten?

Auch die richtige Platzierung der Möbel kann einiges bewirken. Möbelstücke und Vorhänge dürfen die Heizkörper nicht bedecken, weil die Wärme so zurückgehalten wird. Vorhänge sollten mindestens eine Hand breit Abstand zur Heizung und zum Fußboden aufweisen, damit die Wärme daran vorbei kommt. Es ist außerdem grundsätzlich nicht zu empfehlen, Möbel zu nah an die Außenwand zu stellen. Die Temperatur einer ohnehin schon kühlen Außenwand wird durch die Blockade noch stärker gesenkt, wie die Deutsche Energie-Agentur (dena) erklärt.

Besser ist es, zwischen der Außenwand und den Möbeln einen Abstand von fünf bis zehn Zentimeter einzuhalten. Denn kalte Wände sorgen auch dafür, dass Feuchtigkeit an Ihnen kondensiert, und damit werden sie zum perfekten Nährboden für Schimmel.


Wie entlüfte ich die Heizung?

Falls Ihre Heizkörper häufig gluckernde Geräusche von sich geben und nicht richtig warm werden, kann das Entlüften Abhilfe verschaffen. Regelmäßiges Entlüften spart Energie und macht das Heizen effektiver. Luftblasen hindern das Heizwasser am zirkulieren, somit verteilt sich die Wärme im Heizkörper nicht.

Zum Entlüften halten Sie ein Gefäß unter das Entlüftungsventil, welches sich seitlich am Heizkörper befindet. Damit wird die austretende Heizflüssigkeit aufgefangen. Mit einem Heizungsschlüssel öffnen Sie das Entlüftungsventil, indem Sie es im Uhrzeigersinn ein wenig aufschrauben. Sollte sich Luft im Heizkörper befinden, entweicht diese nun deutlich hörbar. Warten Sie so lange bis keine Luft mehr herausströmt und nur noch Heizwasser in das Gefäß fließt. Schließen Sie das Ventil, indem Sie in die Gegenrichtung schrauben, bis es fest verschlossen ist.

Es gibt auch Heizungsschlüssel mit eingebautem Auffangbehälter, was die Prozedur noch unkomplizierter gestaltet. Auch auf den Wasserdruck sollte beim regelmäßigen Entlüften geachtet werden. Wenn viel Luft abgelassen wurde, kann es passieren, dass in der Heizanlage Wasser nachgefüllt werden muss. In Mehrfamilienhäusern mit einer gemeinsamen Heizanlage für alle Bewohner, sollte der Hausmeister oder die Hausverwaltung darum gebeten werden, den Druck in der Anlage zu kontrollieren. Bei einer eigenen Heizanlage können Sie das auch selbst erledigten.


Wie lüfte ich richtig?

Sogar beim Lüften gibt es einiges zu beachten. Nicht ausreichendes Lüften fördert die Schimmelbildung. Generell gilt: Stoßlüften ist besser als Fenster kippen. Ist das Fenster über einen längeren Zeitraum gekippt, kühlt der Raum dadurch aus. Die bessere Lösung wäre, die Fenster mehrmals am Tag für eine kurze Zeit ganz zu öffnen. Besonders gut ist es dabei, wenn ein leichter Durchzug erzeugt wird. Währenddessen sollte unbedingt die Heizung ausgeschaltet werden. Nachdem gelüftet wurde, kann die Heizung wieder aufgedreht werden.

Wie lange die Fenster offen stehen sollten, hängt von der Außentemperatur ab. In der Übergangszeit zwischen Herbstzeit und den ersten frostigen Tagen sind 10 bis 15 Minuten zu empfehlen. Im Winter reichen 5 Minuten aus. Co2online gibt zur Lüftungsdauer ganz konkrete Zahlen an: Zwölf bis 15 Minuten sind im Oktober optimal. Im November sollte es acht bis zehn Minuten sein. Vier bis sechs Minuten von Dezember bis Februar und acht Minuten im März, empfiehlt die Beratungsgesellschaft. Im April gilt das gleiche wie im Oktober.


Wie kann ich die Wärme isolieren?

Damit die Wärme den Raum nicht sofort verlässt, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste davon lautet: Tür zumachen. Nachts sollten Sie außerdem die Rollläden schließen. Diese bilden eine zusätzliche Isolierungsschicht am Fenster. Nach Angaben des Umweltbundesamts verringert sich dadurch der Wärmeverlust am Fenster um ganze 20 Prozent. Dazu geschlossene Vorhänge bringen sogar noch etwas mehr. Verschlossene Rollläden helfen also nicht nur beim Einschlafen, sondern sparen auch Heizkosten.

Sollten Sie ein Problem mit Zugluft haben, lohnt sich eine zusätzliche Abdichtung der Fenster. Mithilfe eines Teelichts erkennen Sie ganz leicht, ob es im Raum zieht. Zur Isolierung eignen sich Schaumdichtungsband oder Gummidichtungen. Füllen Sie die Fensterspalten damit. Bei Doppelkastenfenstern sollte nur der inneren Flügel abgedichtet werden, sonst riskieren Sie Feuchtigkeitsschäden, da sich im Scheibenzwischenraum Kondenswasser sammeln kann. Fünf Meter Dichtungsband gibt es für etwa zwölf Euro im Baumarkt.
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