Gut zu wissen

Macht Lachen wirklich gesund?

Lachen ist ansteckend und macht glücklich. Aber macht es auch gesund? Wie beeinflusst Lachen unseren Körper?
Oft heißt es, Lachen mache gesund. Aber stimmt das überhaupt? Und was was passiert beim Lachen mit unserem Körper? Symbolbild: pixabay.de
 
Die Symptome erscheinen auf den ersten Blick gefährlich: Die Menschen weinen, mitunter schmerzt sogar die Brust, der Körper schaukelt hin und her, Atem und Blutdruck rasen, das Zwerchfell hüpft. Dabei leidet jeder gerne unter solch einem Lachanfall. Lachen sorgt aber nicht nur für gute Laune, sondern wirkt auch gesundheitsfördernd. "Beim Lachen werden im Gehirn Glückshormone, so genannte Endorphine ausgeschüttet, und Stress abgebaut", sagt der Psychologe und Psychotherapeut Michael Titze aus Tuttlingen.


Lachen hilft gegen Krankheiten und Schmerzen

Im Blut erhöht sich beim Lachen die Zahl der Abwehrzellen, so dass Krankheitskeime besser bekämpft werden können. 17 Gesichtsmuskeln werden so angespannt, dass sogar Tränen fließen können. "Während eines Lachanfalls, der durchschnittlich sechs Sekunden dauert, erhöht sich der Puls auf 120 Schläge pro Minute", sagt Titze. Kurze Zeit danach erweitern sich dann die Arterien, so dass über längere Zeit der Blutdruck gesenkt wird.

Lachforscher, so genannte Gelotologen, haben sogar herausgefunden, dass Lachen einen positiven Einfluss auf Schmerzen hat. In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass sich die Schmerzgrenze bei Versuchspersonen nach oben verschoben hatte. Sie hatten zuvor ein lustiges Video gesehen. Schließlich wird beim Lachen die Atmung so angeregt, dass es zu einem beschleunigten Austausch von verbrauchter und Sauerstoff angereicherter Luft kommt. "Menschen, die viel lachen, schlafen besser und haben mehr Abstand zu belastenden Problemen", sagt Gudula Steiner-Juncker, Leiterin des nach eigenen Angaben europaweit ersten Lachclubs in Wiesbaden.


Kinder lachen zehn Mal häufiger als Erwachsene

So liegt es nahe, Lachen als therapeutisches Mittel einzusetzen. "In den Lachclubs geht es um die heilsame Kraft des Lachens, ausgelacht wird aber niemand", sagt Steiner-Juncker, die als Klinik-Clown Kindern in Krankenhäusern wieder zum Lachen bringt. Denn oft wird zu wenig gelacht: Während Erwachsene täglich höchstens zwei bis drei Mal herzhaft lachen, machen dies Kinder zehn Mal häufiger. Das Hauptziel in den Lachclubs ist nicht nur Spaß zu haben, sondern es sollen Körper, Geist und Seele wieder bewusst wahrgenommen werden.

"Wenn man lacht, hört der Verstand auf, ähnlich wie bei der Meditation", sagt die Lachexpertin. Regelmäßiges Lachen führe zu einer inneren Ruhe und Gelassenheit. Sicher sei, dass depressive Verstimmungen bei den Lachclubteilnehmern verschwinden und die Grundstimmung besser wird.


Lachen und Humor als Therapie

Die Erkenntnisse der Lachforschung über die gesundheitsfördernden Effekte des Lachens haben dazu geführt, dass auch in psychotherapeutischen Verfahren Humor als Mittel eingesetzt wird. "Der Patient soll aber nicht um jeden Preis zum Lachen gebracht werden", sagt Titze. Vielmehr solle ein Prozess angeregt werden, der zu einer selbstbejahenden, mutigen Einstellung führt, die mit Heiterkeit und Lebensfreude einhergehe. mum

zum Thema "Gut zu wissen"

Newsletter kostenlos abonnieren