Serie "Engagiert in Franken"

Für wen BFD, FSJ oder FÖJ eine Möglichkeit ist - und was den Freiwilligen zusteht

BFD, FSJ und FÖJ: die wichtigsten Informationen zu den Freiwilligendiensten
Foto: Gerd Altmann / CCO
 
von NATALIE SCHALK
Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) wurde 2011 eingeführt, weil mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der Zivildienst wegfiel - und damit jedes Jahr etwa 45 000 "Zivis". Genau wie bei ihnen gilt, dass durch den Einsatz von "Bufdis" kein Arbeitnehmer gekündigt oder die Einstellung neuer Beschäftigter verhindert werden darf. Für den BFD ist der Bund zuständig. Er ergänzt die Freiwilligendienste der Länder, die bereits seit über 50 Jahren bestehen: das Freiwillige Soziale Jahr FSJ und das neuere Freiwillig Ökologische Jahr FÖJ. Ziel ist bei allen Freiwilligendiensten, bürgerschaftliches Engagement zu fördern.

1.Personenkreis: Ein FSJ / FÖJ kann jeder machen, der seine Schulpflicht erfüllt und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Der BFD ist außerdem für Erwachsene über 27 Jahre offen. Das ist der wichtigste Unterschied zwischen den Freiwilligendiensten.

2.Einsatzgebiete: Möglich sind sehr verschiedene Einsatzbereiche: beispielsweise in der Kinder- und Jugendhilfe, der Wohlfahrts- und Gesundheitspflege, Kultur und Denkmalpflege, im Sport, im Natur- und Umweltschutz. Das FSJ ist auch im Ausland möglich. Ein BFD gibt's nur innerhalb Deutschlands. Zusätzlich ermöglicht es weitere Einsatzgebiete wie Altenpflege, Behindertenhilfe, Integration sowie den Zivil- und Katastrophenschutz. Die Bewerbungsfristen sind unterschiedlich. Es wird daher empfohlen, sich frühzeitig an die Organisationen zu wenden. Auf der Internetseitewww.bundesfreiwilligendienst.de ist es möglich, nach passenden Einsatzstellen zu suchen.

3.Leistungen: Ein Entgelt bekommen die Freiwilligen nicht, sie arbeiten ehrenamtlich. Sie haben allerdings Anspruch auf ein Taschengeld, das bei den Freiwilligendiensten auf derzeit maximal 372 Euro beschränkt ist. Im Schnitt wird etwa die Hälfte bezahlt. Die Freiwilligen sind sozialversichert. Kinderbezogene Leistungen wie Kindergeldanspruch oder Kinderfreibeträge bleiben bestehen. ALG II-Bezieher können von ihrem Taschengeld bis zu 200 Euro behalten, ohne dass dies angerechnet wird. Freiwillige erhalten von der Einsatzstelle Verpflegung, Fahrtkosten und wenn nötig Arbeitskleidung. Manche Einrichtungen stellen eine Unterkunft. Manchmal gibt es auch Ausgleichszahlungen. Genaue Bedingungen direkt beim Anbieter erfragen! Die Freiwilligen haben außerdem Anspruch auf ein Zeugnis.

4.Dauer: In der Regel dauern die Freiwilligendienste ein Jahr, möglich sind sie zwischen sechs und 18 Monaten, in Ausnahmefällen bis zu 24 Monaten. Ein FSJ oder FÖJ kann nur einmal im Leben gemacht werden. Es ist eine Vollzeitstelle. Ein BFD ist nach fünf Jahren erneut möglich. Es kann dabei Teilzeit (mindestens 20 Wochenstunden) gearbeitet werden, wenn der Freiwillige über 27 Jahre alt ist. Bei allen Freiwilligendiensten gilt der gesetzliche Urlaubsanspruch von in der Regel mindestens 24 Tagen.

5.Betreuung: Die Freiwilligen müssen fachlich angeleitet werden. Sie haben im FSJ und FÖJ einen gesetzlichen Anspruch auf pädagogische Begleitung und Beratung. Auch beim BFD muss eine Fachkraft sich um die Freiwilligen kümmern. In einem Jahr Dienst muss der Freiwillige mindestens an 25 Seminartagen teilnehmen. Bei Bufdis über 27 Jahre kann dies variieren.

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