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Gesundheitsgefahr

Eichenprozessionsspinner oder Gespinstmotte? So erkennst du den Unterschied

Brennhaare von Eichenprozessionsspinnern können schlimme allergische Reaktionen auslösen. Experten erklären, wie man gefährliche Gespinste erkennt
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Brennhaare von Eichenprozessionsspinnern können schlimme allergische Reaktionen auslösen. Experten erklären, wie man gefährliche Gespinste erkennt Foto: Bernd Settnik dpa/lbn
Brennhaare von Eichenprozessionsspinnern können schlimme allergische Reaktionen auslösen. Experten erklären, wie man gefährliche Gespinste erkennt Foto: Bernd Settnik dpa/lbn
Kinder rennen beim Spielen in die Sträucher, der Hund nimmt eine Abkürzung durchs Gestrüpp - und manchmal kommen Spaziergänger und Radfahrer auf engen Waldwegen nicht an den weißen Schleiern vorbei, ohne diese zu berühren. Viele Gespinste überziehen derzeit Bäume und Sträucher an Straßen- und Feldrändern, in Parks und Wäldern. Diese stammen oft von den harmlosen Gespinstmotten, manchmal aber auch von den gesundheitsgefährdenden Eichenprozessionsspinnern.

Und so lassen sich die beiden unterscheiden: 


Gefährliche Eichenprozessionsspinner

Sie sind eine Gefahr für die Gesundheit. Denn die Brennhaare der Raupen brechen leicht ab, fallen auf Spaziergänger herab und lösen allergische Reaktionen aus. Das kann ein heftiger Juckreiz sein, in schlimmen Fällen kann es aber auch Nesselsucht und einen anaphylaktischen Schock auslösen. Bei entsprechenden Symptomen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Man erkennt Eichenprozessionsspinner daran, dass ihre weißen Gespinste einem Nest ähneln, das am Stamm des Baumes hängt, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Meist sind Eichen betroffen, in schlimmen Jahren aber zum Beispiel auch Hainbuchen.

Die Raupen sind vollständig mit den Brennhaaren überzogen. Sie ziehen in teils großen Gruppen über die Gehölze und fressen sie kahl. Daher stammt auch ihr Name. Die Raupen sind zunächst gelblich-braun, werden dann aber grau-blau bis schwarz.

Grundsätzlich gilt hier der Rat: Nester und Raupen auf keinen Fall zu berühren und in betroffenen Gebieten beim Spaziergang oder Aufenthalt im Garten möglichst dicht schließende Kleidung tragen. Ausschließlich Schädlingsbekämpfer sollten die Nester beseitigen.

Zwar verpuppen sich die Raupen bis Anfang Juli, aber ihre Nester mit Resten von den Häuten inklusive der Brennhaare können lange am Gehölz erhalten bleiben - und damit auch die Gefahr für den Menschen.


Harmlose Gespinstmotten

Diese Tiere erkennt man gut an ihren Nestern, die sich wie weiße Schleier über einen ganzen Strauch oder Baum legen können. Sie finden sich vor allem auf Traubenkirschen, aber auch Weißdorn, Pfaffenhütchen, Pappeln oder Weiden sind bisweilen betroffen. In Ausnahmefällen ziehen die Insekten auch über Obstbäume her. Die Raupen fressen die Gehölze vollständig kahl - aber sie treiben um den sogenannten Johannistrieb am 26. Juni neu aus.

Die kleinen Raupen sind komplett unbehaart und gelblich gefärbt mit schwarzen Punkten. Sie verpuppen sich bald, daher können die Gehölze auch Ende Juni wieder neu treiben. Die harmlosen Gespinste im Garten sollten Hobbygärtner herausschneiden. Oder, wie der LBV rät: die Tiere am besten noch absammeln, bevor sie ihre Gespinste bilden.
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