Bamberg
Urlaub

Bademantel einpacken? Was Urlauber im Hotel dürfen und was nicht

Einer lässt den Bademantel mitgehen, ein anderer schmiert sich am Buffet Semmeln für den Tag. Was erlaubt ist, und wo Urlauber vorsichtig sein sollten
Artikel einbetten
Der Urlauber checkt im Hotel ein, und sein Zimmer ist noch nicht bezugsfertig. Was für den Reisenden ein Ärgernis ist, hat aber für das Hotel in der Regel keine Konsequenzen. Foto: Marcel Kupsch, dpa
Der Urlauber checkt im Hotel ein, und sein Zimmer ist noch nicht bezugsfertig. Was für den Reisenden ein Ärgernis ist, hat aber für das Hotel in der Regel keine Konsequenzen. Foto: Marcel Kupsch, dpa
Wer eine Reise bucht, freut sich auf weiße Strände, das kühle Meer oder einfach nur ein gemütliches Hotel. Manchmal klaffen Wunsch und Wirklichkeit aber auseinander: Das Buffet ist nur dürftig, das Hotelzimmer schmuddelig und das Personal alles andere als freundlich. Für den Urlauber ist es in diesen Fällen gut, seine Rechte zu kennen.

1. Die Anreise
Ein häufiges Ärgernis auf Reisen ist, dass Zimmer auch bei einer Anreise am Nachmittag noch nicht bezugsfertig sind. Das Amtsgericht Duisburg hat entschieden, dass selbst dann, wenn Reisende knapp vier Stunden auf einen Zimmerschlüssel warten müssen, nur eine Unannehmlichkeit vorliegt. Diese würde keine Preisminderung rechtfertigen. Der erste und letzte Reisetag dienten der An- und Abreise - und nicht der Erholung (Az. 73C166/03). Anders sieht es nach Angaben der Stiftung Warentest aus, wenn das reservierte Zimmer belegt ist. Wenn das Hotel schuld ist, bekomme der Gast sein Geld zurück. Reist er selber zu spät an, hat er nach Einschätzung der Tester aber kein Recht mehr auf sein Zimmer. Die Experten empfehlen deshalb, immer die Telefonnummer des Hotels parat zu haben, um mögliche Verspätungen anzukündigen.

2. Das Zimmer
Immer wieder kommt es vor, dass die Zimmer am Reiseort anders aussehen als sie beim Reiseveranstalter oder im Internet angekündigt wurden. Hässliche Vorhänge oder der Ausblick aufs Parkhaus sind aber nach Angaben von Stiftung Warentest nicht unbedingt Reisemängel, die einen Anspruch auf Entschädigung nach sich ziehen. Etwas anderes gilt, wenn der Reisende ausdrücklich ein Zimmer mit Meerblick gebucht habe. Das Amtsgericht Duisburg hat eine Preisminderung von sieben Prozent erlaubt, weil in dem konkreten Fall von dem Hotel aus gar kein Meerblick möglich gewesen sei (Az. 53C4617/09). Ein eindeutiger Reisemangel sind Bettwanzen. Wer sie im Bett oder am Lattenrost entdecke, habe Anspruch auf ein neues Zimmer und bis zu 75 Prozent Preisminderung, hat das Oberlandesgericht Celle entschieden (Az. 11U249/14). Wenn das Zimmer bei der Ankunft schmutzig ist, empfehlen die Experten von Stiftung Warentest, dass vom Hotel umgehend eine Säuberung verlangt werden sollte. Kommt das Hotel dem nicht nach, kann der Reisende die Kosten - je nach Fall - um bis zu 60 Prozent mindern (Oberlandesgericht Frankfurt, Az. 16 U60/00). Der Hotelgast hat nach Angaben der Warentester einige Rechte in seinem Zimmer: So dürfe er sein Getränk in der Minibar kühlen oder Freunde einladen. Über Nacht dürften die Freunde nicht bleiben, der Hotelier könnte eine weitere Übernachtung berechnen.

3. Essen und Trinken
Das Angebot, das die Hoteliers beim Essen und Trinken bieten, muss den Experten zufolge dem Hotelstandard entsprechen. Hält sich das Hotel nicht daran und bietet in einem Fünf-Sterne-Haus nur zwei Gerichte auf dem Buffet an, seien bis zu 25 Prozent Preisnachlass möglich (Landgericht Frankfurt/Main, Az. 2/24S96/07). Wenn das Essen verdorben ist und Gäste eine Salmonellen- oder Fischvergiftung erleiden, können sie bis zu 100 Prozent des Hotelpreises zurückfordern (Landgericht Düsseldorf, Az. 22S355/99). Viele Gäste stecken sich am Buffet Proviant für den Tag ein. Das ist den Testern zufolge nicht erlaubt. Steht an der Rezeption eine Obstschale, dürfe aber zugegriffen werden.

4. Die Abreise
Wer im Hotel Regenschirme oder Bademäntel einpackt, macht sich nach Einschätzung von Stiftung Warentest strafbar. Verzichtet der Hotelier auf eine Anzeige, könne er die gestohlenen Gegenstände aber trotzdem nachträglich berechnen. Auch Shampoo-Fläschchen seien meist nicht zum Mitnehmen gedacht - da viele Hotelbetreiber sie wieder auffüllen würden. Bei den Einwegartikeln drücken nach Erfahrung der Experten aber viele Hoteliers ein Auge zu. Wer spontan abreisen muss, sollte das Hotel rechtzeitig informieren. Insbesondere dann, wenn keine Kreditkarte als Sicherheit hinterlegt ist.
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare