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Schwere Vorwürfe gegen Unglücks-Airline «LaMia»

71 Menschen sind tot - darunter fast die ganze Profimannschaft von AF Chapecoense. Weil das Charterflugzeug, das sie zu einem Finalhinspiel nach Kolumbien bringen sollte, zu wenig Kerosin hatte. Eine an dem Unglücksabend wichtige Person verteidigt sich nun - sie wird bedroht.
Gustavo Vargas, Generaldirektor der betroffenen Airline «LaMia» bei einer Pressekonferenz in La Paz. Foto: epa
 

Nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien mit 71 Todesopfern hat sich die am Unglücksabend zuständige Fluglotsin zu Wort gemeldet.

«Ich kann mit absoluter Gewissheit sagen, dass ich meinerseits das Menschenmögliche und technisch Obligatorische getan habe, um das Leben dieser Luftverkehrsnutzer zu bewahren», erklärte die Frau in einem Brief, aus dem kolumbianische Medien zitierten.

Die Maschine war nach bisherigen Erkenntnissen wegen Treibstoffmangels abgestürzt, zunächst war einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis erteilt worden. Die Mannschaft des brasilianischen Clubs Chapecoense war auf dem Weg zum Hinspiel im Finale um den Südamerika-Cup gegen Atlético Nacional Medellín.

Die bolivianische Regierung entzog der in dem Land registrierten Charterfluggesellschaft LaMia mit sofortiger Wirkung die Lizenz. Zudem wurde die Spitze der nationalen Luftfahrtbehörde für die Zeit der Ermittlungen freigestellt. Die Maschine vom Typ Avro RJ85 war am Montagabend beim Landeanflug auf Medellín verunglückt. Sechs Insassen überlebten. Die Maschine war von Chapecoense gechartert worden.

Nach der Anreise aus Brasilien startete der Unglücksflug vom bolivianischen Santa Cruz Richtung Medellín. Der Maschine ging kurz vor der Landung der Treibstoff aus. Es wird spekuliert, ob der Miteigentümer, der als Pilot mit an Bord war, aus Spargründen auf einen Tankstopp verzichtet haben könnte.

«LaMia 2933 hat einen Totalausfall, Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff», hatte der Pilot wenige Minuten, bevor das Flugzeug vom Radar verschwand, gemeldet. «Leider waren meine Anstrengungen vergeblich», sagte die Lotsin, die an dem Tag am Flughafen der Stadt Medellín im Dienst war.

Die Frau beklagte, nach den von Medien veröffentlichten Aufnahmen des Funkverkehrs zwischen dem Piloten und ihr Drohungen erhalten zu haben. «Leider habe ich erreicht, dass unwissende und berufsfremde Personen, die die Prozeduren nicht kennen, meine physische Integrität und meine persönliche Ruhe bedrohen», heißt es in dem Text. Der Vorsitzende der Fluglotsenvereinigung, Carlos Llanos, habe die Echtheit der Erklärung bestätigt, berichtete der Sender CNN Español.

Da der Pilot zunächst nur eine Priorität bei der Erteilung der Landeerlaubnis gemeldet hatte, aber keinen Notfall, war zunächst einem anderen Flugzeug die Landegenehmigung erteilt worden. Es soll ebenfalls Probleme gemeldet haben. Dadurch musste das Flugzeug mit der Fußballmannschaft an Bord in eine Warteschleife - rund 15 Kilometer vom Flughafen entfernt stürzte es an einem Berg ab. Da es keine Explosion gab, hatten die Behörden frühzeitig auf Treibstoffmangel als wahrscheinliche Absturzursache hingewiesen.

Vergeblich hatte die Lotsin versucht, die Maschine noch Richtung Landebahn zu navigieren, es regnete stark an dem Abend. Nach einem Bericht der bolivianischen Zeitung «El Deber» war der Flugplan viel zu eng - demnach wurde die Flugzeit mit 4:22 Stunden berechnet, für diese Zeit reichten auch die Treibstoffvorräte - normalerweise muss aber ein Puffer eingeplant werden, falls auf einen anderen Flughafen ausgewichen werden muss.

Daher muss sich auch die bolivianische Luftfahrtbehörde auf unangenehme Fragen einstellen: Der Flugplan wurde im Vorfeld am Flughafen in Santa Cruz abgenommen.

Wahrscheinlich am Samstag soll im Stadion im südbrasilianischen Chapecó eine Trauerfeier stattfinden. Inzwischen wurde mit der Rückführung der Opfer begonnen. Zunächst sei der Sarg mit der Leiche eines der Piloten in dessen Heimat Paraguay geflogen worden, teilte der Flughafen Medellín via Twitter mit.

Wie das kolumbianische Außenministerium ankündigte, sollte die Rückführung der übrigen Opfer heute abgeschlossen werden. Zuvor waren alle Toten identifiziert worden, wie der Chef der Gerichtsmedizin, Carlos Valdés, erklärte.