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Jochen Wegner startet Publishing-Firma

Der Chefredakteur von «Focus Online», Jochen Wegner, verlässt den Burda-Verlag, um zusammen mit dem Softwareunternehmer Marco Börries eine Firma für digitales Publishing zu gründen.
 

«Mit dem iPad von Apple und vielen anderen Tablet- Computern bricht gerade eine Revolution für hochwertige Magazine an, die wir mitgestalten wollen», sagte Börries am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Die neu gegründete Mag10 Publishing GmbH wolle ein Ökosystem schaffen, in dem «die Leidenschaft der Journalisten, Designer und Fotografen für ihre Inhalte mit derselben Leidenschaft der Anwender in einer digitalen Welt» zusammengebracht werden könne.

Wegner (40) übernimmt am 1. November die Position des Geschäftsführers, Börries (42) leitet den Verwaltungsrat der Firma in Berlin und spielt den Part eines «aktiv tätigen Gesellschafters». In Deutschland galt Börries in den 1980er Jahren als eine Art «Software- Wunderkind». Er entwickelte damals das Büroprogramm StarOffice, mit dem er als Jugendlicher Microsoft herausforderte. 1999 verkaufte Börries seine Firma Star Division für einen zweistelligen Millionenbetrag an den US-Computerkonzern Sun, der inzwischen von Oracle geschluckt wurde. Aus StarOffice entwickelte sich auch das freie Büro-Softwarepaket OpenOffice.

Nach seiner Arbeit bei Sun verantwortete Börries beim Internet- Pionier Yahoo die Mobil-Sparte und brachte das von ihm gegründete Unternehmen Verdisoft in den Konzern ein. Im April 2009 verließ er Yahoo. Heute lebt Börries in Berlin, Hamburg und Kalifornien und betreibt neben der Mag10 zwei weitere Firmen.

Jochen Wegner hat sich in der Online-Szene neben seiner Funktion als Chefredakteur von «Focus-Online» auch als Gründer des Online- Forums für Journalisten, jonet.org, einen Namen gemacht. Außerdem ist er Autor mehrerer Fachbücher.

Mit Mag10 treten Wegner und Börries nun gegen Branchengiganten wie Apple und Microsoft an, konkurrieren aber auch mit kleineren Softwarehäusern wie Neofonie oder Zinio. «Wir wetten darauf, dass es in der Zukunft nicht nur einen Store von Apple geben wird», sagte Börries. Konkret könne Mag10 für seine Kunden die notwendige Reichweite aufbauen, Software-Werkzeuge zur Gestaltung von iPad- Magazinen zur Verfügung stellen und außerdem «Apps» für Mobilgeräte gestalten.

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