Lüneburg
Religion

Nach Weihnachtsfeier-Eklat: Kultusministerium bezieht Stellung

Nach den Medienberichten über die Streichung der verpflichtenden Weihnachtsfeier an einer Lüneburger Schule bezieht das Kultusministerium Stellung.
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Nach Medienberichten über die Streichung einer verpflichtenden Weihnachtsfeier an dem Lüneburger Gymnasium Johanneum geht die Diskussion weiter.  Symbolbild: pixabay.com /RitaE
Nach Medienberichten über die Streichung einer verpflichtenden Weihnachtsfeier an dem Lüneburger Gymnasium Johanneum geht die Diskussion weiter. Symbolbild: pixabay.com /RitaE

Medienberichte über die Streichung einer verpflichtenden Weihnachtsfeier an dem Lüneburger Gymnasium Johanneum sorgen in Niedersachsen weiter für Diskussionen. Der Sprecher des niedersächsischen Kultusministeriums, Sebastian Schumacher, sagte am Mittwoch in Hannover: "Aus aktuellem Anlass möchte ich sehr deutlich klarstellen, dass Weihnachtsfeiern und auch christliche Weihnachtslieder selbstverständlich Teil von Schulen sind in der Vorweihnachtszeit." Dies gelte auch für den Musikunterricht. Der CDU-Landesvorsitzende und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sagte, die Diskussion zeige, "dass wir uns noch klarer mit unseren eigenen Wurzeln beschäftigen und uns zu ihnen bekennen sollten".
 


Der NDR hatte am Dienstag berichtet, dass am Johanneum die Weihnachtsfeier in diesem Jahr auf den Nachmittag verlegt worden und die Teilnahme freiwillig sei. Demnach habe sich im vergangenen Jahr eine muslimische Schülerin darüber beschwert, dass die christlichen Lieder nicht mit ihrem Glauben vereinbar seien.

 

 


Der Schulleiter dementierte
 

Die Schulleitung wollte dies am Dienstagmittag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) zunächst nicht kommentieren. Erst am Abend dementierte Schulleiter Friedrich Suhr dann in einer Pressemitteilung die Mediendarstellungen über die Absage der Feier. Eine Feier für die Mittelstufe falle in diesem Jahr lediglich aufgrund eines Personalwechsels im Kollegium aus. "Hier liegt keine grundsätzliche Entscheidung über eine Abschaffung vor."

Suhr zufolge hatte sich die Schülerin im Musikunterricht beschwert, "als eine Lehrkraft das Singen von Weihnachtsliedern ansetzen wollte". Daraufhin habe er "um eine sensible Handhabung im Pflichtunterricht" und bei Weihnachtsfeiern gebeten, schreibt der Schulleiter. Die "Lüneburger Landeszeitung", die zuerst über den Fall berichtet hatte, zitierte Suhr mit den Worten: Es könnten im verpflichtenden Unterricht zwar Lieder wie das vom "Red Nosed Reindeer" gesungen werden, jedoch keine eindeutig christlichen Weisen.

 

 

 

 


Weihnachtliches Liedgut steht "überhaupt nicht infrage"
 

Ministeriumssprecher Schumacher sagte, der Lüneburger Fall zeige kein grundsätzliches Problem auf. "Da hat sich aus einer ganz trockenen Pfütze eine Welle entwickelt." Es gebe an den fast 3.000 allgemeinbildende Schulen keine Anzeichen für Probleme bei der Ausgestaltung der Aktivitäten in der Vorweihnachtszeit. Das Singen von weihnachtlichem Liedgut stehe "überhaupt nicht infrage".
CDU-Chef Althusmann betonte: "Die ernsthafte Auseinandersetzung mit dem, was unsere Gesellschaft zusammenhält, muss dringend geführt werden." Dies werde auch bei den künftigen Gesprächen mit den Islamverbänden einen Rolle spielen müssen. Bei den schulischen Weihnachtsfeiern gehe es auch darum, die "christliche Prägung unseres Landes" anzuerkennen. Dies hätten Schüler jeden Glaubens zu akzeptieren. Nur durch das Kennenlernen dieser Werte und Traditionen wachse Verständnis füreinander.

Die evangelische Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track aus Hannover sagte dem epd, die Überlegungen von Schulen müssten ernst genommen werden, beispielsweise Weihnachtsfeiern angesichts ihrer nicht-christlichen Lehrer und Schüler eher "besinnliches Zusammensein" zu nennen. Allerdings dürfe die Antwort nicht der Verzicht auf Weihnachtsfeiern oder traditionelles Liedgut sein.

 

 

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