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Unglück

Müllwagen erschlägt ganze Familie: Rätsel um Unfallursache

Nach dem verheerenden Unfall mit fünf Toten untersuchen Spezialisten den Hergang des Vorfalls. Der Müllwagen sowie das Wrack sind unter Verschluss.
Feuerwehrkräfte arbeiten bei Nagold an der Unfallstelle, an der ein Müllwagen auf ein Auto gekippt war. Foto: Andreas Rosar, dpa
 
von DPA
Warum kippte ein tonnenschwerer Müllwagen auf ein voll besetztes Auto? Nach dem Unfall mit fünf Toten gehen Polizei und Sachverständige in Nagold (Kreis Calw) nun dieser Frage nach. Die Polizei hat das 26 Tonnen schwere Müllfahrzeug und das Autowrack beschlagnahmt. Ein Spezialist soll die Ursache für das Unglück in Baden-Württemberg ermitteln.

Bis jetzt heißt es bei der Polizei, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt habe. Der 26-Tonner habe aus zunächst unbekannter Ursache von einem Industriegebiet kommend beim Abbiegen beschleunigt und sei dann auf der abschüssigen Straße umgekippt.
In dem im Kreis Konstanz zugelassenen Auto saßen die 25 Jahre alte Fahrerin und ihr 22 Jahre alter Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17 Jahre alte Schwester der Fahrerin. Alle Fünf hatten keine Chance. Den Rettern bot sich ein "Bild des Grauens".

Das Müllfahrzeug fuhr im Auftrag der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises. Der Geschäftsführer des Unternehmens, das die Fahrzeuge zur Verfügung stellt und wartet, Ekkehard Häberle, sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Lastwagen sei erst im März beim TüV gewesen. Die nächste Untersuchung in einer Werkstatt war planmäßig für den September anvisiert. Es habe nie Probleme mit diesem Fahrzeug gegeben.

Derweil kann die Suche nach der Unfallursache noch einige Tage andauern. "So etwas braucht Zeit", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag in Baden-Württemberg. "Der ganze Lastwagen muss unter die Lupe genommen werden." Ein Spezialist sei beauftragt worden, ein Gutachten zu dem Unglück zu erstellen. Mit Ergebnissen rechnen die Beamten erst im Laufe der kommenden Woche. Bisher geht die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt hat.


Stellungnahme des Unternehmens

Auf der Homepage des Unternehmens wurde eine Pressemitteilung veröffentlicht. "Unser Müllfahrzeug (...) fuhr am 11.08.2017 um 7.00 Uhr vom Betriebshof in Bad Liebenzell los. Das Fahrzeug war mit 2 Fahrern besetzt. Es hatte folgenden Auftrag: Anfahren von 18 Ladestellen zum Abholen von Altholz, verteilt im ganzen Landkreis Calw. Bis zum Unfallzeitpunkt wurden 15 Ladestellen abgefahren. Es gab keinerlei Beanstandungen und Auffälligkeiten am Fahrzeug (...) Von einem angeblichen technischen Defekt ist uns nur aus der Presse bekannt. Wir bitten von weiteren Anfragen per Telefon Abstand zu nehmen, da auch wir von dem tragischen Unglück sehr mitgenommen sind. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen."

Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens und dessen 26 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus.
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