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Das Beste kam zum Schluss

Frank Peter Zimmermann und Antoine Tamestit spielten mit den Bambergern Mozarts Sinfonia concertante - und anderes.
Frank Peter Zimmermann und Antoine Tamestit spielten mit der Mozart-Besetzung der Bamberger Symphoniker eine zauberhafte  Sinfonia concertante von  Mozart. Fotos: Ahnert
 

Vor acht Jahren hat Frank Peter Zimmermann Antoine Tamestit kennen gelernt, als er zum ersten Mal mit ihm Mozarts Sonderling in seinem Konzertschaffen, die Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester, aufführte. Und er war so beeindruckt von dem Spiel des Franzosen, dass er ihn spontan fragte, ob er nicht mit ihm Kammermusik machen wolle. Seit sechs Jahren treten sie mit dem Cellisten Christian Poltéra als Streichtrio auf.
Jetzt spielten die beiden wieder die Sinfonia concertante mit dem blinden Verständnis der sich Kennenden, fügten die oft sich imitierenden und umspielenden Stimmen zu einem enorm lyrischen, singenden höchst platischen Ganzen aus Präzision und Emotion. Das gelang nicht zuletzt, weil Antoine Tamestit mit stark körperlichem Spiel vergessen machte, dass sich die Bratsche aus klangphysikalischen Gründen schwerer spielen lässt und er trotzdem mit der Violine auf Augenhöhe kommunizierte. Die Mozart-Besetzung der Bamberger Symphoniker ließ sich von dieser singenden Intensität anstecken und lieferte eine hochsensible Begleitung.
Das Warten hatte sich gelohnt. Denn im Vergleich zu der Intensität der Sinfonia concertante waren die drei anderen Werke, die vorher erklangen, wirklich Vorgeplänkel. Das lag zum einen am Programm, bei dem den Schwer- und Mittelpunkt ausgerechnet Mozarts "Kleine Nachtmusik" darstellen musste und in dem statt Johann Sebastian Bachs a-Moll-Violinkonzert ein Konzert von Mozart auch aus stilistischen Gründen besser gewirkt hätte - nach dessen 40. Sinfonie als Türöffner.
Natürlich konnte man von Duncan Ward, der die Nachtmusik und die Sinfonie dirigierte, nicht erwarten, dass er große Sensationen oder Neudeutungen präsentieren würde. Der 22-jährige Südengländer mit dem schottischen Namen hat sicher in sich ein großes Potenzial und vor sich eine große Karriere - nicht jeder 22-Jährige kann sich schließlich glücklich schätzen, eine Mozart-Formation der Bamberger zu dirigieren. Aber der junge Mann ist einfach noch zu höflich, einem Orchester seinen Willen aufzudrücken, und es fehlt ihm einfach noch Erfahrung. So ließ er nach jedem Satz die Spannung auf null abfallen und musste sie dann mühsam wieder aufbauen. Die Bamberger reagierten, wie ein Orchester eben reagiert: Sie spielten Konfektion: dynamisch und agogisch etwas flacher, aber dafür punktgenau auf die Fermate. Schade.
Aber auch Bachs a-Moll-Konzert konnte nicht wirklich vom Hocker reißen. Man muss ja nicht historisches Klangstroh dreschen, wenn man Bach spielt, man kann ihn auch romantisch pastos spielen. Aber man sollte sich vorher absprechen - nicht nur Solist und Orchester, sondern auch die Orchestermitglieder untereinander. Es war spannend, die Artikulationsarten zu zählen.
Überhaupt schien es nicht allzu viel Absprache gegeben zu haben. Frank Peter Zimmermann spielte seine Routine aus, und das Orchester fand sich in die Tempi. Im zweiten Satz entstand daraus ein schönes Singen. Aber im dritten Satz war das Tempo derart forciert, dass nicht nur der Einsatz missglückte, sondern dass auch das Zuhören keinen Spaß mehr machte, weil die Musik nicht mehr zu verfolgen war. Ein bisschen muss sie auch atmen dürfen.
Aber da war ja noch die Sinfonia concertante ...

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