Zwei Drittel haben schon aktualisiert

Da kann sich Google einmal wieder eine Scheibe von abschneiden: Rund einen Monat nach dem offiziellen Start ist iOS 10, das aktuelle Betriebssystem für mobile Apple-Geräte, bereits auf über 60 Prozent der aktiven iPhones und iPads installiert.
iOS 10 ist das aktuelle Betriebssystem für mobile Apple-Geräte. Im Gegensatz zum Android-Pendant verbreitet es sich äußerst flott. Bild: Apple
 
von JOHANNES MICHEL

30 Tage, 66 Prozent Verbreitung: Statistiken von Fiksu und Mixpanel belegen eine äußerst schnelle Verbreitung des neuen Betriebssystems iOS 10, das damit sich sogar schneller verbreitet als die Vorgängerversionen. Hintergrund dürfte einerseits der Verkaufsstart des iPhone 7 sein, iOS 10 kommt aber andererseits auch mit vielen Funktionen, über die sich die Besitzer eines älteren iPhones oder iPads freuten – und so gingen die Installationszahlen schon Ende September in die Höhe.

Die sichtbarste Änderung in iOS 10 betrifft den Sperrbildschirm: Er kann mit Widgets gefüllt werden und so aktuelle Nachrichten detailliert anzeigen. Aufgeweckt werden müssen die Geräte nicht mehr per Taste, es reicht, sie in die Hand zu nehmen und hochzuheben. Insgesamt öffnet sich Apple gegenüber Entwicklern sehr deutlich: Die Sprachassistentin Siri ist offen für Dritte, so dass sich nicht mehr lediglich Apple-Anwendungen per Siri steuern lassen. Ansonsten verkündete Apple Optimierungen an verschiedenen Apps wie der Karten- oder Nachrichten-App. Optimiert wurde auch die Foto-App, die nun über eine Gesichtserkennung verfügt.

Großer Pluspunkt von iOS 10 ist seine Verfügbarkeit: Ab dem iPhone 5 und dem iPad der vierten Generation werden alle Geräte unterstützt, so dass auch Besitzer älterer Smartphones und Tablets mit dabei sind. Das gibt es beim großen Konkurrenten Google und dem Betriebssystem Android oft nicht, da hier Google zwar die Updates bereitstellt, die Hersteller (Samsung, Sony, LG & Co.) die Aktualisierungen aber freigeben müssen. Und oft werden schon nach zwei Jahren selbst hochpreisige Smartphones und Tablets nicht mehr unterstützt, bei Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten gibt es häufig gar keine Updates.

Und so kommt es, dass Googles aktuelles Betriebssystem Android 6, veröffentlicht im Herbst 2015, bislang nur auf rund 19 Prozent der aktiven Geräte läuft, obwohl Android 7 schon in den Startlöchern steht. Die meisten hingegen nutzen nach wie vor Android 5 (35 Prozent) und Android 4 (42 Prozent) – und damit Systeme, die schon zwei Jahre oder länger nicht mehr aktualisiert wurden. Diese Fragmentierung ist zugleich der größte Nachteil des Android-Systems.

Der Technik-Michel meint:
Neue Funktionen, schön und gut. Die meisten Apple-Nutzer installieren Updates aber nicht deswegen, sondern weil es sie überhaupt gibt. Wenn beim Smartphone eine Update-Benachrichtigung erscheint, werden die wenigsten Anwender „Nein“ sagen. Die Frage ist also nicht, ob wir Updates wollen, sondern ob sie überhaupt kommen. Und da hat Android noch immer großen Nachholbedarf.

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