WhatsApp: 95 Prozent der Jugendlichen sind dabei

Welche Onlinedienste nutzen Jugendliche wirklich? Eine Studie zeigt: Wer sich einmal an einen Messenger gewöhnt hat, wird kaum zu Konkurrenz-Apps wechseln. Und: Facebook verliert deutlich an Boden.
Seit Kurzem bietet WhatsApp auch Videotelefonate an. Insgesamt ersetzt die App mehr und mehr andere Dienste. Bild: WhatsApp
 
von JOHANNES MICHEL

Smartphones wären nichts ohne die Apps. Besonders beliebt sind die als Nachfolger der SMS populär gewordenen Messengerdienste. Und einer ist ganz weit vorne: 95 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in Deutschland tauschen sich regelmäßig über WhatsApp aus. Auf Platz 2 der mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikationsanwendungen steht Instagram (51 Prozent), knapp dahinter liegt Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern, dicht gefolgt von Facebook (43 Prozent).

Zu diesen Ergebnissen kam die JIM-Studie 2016 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Die Detailbetrachtung im Altersverlauf zeigt, dass die Relevanz von Social-Media-Plattformen auch vom Alter der Jugendlichen bestimmt wird. Instagram verzeichnet die meisten regelmäßigen Nutzer bei den 14- bis 15-Jährigen, Snapchat wird erst ab ca. 14 Jahren interessant für die Jugendlichen. Facebook hat bei den Jüngeren kaum noch Bedeutung, ist bei den 18- bis 19-Jährigen als Kommunikationsmedium aber immer noch stark im Medienalltag verankert. Einzig WhatsApp spricht sowohl Mädchen und Jungen als auch alle Altersgruppen in gleichem Maße an und nimmt hier die Spitzenposition ein.

Neben Fakten zu den Themen Bewegtbild- und Musiknutzung, zum Smartphone im Kontext Schule sowie zu Einstellungen der Jugendlichen zur Smartphonenutzung im Zusammenhang mit digitalem Stress enthält die JIM-Studie 2016 Basisdaten zum Freizeitverhalten der 12- bis 19-Jährigen sowie Mediennutzungsdaten zu Internet, Fernsehen, Radio, Büchern und digitalen Spielen. Die Studienreihe JIM (Jugend, Information, (Multi-) Media) wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich in Zusammenarbeit mit dem Südwestrundfunk durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Jugendlichen in Deutschland ab. Für die Befragung wurden 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren im Frühsommer 2016 telefonisch befragt.

Die vollständige Studie wird am 25. November vorgestellt, interessante Daten sind dann auch auf der Webseite www.mpfs.de abrufbar.

Der Technik-Michel meint:
Bestimmt ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Bei Facebook tummelt sich mittlerweile gerne die ältere Generation, gemeint sind Nutzer über 20 oder vielleicht sogar 30 Jahren. Das macht das Netzwerk für Jugendliche immer weniger interessant. Messenger lösen andere Kommunikationswege wie auch die SMS oder das Telefonat auch weiterhin verstärkt ab. Klar ist: Nutzt der Großteil des Freundeskreises WhatsApp, dann kommt kaum ein Jugendlicher (und auch kein Erwachsener) daran vorbei, den Messenger ebenfalls zu installieren. Und genau hier liegt das Erfolgsgeheimnis. Hat eine App einmal eine derart hohe Verbreitung, nützen auch Datenschutz-Argumente dagegen kaum etwas.

Mit Material des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, Pressemitteilung

zum Thema "Technik - Michel"






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