Wenn der Roboter den Briefträger ersetzt

In der Schweiz testet die Post aktuell Lieferroboter, um Waren zu den Kunden zu bringen. Zwar wird dieser noch von einem Menschen kontrolliert, findet aber doch alleine zum Ziel. Ein ähnliches Projekt gibt es auch in Hamburg.
Ganz unauffällig bewegt sich der Lieferroboter neben Passanten. Bild: Starship Technologies
 
von JOHANNES MICHEL

Nur noch wenige Tage, dann fahren in der Schweiz Lieferroboter durch die Gegend, um auf der letzten Etappe Waren zuzustellen. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zum Paketboten will die Schweizer Post die neue Dienstleistung verstanden wissen. Denn so könnten Zustellungen am gleichen Tag der Bestellung realisiert werden. Zudem gehen die Gedanken schon weiter, denn auch Expresslieferungen für Essen oder medizinische Produkte sind denkbar. Jeder Roboter kann maximal zehn Kilogramm Last transportieren und hat eine Reichweite von rund sechs Kilometern.

„Am Steuer“ sitzt zwar noch ein Mensch (zumindest in einer Kommandozentrale), bewegen kann sich der Lieferroboter aber alleine. Er fährt Schrittgeschwindigkeit und erkennt Ampeln, Zebrastreifen und Hindernisse. Gefahrenstellen soll er somit eigenständig ausweichen können. Nur in schwierigen Situationen soll der Mensch eingreifen und die Steuerung kurzzeitig übernehmen. Dafür ist das Gerät mit verschiedenen Kameras und Sensoren ausgestattet. Außerdem gibt es eine Alarmanlage, der aktuelle Standort des Roboters wird laufend per GPS an die Zentrale übermittelt. Die Schweizer Post setzt die Roboter in Bern, Köniz und Biberist ein. Abhängig davon, wie der Test verläuft, könnten die Lieferroboter in der Schweiz schon in drei Jahren flächendeckend fahren.

Und wie kommen die Pakete zum Kunden? Dafür muss die Handynummer des zu Beliefernden bekannt sein. Nähert sich der Roboter dem Ziel, erhält der Kunde eine Benachrichtigung aufs Handy mit einem elektronischen Schlüssel, mit dem sich der Roboter öffnen lässt.

Der Technik-Michel meint:
Amazon und Google setzen auf Lieferdrohnen, die sich durch die Luft zum Kunden bewegen. Das wird in der Zukunft wahrscheinlich die Lösung für Lieferungen in ländliche Regionen sein, in verbauten Städten könnten sich Drohnen dagegen schwertun. Und genau hierhin passen die Lieferroboter. Hinzu kommt ein psychologischer Faktor: Ein fahrender Roboter macht den Menschen weniger Angst als eine über ihnen schwebende Lieferdrohne, die vielleicht noch Fotos von oben machen könnte.
 
Und so sieht der Lieferroboter von Starship Technologies im Alltagseinsatz aus …

zum Thema "Technik - Michel"






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