Bamberg
Soziale Netzwerke

Was ist eigentlich ein Influencer?

Die Art und Weise, wie die Generationen das Internet verwenden, ist grundverschieden. Viele Nutzer wollen sich lediglich informieren, andere möglichst viel veröffentlichen oder ernste Themen gleich mal umgehen.
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Screenshot Pamela Reif Instagram
Als @pamela_rf ist Pamela Reif bei Instagram aktiv - und hat schon fast drei Millionen Follower. Screenshot: Johannes Michel
Dabei hat sich die jüngere Generation stark von den etablierten Medien entfernt. Ein wichtiger Begriff, besonders für die Wirtschaft, ist der Influencer. Ganz neu ist dieser Begriff nicht. Laut Onlinelexikon Wikipedia entstand er um das Jahr 2007. Gemeint ist eine Person, die sich durch ihre starke Präsenz im Internet, insbesondere in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Instagram, aber auch beim Videoportal YouTube, besonders gut für die Vermarktung eignet. Anfangs waren das noch eher die Prominenten, die wir zum Beispiel aus Fernsehwerbespots kennen, schnell änderte sich das aber gravierend. Und die Internetnutzer jenseits einer bestimmten Altersklasse – und die Schwelle ist hier sehr niedrig – bekommen von diesem Trend ziemlich wenig mit.

Das glauben Sie nicht? Dann starten wir einen Versuch: Ist Ihnen der Name „Pamela Reif“ geläufig? Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht. Würden Sie diese Frage einer jungen Dame unter 20 stellen, würden Sie vermutlich ausgelacht. Denn Pamela Reif gehört zu den bekanntesten deutschen Influencern. Die 20-Jährige hat rund 2,8 Millionen Follower, also Menschen, die ihre Beiträge verfolgen, beim sozialen Netzwerk Instagram. Dort veröffentlicht sie insbesondere Fotos von sich selbst zu Themen wie Fitness, Mode und Schönheit. Rund um sie herum ist eine ganze Industrie entstanden: Firmen wollen, dass sie ihre Produkte verwendet – und bezahlen auch dafür. Außerdem betreibt sie eine eigene Webseite, wo ihre Fans an einem Fitness-Workout teilnehmen können. Nicht umsonst natürlich. Wenn Sie Fotos von sich, so genannte Selfies, schießt, macht sie das gerne vor einem Spiegel, so dass das Apfel-Logo ihres Telefons hervorsticht. Mal ganz davon abgesehen, dass nicht bekannt ist, ob Apple dafür zahlt: Klar, dass solche Bilder bei jungen Menschen ein Begehren auslösen. Sie wollen genauso schlank, genauso „hip“ sein wie Pamela und genau die Dinge besitzen, die sie hat.

Millionen von Abonennten
Pamela Reif ist keineswegs allein – und nur ein kleiner Teil des Influencer-Phänomens. Weltweit gibt es Menschen wie sie, die mit ihren Videos und Fotos insbesondere junge Menschen in ihren Bann ziehen. Das gab es zwar schon immer, neu ist allerdings, dass bis vor gar nicht allzu langer Zeit eine Leistung in Form von Kunst, Musik oder Sport nötig war, um eine solche Bekanntheit zu erreichen. Durch die sozialen Netzwerke hat sich das gravierend geändert, mit Hintergrundwissen und den richtigen Postings zur rechten Zeit oder einer guten Vermarktung kann heute an sich jeder zum Influencer werden. Neben den sozialen Netzwerken, besonders Instagram, ist die Videoplattform YouTube die zweite Spielwiese der Influencer. Auch hier dominieren Kanäle rund um das Thema „Beauty“ – etwa mit Kanälen wie „Bibis Beauty Palace“ (4,4 Millionen Abonnenten) oder „Dagi Bee“ (3,4 Millionen Abonnenten), für „Jungs“ spielen dagegen eher Kanäle eine Rolle, die sich etwa mit aktuellen Computerspielen beschäftigen oder den Alltag wiederspiegeln. Eine gewisse Bekanntheit mit politischem Anstrich hat „LeFloid“ (3,1 Millionen Abonnenten) erreicht. Da die genannten Kanäle allesamt aus Deutschland kommen, dürfte auch der größte Teil der Nutzer aus Deutschland sein.

Das Internet und die sozialen Netzwerke sind ohne Frage eine Bereicherung, allerdings sind sie auf uns hereingeströmt wie die Smartphones auch: Niemand hat uns darauf vorbereitet. Und allzu oft lassen wir auch unsere Kinder und Jugendlichen mit diesen Themen allein. Dabei müssen sie wissen, dass ihre jungen Idole nun einmal nicht unabhängig sind und fürs Ausprobieren des neuesten Produkts von Unternehmen XY meistens Geld bekommen. 
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