Startet Windows auf Smartphones 2017 durch?

Windows 10 Mobile spielt auf dem Mobilfunkmarkt so gut wie keine Rolle. Microsoft setzt daher vermehrt auf den Bereich Business, und hier könnte es spätestens 2017 richtig interessant werden.
Per Kabel oder drahtlos lässt sich das HP-Smartphone über eine Dockingstation mit einem Monitor verbinden. Bild: Microsoft
 
von JOHANNES MICHEL

Hewlett-Packard (HP) galt bislang als wenig sexy. Typische PCs, etwas dickliche Notebooks, und in vergangenen Zeiten auch einige Smartphones sorgten optisch nicht gerade für Begeisterung. Dass HP aber dennoch eine der wichtigsten Marken im Geschäftskundenbereich ist, dürfte unbestritten sein. Und so wagte HP auf dem Mobile World Congress im Frühjahr 2016 einen Schritt, der viel Beachtung fand: HP stellte ein Smartphone mit Windows 10 Mobile vor. Das war schon etwas Besonderes, denn für die meisten Analysten gilt Windows auf Smartphones aktuell als gestorben. Und so prophezeiten sie HP alles andere als einen Erfolg mit einem neuen Produkt.

Dass das HP Elite X3 kein Massenerfolg werden würde, war HP wohl klar. Außerdem kämpft das Unternehmen zurzeit noch mit einigen Unzulänglichkeiten des mobilen Windows-Systems im Rahmen von Continuum. Mit dieser Technik können Smartphones zu vollständigen PCs werden, indem sie per Kabel oder drahtlos an einen Monitor sowie an Maus und Tastatur angeschlossen werden. Somit kann das Smartphone den klassischen Computer am Schreibtisch in vielen Bereichen schon ersetzen. Und gerade für große Unternehmen, die einen ganzen Computerpark zu verwalten haben – und dazu oft noch Notebooks und Smartphones, könnte damit viel Arbeit auf einem Gerät zusammengeführt werden.

Weiterentwicklung von Continuum
Mit einem großen Update im April 2017 will Microsoft sein mobiles Windows insoweit optimieren, dass Continuum dann annähernd funktioniert wie Windows 10 auf dem Desktop. Dazu lassen sich dann Anwendungen in der Taskleiste anpinnen, der Bildschirm des Smartphones soll sich während der Continuum-Nutzung ausschalten lassen. Apps werden sich dann außerdem im Fenstermodus ausführen lassen, so dass auch mehrere parallel genutzt werden können. Dieses Feature fehlt Continuum bislang und macht es damit für PC-Nutzer zu einem noch nicht vollwertigen Ersatz. Ebenfalls sollen sich Smartphone und Dockingstation automatisch miteinander verbinden können, ohne dass das Smartphone aktiviert werden muss.

Der Technik-Michel meint:
Immer mehr entwickelt sich das Smartphone zu unserem zentralen Gerät. Android im Privaten, Windows im Geschäftlichen? So könnte das einmal aussehen. Gut, iOS spielt auch noch mit und kann im Businesssegment ebenfalls überzeugen, Apple wird sich aber etwas einfallen lassen müssen. Im Weg steht dem Windows-Smartphone-Erfolg aber der hohe Preis eines Geräts wie das HP Elite X3. Denn es kostet ohne Dock zum Anschluss an Monitor & Co. über 800 Euro.

Wie sich Microsoft auf seiner Entwicklermesse Ignite die Zukunft von Continuum auf dem Smartphone vorstellt, können Sie sich in einer Präsentation anschauen, die online zur Verfügung steht. 

zum Thema "Technik - Michel"






Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.