So gehen Verbrauchsprodukte nie mehr zur Neige

Nachdem es ihn schon in den USA gibt, bringt Onlinehändler Amazon den Dash-Button nun nach Deutschland. Auf Knopfdruck können mit ihm Produkte bestellt werden. Macht das Sinn?
Über den Dash-Button sollen sich Produkte schnell und unkompliziert nachbestellen lassen. Bild: Amazon
 
von JOHANNES MICHEL

Wir Menschen sind faul – und oft vergesslich. Sehen wir, dass die Zahnpaste ausgeht, vergessen wir gerne, eine neue auf die Einkaufsliste zu setzen. Solche „Eigenschaften“ nutzen Händler schon immer, auch Amazon. Möglichst bequemes Einkaufen soll nun der so genannte Dash-Button ermöglichen. Der Knopf kann bei Amazon bestellt werden und wird anschließend ins heimische WLAN eingebucht. Über die Homepage von Amazon lässt sich dann festlegen, welches Produkt auf Knopfdruck bestellt werden soll. Verfügbar sind hier verwiegend Produkte von Markenherstellern aus dem Haushalts- und Pflegebereich mit einem Fokus auf Waschmittel, Zahnpasta, Tiernahrung und so weiter. Zur Markteinführung in Deutschland gibt es den Dash-Button unter anderem von Ariel, Avery Zweckform, Cesar, Gillette, Oral-B, Persil, Pedigree, Sagrotan, Schwarzkopf, Sheba, Somat, Whiskas und Wilkinson. Amazon verspricht, dass in den kommenden Monaten weitere Markenhersteller dazukommen sollen.

Geht also das Waschmittel aus, genügt ein Druck auf den im besten Fall direkt an der Waschmaschine angebrachten Knopf – und eine kleine LED zeigt an, ob die Bestellung auch erfolgreich war. Notwendig zur Nutzung ist ein Prime-Abo, das rund 50 Euro pro Jahr kostet. Der Knopf selbst schlägt mit fünf Euro zu Buche, für den ersten Knopf erfolgt aber eine Erstattung in gleicher Höhe.

Amazon platziert den Dash-Button als Ergänzung zu bisherigen Produktabos. Hier werden, wie bei einer Zeitschrift, die Produkte in festgelegten Abständen geliefert, der Verbrauch spielt keine Rolle. Mit dem Button soll sich das ändern. Die Gerätehersteller gehen bald noch einen Schritt weiter – und bauen Dash-Funktionen in ihre Geräte ein, mit einer Nachbestellautomatik. Erste Geräte sollen auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin ab dem 3. September zu sehen sein.

Der Technik-Michel meint:
Auf den ersten Blick klingt die Idee eines Dash-Buttons gut. Dennoch ist es oft sinnvoller, eine klassische Einkaufsliste zu führen. Denn der Preis eines Produkts wird über den Dash-Button nicht ersichtlich. Nur bei deutlichen Preisschwankungen im Vergleich zur Vorbestellung will Amazon seine Kunden informieren.

Zudem enthält der Knopf eine Batterie, die lediglich etwa drei Jahre halten soll. Einen Batteriewechsel sieht Amazon nicht vor: Wenn sie leer ist, soll der Kunde einen neuen Button bestellen – für fünf Euro. Selbst wenn die Produkte im Abo etwas günstiger als im Einzelkauf sein sollten, macht eine derartige Politik die Preisvorteile wieder zunichte. Und: Mit einem Dash-Button bindet sich der Kunde an einen Händler, und möglicherweise sogar an einen Produktehersteller. 

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