Premium-Sound fürs Wohnzimmer

Die meisten Fernseher zeigen heutzutage hochauflösende Bilder. Echten Kinosound haben aber wenige Anwender zu Hause. Soundspezialist Bose hat dafür neue Produkte vorgestellt. Lohnt ein näherer Blick?
Das Surround-System Bose Lifestyle 650 gibt es in klassischem Schwarz ... Bild: Bose
 
von JOHANNES MICHEL

„Premium Home Entertainment“ nennt Bose in der Ankündigung sein neues Surround-Systems Bose Lifestyle 650. Das System wartet unter anderem mit besonders kleinen Satellitenlautsprechern auf. Jeder Lautsprecher enthält Schallwandler mit einer hohen Membranauslenkung, die einander gegenüberstehen und dadurch für einen kristallklaren Output sorgen sollen. Alle Lautsprecher verfügen über ein Gehäuse aus gebürstetem Aluminium, abgerundet werden sie von einer Konsole aus geschliffenem Glas. 4K-Fans freuen sich über 4K Pass-Through mit sechs HDMI-Eingängen. Außerdem beherrscht das System WLAN sowie Bluetooth, unterstützt NFC und ist kompatibel mit anderen Bose SoundTouch Systemen für kabellosen Audiogenuss. Im Lieferumfang wird eine Fernbedienung zur Steuerung mehrerer Quellen enthalten sein. Wie bei Bose üblich ruft der Premium-Hersteller auch Premium-Preise auf: Rund 4.500 Euro soll die gesamte Anlage kosten, noch im Oktober beginnt der Verkauf. Ein abgespecktes Modell (Lifestyle 600) gibt es für 3.500 Euro.

Nicht in alle Wohnzimmer lässt sich aber eine vollwertige Surround-Anlage einbauen, oft scheitert es am Platz für die Rücklautsprecher. Für rund 800 Euro bringt Bose dafür die Soundbar Sound SoundTouch 300. Auch sie ist WLAN- und Bluetooth-fähig, Smartphones und Tablets lassen sich so leicht koppeln. Außerdem kann die Soundbar per HDMI an Fernseher oder DVD-/Bluray-Player angeschlossen werden. Um Räumlichkeit zu erzeugen, verwendet die SoundTouch 300 so genannte „PhaseGuide Arrays“, um Signale an die linke und rechte Seite des Raums zu senden, so dass der Nutzer hört, was er nicht sehen kann. Im Klartext heißt das, dass getrennte Spuren eines Soundtracks oder eines Musikstückes aus Richtungen kommen, in der sich eigentlich gar kein Lautsprecher befindet. Da Größe, Form und Ausstattung bei jedem Raum unterschiedlich sind, nutzt die SoundTouch 300 soundbar ein Bose-eigenes Audiokalibrierungssystem, um den Klang automatisch an die Umgebung des jeweiligen Raumes anpassen zu können.

Der Technik-Michel meint:
Bei der Präsentation konnten einige Redakteure die neuen Produkte bereits ausprobieren, zu lesen ist in den ersten Praxistests vorwiegend Positives. Dennoch: Die Preise von Bose sind kaum massentauglich, zumal gute Surround-Systeme schon ab etwa 350 Euro zu haben sind. Besser geht es natürlich immer, entscheidend ist aber auch der Anwendungszweck: Soll die Anlage vorwiegend Kinofilme begleiten oder auch Musik vom Plattenspieler abspielen? Für letzteren Einsatzzweck darf es dann doch eine etwas hochwertigere Anlage sein. Echte Audiofans werden sich dann aber wahrscheinlich für einen klassischen Receiver mit vielen Anschlussmöglichkeiten entscheiden.

Soundbars, die das Kinoerlebnis mit nur einer Box versprechen, sind in den vergangenen Jahren besser geworden. An sich bleiben sie aber eine Notlösung – wer die Möglichkeit hat, mehrere Lautsprecher aufzustellen und diese ordentlich zu verkabeln, sollte das auch machen.

zum Thema "Technik - Michel"






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