PCs können auch richtig schick

Sie sind angezählt, ihr Ende wird immer wieder verkündet. Klassische PCs für den Schreibtisch oder fürs Wohnzimmer mit vielen Anschlüssen verlieren Marktanteile. Einige Hersteller versuchen daher, mit Design gegenzusteuern.
Unten PC, oben Soundbox: Der Samsung ArtPC Pulse soll mit Design, aber auch mit guter Ausstattung punkten. Bild: Samsung
 
von JOHANNES MICHEL

87 Prozent kompakter als ein durchschnittlicher PC soll der Samsung ArtPC Pulse sein. Dennoch positioniert er sich in Sachen Leistung deutlich vor Notebooks, mit seinen Intel-Prozessoren (wahlweise Core i5 oder i7), für Geschwindigkeit soll außerdem eine schnelle SSD-Festplatte sorgen (256 GB Speicherplatz, wahlweise klassische Festplatte mit 1 TB). Und, schon etwas Besonderes: Eine eigenständige Grafikkarte (AMD Radeon RX460) wird den PC für so manche Spiele und Foto-/Videobearbeitung nutzbar machen, ebenso für die Wiedergabe von hochauflösenden Filmen.

Die meisten Kunden, die sich einen PC ins Wohnzimmer stellen wollen, werden aber auf das Design achten. Und da hat sich Samsung viele Gedanken gemacht. In einen Kubus sind nicht nur die klassische PC-Technik, sondern auch die Lautsprecher integriert. Die kommen vom Audio-Spezialisten Harman Kardon. Preislich geht es bei rund 1.200 US-Dollar los, die Preise für Deutschland sind noch nicht bekannt, ebenso fehlt ein Termin für den Marktstart.

Preislich etwas günstiger: HP hat, vorgestellt auf der IFA 2016 in Berlin, ebenfalls einen ähnlichen Design-PC im Angebot. Der HP Pavillon Wave Desktop kostet ab 1.000 Euro – und ist schon zu haben. Obwohl es sich um einen vollwertigen Computer handelt, sieht das Gerät eher wie ein großer Lautsprecher aus, der aufgrund der kompakten Maße aber nicht unter, sondern auf dem Schreibtisch platziert werden kann. Als Soundpartner hat HP Bang & Olufsen gewonnen, ansonsten ist die Technik sehr ähnlich zum Samsung-Gerät. Auch hier ist, je nach Konfiguration, eine eigene Grafikkarte an Bord, die 4K-Displays ansteuern kann.

Der Technik-Michel meint:
Die neuen Design-PCs sind interessante Produkte. Sie schaffen einen Kompromiss zwischen den Büro- und Spiele-PCs – zwei Märkte, die sich kaum vom Boom von Smartphone, Tablet und Notebook beeinflussen lassen, und den Mini-PCs, die bisher in vielen Wohnzimmern zum Einsatz kommen. Letztere sind meist kleine Kästchen mit ebenso geringer Leistung, dafür kosten sie nur einige wenige hundert Euro. Wer aber etwas mehr will – oder wer Design und Leistung in Kombination haben möchte – der hat bislang Probleme, gute Geräte zu finden.

Die beiden Design-PCs von Samsung und HP werden sich sehr wahrscheinlich in Bereichen wiederfinden, wo PCs nicht versteckt werden können – und wo Nutzer Wert auf gutes Design legen. Ihr großer Vorteil: Im Gegensatz zu Notebooks bringen sie viele Anschlüsse mit, auch den Netzwerkanschluss für schnelle Internetverbindungen. Das hat durchaus seine Vorteile und nach wie vor seine Daseinsberechtigung. 

zum Thema "Technik - Michel"






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