Neue Ideen braucht das Smartphone!

Wirkliche Innovationen hat die Smartphone-Branche aktuell kaum zu bieten. Könnte das schon oft propagierte modulare Smartphone die Zukunft sein? Lenovo will nun Entwickler motivieren, passendes Zubehör zu kreieren.
Auf das Moto Z von Lenovo passen Aufsätze, so genannte Mods. Oben im Bild: Das Smartphone mit aufgestecktem Soundmodul. Bild: Lenovo
 
von JOHANNES MICHEL

Oft schon galt es als das Zukunftskonzept, verschiedene Hersteller haben sich daran versucht und sind gescheitert oder haben das Produkt schlicht nicht weiterentwickelt. Die Rede ist vom modularen Smartphone, also einem Gerät, dass sich mit Funktionen erweitern lässt, zum Beispiel durch Anstecken von Zubehör. So könnte etwa ein mit einer eher durchschnittlichen Kamera ausgestattetes Gerät durch ein Ansteckmodul zum Highend-Foto-Smartphone werden.

Nur wenige Smartphone-Bauer haben derzeit solche Geräte im Angebot. Die besten Karten im Markt hat Lenovo, das vor einiger Zeit die Smartphone-Marke Motorola gekauft hat. Bisher gibt es für die Smartphones Moto Z und Moto Z Play vier so genannte „Moto Mods“: Einen Akkupack zur Verlängerung der Akkulaufzeit, ein Kameramodul mit Hasselblad-Technik, einen Minibeamer sowie Lautsprecher. Mit einer Kampagne beim Crowdfunding-Portal Indiegogo will Lenovo das nun ändern. Einen kleinen Anreiz Lenovo auch: Die Teilnehmer können ein Development-Kit mit einem Moto-Smartphone im Wert von rund 1.000 US-Dollar gewinnen. Die zehn besten Entwürfe sollen es bis zur Entwicklungsabteilung nach Chicago schaffen.

Das sind die bisherigen Moto-Mods
Bisher hat kein Hersteller lange durchgehalten, wenn es um Module fürs Smartphone ging. Der Grund ist ganz einfach: Wenn Kunden sowohl ein Smartphone als auch passendes Zubehör kaufen sollen, muss ein mehrjähriger Support gewährleistet sein. Außerdem sollte die Module auch auf ein Nachfolgegerät passen, das schränkt die designerischen Freiheiten deutlich ein – und erfordert Disziplin beim jeweiligen Unternehmen. Dazu war bislang kaum jemand bereit. Ob Lenovo mit der Z-Serie durchhält, steht aktuell noch in den Sternen, die Aussichten sind aber besser als bei bisherigen modularen Smartphones.

Großes Plus der Moto-Mods: Sie sind qualitativ hochwertig. Das Soundmodul etwa mit seinem 3-Watt-Lautsprecher schafft sogar Bässe, die sonst aus den typischen Smartphone-Lautsprechern nicht erklingen. Mit dem Hasselblad-Kameramodul ist ein Zehnfach-Zoom möglich, das kann kein anderes Smartphone. Der Projektor-Mod kann in abgedunkelten Räumen eine Projektion von bis zu 70 Zoll auf jede weiße Wand bringen. Und der Akku-Mod bringt rund 20 Stunden mehr Laufzeit, zusätzlich zum schon im Smartphone eingebauten Akku. Die Mods werden einfach an die Smartphone-Rückseite angedockt und sitzen bombenfest – hier hatte LG mit seinem modularen Smartphone einige Schwierigkeiten. Das musste aber zum Wechseln der Mods ausgeschaltet werden, Lenovo umgeht diesen Schritt mit einer Magnetlösung.

Der Technik-Michel meint:
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Modularen Geräten gehört die Zukunft. Wir brauchen mutige Ideen und Unternehmen, die auch durchhalten, wenn sich nicht schon in den ersten beiden Jahren der große Erfolg einstellt.  

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