Lifelogging. Oder: Immer beobachtet

Neue Trends braucht der Technik-Markt: Immer wieder kommen die Hersteller auf neue Ideen, zum Beispiel Kameras, die nahezu unsichtbar am Körper getragen werden und den Alltag dokumentieren.
Die kleine Kamera PogoCam wird einfach an einer Brille befestigt und macht dann auf Knopfdruck Aufnahmen. Bild: PogoCam
 
von JOHANNES MICHEL

Auf der Technikmesse CES (Consumer Electronic Show) in Las Vegas wird im kommenden Frühjahr eine neue Kamera vorgestellt – die PogoCam. Gut, kleine Kameras gibt es viele, die aber noch nicht: Mit einem Clip kann sie an jeder handelsüblichen Brille befestigt werden, so lassen sich Fotos und Videos aus eigener Sicht aufnehmen. Mit einem geringen Gewicht von zehn Gramm dürfte sie sozusagen kaum ins Gewicht fallen. Dafür kommt sie mit einem kleinen Akku, lediglich eine halbe Stunde wird er im Dauerbetrieb durchhalten. Auf den internen Speicher passen hundert Fotos bei einer Auflösung von fünf Megapixeln – oder ein zweiminütiges Video in HD-Auflösung. Gestartet werden die Aufnahmen einfach über einen Knopf an der Seite. Die Bilder lassen sich dann über eine App aufs Smartphone bringen. Das ist sicher nichts für den Alltagsnutzer. Gerade zum unauffälligen Dokumentieren dürfte die PogoCam aber ein interessantes Gadget sein. Einen Preis nannte der Hersteller noch nicht.

Die Pressemitteilung zur PogoCam erinnert an ein Produkt, dass schon seit Jahren auf dem Markt ist: Die kleine Kamera „Narrative Clip“, mittlerweile zu haben in der zweiten Edition. Preis: Rund 230 US-Dollar. Sie geht sogar noch einen Schritt weiter: Alle 30 Sekunden nimmt sie ein Foto auf und erfasst dabei einen Winkel von 70 Grad. So entstehen pro Tag mehrere tausend Bilder. Für Autofahrer gibt es vergleichbare Produkte, sie nennen sich Dashcams, werden auf dem Armaturenbrett montiert und filmen anschließend, was vor dem Auto passiert.

Narrative Clip 2: Was ist das überhaupt? Ein Video verrät mehr.


Der Technik-Michel meint:
Nicht nur, dass Datenschützer Alarm schlagen (das machen die ohnehin sehr gerne) – bei vielen technischen Entwicklungen stellt sich schon die Frage: Braucht man das? Für die Kamera „Narrative Clip“ wurde schon bei der Vorstellung nur ein sinnvoller Anwendungsbereich gefunden: Für Demenzpatienten, die so vielleicht irgendwo vergessene Dinge wiederfinden können. Wirklich ausgebreitet haben sich die kleinen Kameras noch nicht, Dashcams in Autos aber gibt es schon häufiger als gedacht. Umstritten sind sie dennoch.

Die Hersteller sehen das aber natürlich anders: „Lifelogging“ heißt der Begriff dazu, also das Leben wirklich nahezu minutengenau dokumentieren. Wem’s gefällt …

zum Thema "Technik - Michel"






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