Google: 1.000 Euro für Highend-Smartphone

Pixel und Pixel XL heißen die beiden neuen Smartphones, die Google unter eigener Marke verkauft. Außerdem präsentierte der Konzern eine eigene VR-Brille und Google Home, eine kleine Box, die im Zuhause Aufgaben übernehmen soll.
Zwei neue Smartphones: Google Pixel und Google Pixel XL. Bild: Google
 
von JOHANNES MICHEL

Über 1.000 Euro für das Topmodell? So etwas kann sich eigentlich nur Apple leisten. Google sieht das etwas anders und hat gestern mit dem Google Pixel und dem Google Pixel XL zwei neue eigene Smartphones vorgestellt. Bisher liefen die Google-Produkte unter dem Markennamen Nexus, gefertigt wurden sie jedes Jahr von einem anderen Hersteller. Letzteres ist geblieben, die Pixel-Smartphones baut HTC. Neu hingegen sind die Preise: Richteten sich die Nexus-Geräte vor allem an Entwickler und an Kunden, die keinen Hersteller wie Samsung oder Sony zwischen sich und dem Betriebssystem Android wollten, zielt Google nun in eine höhere Preisgruppe. Los geht es mit dem Pixel für 759 Euro (32 GB Speicher, 869 Euro bei 128 GB), das etwas größere Pixel XL kostet ab 899 Euro (32 GB Speicher, 1.009 Euro bei 128 GB). Damit orientiert sich Google bei den Preisen und bei der Speicherausstattung stark an Apple.

In Sachen Ausstattung unterscheiden sich die beiden Smartphones nur beim Display. Das Pixel kommt mit 5 Zoll und einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel (Full HD), das Pixel XL mit 5,5 Zoll und einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel. Als Technologie verwendet Google (bzw. HTC) das vor allem von Samsung bekannte AMOLED. Beide Geräte sind technisch vollkommen up-to-date, mit einem Highend-Prozessor (Snapdragon 821), 4 GB Arbeitsspeicher und USB Typ C. Der Akku ist, wie bei Apple, fest verbaut, einen Speicherkarteneinschub gibt es nicht. Ein Highlight soll die, laut Google, beste Smartphone-Kamera der Welt sein. Der Sony-Sensor nimmt Bilder mit bis zu 12,3 Megapixel auf und soll besonders bei schlechtem Licht gute Bilder liefern. Die Frontkamera der Pixel-Modelle löst mit 8 Megapixel auf.

Google Home hört immer zu
Mit an Bord beim Pixel C, das übrigens ab Werk mit dem neuen Betriebssystem Android 7.1 kommt, wird der Google Assistant sein, der auch in der neuen Messenger-App Allo integriert wurde. Der Assistant kann Suchanfragen beantworten, Informationen über mehrere Geräte hinweg abgleichen, Texte übersetzen und die Umgebung durchsuchen. Für seine Fähigkeiten bekommt er außerdem sogar ein eigenes Gerät: Google Home. Der Konkurrent zu Amazon Echo ist eine kleine Box fürs Zuhause, die auf Sprachbefehle reagiert und so Internetsuchen durchführen kann, Musik abspielt, das Smart Home steuert oder Youtube-Videos auf dem Fernseher abspielt. Dafür ist es allerdings notwendig, dass Google Home jederzeit lauscht. Datenschützer dürften hier wieder einmal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ab dem 4. November wird Google Home für 129 Dollar in den USA zu haben sein, 2017 soll die Box auch zu uns nach Deutschland kommen.

Die Google VR-Brille Daydream View ist ein weiteres neues Produkt. Eingespannt wird eines der beiden Pixel-Smartphones, mitgeliefert wird eine kleine Fernbedienung zur Steuerung. Schon ab November wird Daydream View für 69 Euro verkauft werden. Die Brille positioniert sich damit in direkter Konkurrenz zu Samsungs Gear VR.

Ein Update hat Google seinem Streamingstick Chromecast verpasst. Der Chromecast Ultra kann nun auch 4K-Inhalte von Smartphone oder Tablet auf den Fernseher bringen. Für 79 Euro wird es ihn ab November geben, die beiden bisherigen Chromecasts bleiben im Programm.

Der Technik-Michel meint:
Über Googles neue Smartphones war schon seit Monaten viel im Internet zu lesen. Überraschungen gab es bei der Produktvorstellung in San Francisco somit fast keine – bis auf die allem Anschein nach gute Kameratechnologie und natürlich den Preis der beiden Geräte. Ob sich Google damit ins eigene Bein schießt, wird sich noch zeigen – bisher ist es außer Samsung keinem Hersteller gelungen, sich preislich mit Apple anzulegen. Und Preisstabilität – also auch ein hoher Wiederverkaufswert der Produkte – sichert bislang ebenfalls nur Apple. Somit bleibt die Frage: Gibt wirklich jemand für das Google-Smartphone bis zu 1.000 Euro aus, wenn nach einem Jahr nur noch die Hälfte für das Gerät aufgerufen wird?

Interessant ist der Google Assistant, der im Alltag sicher ein hilfreiches Produkt sein kann, der aber auch wieder einmal viele Daten seines Nutzers an Google sendet und zudem immer zuhört. Wer schon einen 4K-Fernseher hat, für den dürfte der Chromecast Ultra ein wirklich empfehlenswertes Produkt sein. Die VR-Brille Daydream View ist zwar ein Gerät, das uns in die Zukunft führt, zum Massenphänomen dürfte sie aber (noch) nicht mutieren.

zum Thema "Technik - Michel"






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