Gibt es Android bald nicht mehr?

Manche Gerüchte muss keiner ernst nehmen. Aktuell diskutiert die Fachwelt über ein mögliches Ende des Android-Betriebssystems von Google. Ist da was dran – und wie sähe ein Nachfolger aus?
Googles Betriebssystem Android wurde gerade acht Jahre alt. Gibt es noch einen neunten Geburtstag? Bild: Google
 
von JOHANNES MICHEL

Android ist für Google eine echte Erfolgsgeschichte. Weit über 80 Prozent aller weltweit aktiven Smartphones läuft mit dem Betriebssystem, die Vielfalt an Smartphones ist kaum zu überblicken. Dabei ist Android gar keine Eigenentwicklung des großen Suchmaschinenkonzerns: 2005 kaufte Google die kleine Firma von Andy Rubin, die Software für Mobiltelefone entwickelte. Als Apple 2007 mit dem iPhone um die Ecke kam, baute Google Android zum Konkurrenten auf – seit dem 21. Oktober 2008 ist Android offiziell verfügbar.

Kaum zu glauben ist, wie Android in den acht Jahren seit Erscheinen die Technikwelt verändert hat. Vor Android und Apples iOS teilte sich der Mobilfunkmarkt klar in Privat- und Geschäftskunden auf. Letztere verwendeten häufig schon Smartphones, damals noch mit den Betriebssystem Windows Mobile oder Symbian. Android und iOS haben hier den Markt vollkommen umgekrempelt. Durch die weite Verbreitung von Android und die vielen Geräte, die damit laufen, ist Android aber auch schwerfälliger geworden – und beliebt bei Hackern. Nun macht das Gerücht die Runde, dass Google Android aufgeben und durch ein neues System ersetzen könnte.

Schon vor rund zwei Monaten geisterte ein neuer Name durchs Internet: Andromeda. Andromeda soll eine einheitliche Plattform für alle Mobilgeräte sein, ähnlich wie Microsoft das gerade mit Windows 10 angeht. Laut mehreren Blogs soll das neue System schon im Frühjahr 2017 vorgestellt werden – Android 7.0 Nougat, die aktuelle Version, könnte damit gar die letzte sein, Android 8.0 würde es gar nicht mehr geben.

Der Technik-Michel meint:
Gut vorstellbar, dass Google Android durch ein neues System ersetzt. Die Anwender müssen sich hier aber erst einmal wenig Sorgen machen, denn Google könnte es sich nicht leisten, das gesamte Android-Universum mit einem Schlag umzustellen. Das Erfolgsgeheimnis sind nun einmal die Apps – und würden die von heute auf morgen nicht mehr auf dem neuen System laufen, hätte Google ein echtes Problem. Ziel von „Andromeda“ müsste sein, schlanker zu werden und Funktionen zu bringen, die andere nicht oder nur rudimentär haben. Laut Meldungen denkt Google dabei an eine Quersynchronisation von Chats und Benachrichtigungen über alle Geräte, also vom Notebook über das Tablet bis hin zum Smartphone, wenn die Geräte alle mit Andromeda laufen. Wichtig wäre außerdem eine bessere Update-Versorgung, direkt über Google, nicht über die Hersteller der Smartphones und die Netzbetreiber. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

Oder wird Andromeda lediglich ein neuer Name für Android? Dass Google hier gerne mal experimentiert, zeigte sich beim App-Store: Gestartet als Android Market wurde aus ihm plötzlich der Play Store – viel geändert hat sich in Sachen Funktionalität aber nicht. Auch das wäre eine Möglichkeit.

zum Thema "Technik - Michel"






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