Gehen bei UKW 2019 die Lichter aus?

Können die Hersteller gezwungen werden, DAB+ in jedes neue Radio einzubauen? Was würde das für die Preise bedeuten? Die Bundesländer wollen DAB+ nun vorantreiben.
Das Angebot bei den Digitalradios ist mittlerweile vielfältig, vom Küchen- bis hin zum Designgerät. Bild: Panasonic
 
von JOHANNES MICHEL

Digitalradios mit DAB+ gibt es schon eine ganze Weile, die Mehrheit der Radiohörer nutzt aber nach wie vor UKW – und damit einen analogen Standard. Selbst in vielen neu verkauften Radios ist kein DAB+-Empfänger eingebaut. Im Jahr 2015 wurden rund sechs Millionen rein analoge UKW-Radios verkauft, nur 950.000 Geräte unterstützten DAB+. Mit einer Initiative des Landes Rheinland-Pfalz im Bundesrat soll sich das nun ändern. DAB+ sei kostengünstiger und biete eine bessere Vielfalt als analoges Radio, heißt es. Vorschlag: 2019 soll Schluss sein mit UKW.

Bei Fernsehern wurde mit einem Gesetz aus dem Jahr 1997 der Weg fürs Digitalfernsehen freigemacht: Geräte mussten digitale Signale verarbeiten können, rein analoge Fernseher durften in der Folge nicht mehr auf dem deutschen Markt angeboten werden. Gebracht hat das viel: Das analoge Antennenfernsehen ist Geschichte, und auch bei Kabel nutzen immer mehr Zuschauer das digitale Format. Gegen ein Verbot bei Fernsehern spricht der EU-Binnenmarkt: Was in Portugal oder Griechenland verkauft werden kann, darf auch in Deutschland in den Handel kommen. Während DAB+ in Deutschland längst über die Testphase hinaus ist, haben andere Länder noch nicht einmal mit ihr begonnen. Eine Alternative wäre daher eine Kennzeichnungspflicht für Radios, die nicht digitalfähig sind – zum Beispiel durch einen Hinweis, dass mit diesen Modellen nicht alle terrestrisch verbreiteten Sender zu empfangen sind.

Der Technik-Michel meint:
Beim Kauf eines neuen Radios oder einer Stereoanlage empfiehlt es sich also, auf das DAB+-Logo zu schauen. Auch neue Autos sollten unbedingt mit einem digitalfähigen Radio bestellt werden, da die Nachrüstung schwierig sein kann.

Wer sein Radio in der Küche durch ein digitales ersetzen möchte, muss dafür nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Gute Geräte sind schon für unter 50 Euro zu bekommen. Durch eine Kennzeichnungspflicht oder vielleicht sogar ein Analog-Verbot würden DAB+-Gerät noch einmal deutlich günstiger. Großer Nachteil: Viele heute noch funktionierende alte Radios wären dann Elektroschrott.

Fürs Zuhause können außerdem Internetradios ein guter Ersatz sein. Dafür notwendig ist allerdings ein möglichst schneller Internetzugang, der aber heute in den meisten Haushalten vorhanden ist. Hier ist die Sendervielfalt noch einmal deutlich höher als bei DAB+  – und das unabhängig von Regionen. Denn wie bei UKW unterscheidet sich auch das Angebot an Sendern bei DAB+ je nach Region.

zum Thema "Technik - Michel"






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