Facebook bekommt erste WhatsApp-Daten

Vor zwei Jahren übernahm Facebook den Messenger WhatsApp für rund 20 Milliarden US-Dollar. Eine große Investition, obwohl WhatsApp kostenfrei ist. Nun erfolgt eine Annäherung an Facebook.
WhatsApp und Facebook rücken nun ein Stück enger zusammen. Bild: WhatsApp
 
von JOHANNES MICHEL

WhatsApp und Facebook sind kostenlos. Während WhatsApp aber noch nie ein Geschäftsmodell hatte, um auch Geld zu verdienen, nutzt Facebook die Daten seiner Nutzer, um personalisierte Werbung auszuspielen. Um die milliardenschwere Übernahme zu finanzieren, werden die beiden Dienste bald näher zusammenwachsen. Denn nach einer Änderung der Geschäftsbedingungen kann WhatsApp die Telefonnummer seiner Nutzer an Facebook weitergeben, ebenso wie Nutzungsstatistiken. Bei Facebook ist es zwar möglich, der Verwendung dieser Daten für die Personalisierung von Werbung in den Einstellungen zu widersprechen, die Weitergabe der Nummern erfolgt aber dennoch.

Was Facebook nicht erhalten wird, sind die Inhalte der WhatsApp-Chats. Diese sind seit diesem Jahr ohnehin verschlüsselt, so dass sie angeblich nicht einmal von WhatsApp selbst ausgelesen werden können. Dennoch verfolgt der Schritt der Nummernweitergabe ein größeres Ziel: Denn das Unternehmen kann so die Facebook- und WhatsApp-Nutzer einander zuordnen und bekommt mit, wer wo aktiv ist und in welchem Umfang. Das wiederum lässt sich für verbesserte Werbung nutzen – denn viele Nutzer haben auch bei Facebook ihre Handynummer hinterlegt, ebenso bei Online-Shops und anderen Diensten.

Der Technik-Michel meint:
Vor zwei Jahren hieß es noch: WhatsApp-Daten wandern nicht zu Facebook. Nun kassiert das Unternehmen dieses Versprechen ein, allerdings zunächst nur vorsichtig und in kleinem Umfang. Dass dies aber nur ein erster Schritt sein könnte, schreibt das Technikportal teltarif.de. Dort heißt es: „Was ist mit anderen Daten wie Profilnamen? – WhatsApp erklärt, man habe „im Moment“ nicht vor, sogenannte optionale Account-Informationen wie zum Beispiel Profilnamen, Profilfoto oder Statusmeldung mit Facebook zu teilen.“ Im Moment …

Die AGB-Änderung enthält aber außerdem einen weiteren Teil, der bislang in der Berichterstattung nur eine kleine Rolle spielte: WhatsApp möchte sich mehr für Unternehmenskunden öffnen, so könnten etwa Paketdienste den aktuellen Status an WhatsApp-Nutzer schicken. Wie das aber konkret aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

Alternativen zu WhatsApp?!?
Messenger gibt es viele, gerade in Deutschland ist WhatsApp aber unangefochtener Marktführer. Größere Konkurrenten sind der Facebook Messenger aus gleichem Hause sowie der Messenger Telegram. Ebenfalls verbreitet ist Threema, ein besonderes sicherer Messenger aus der Schweiz. Von den Funktionen her betrachtet können sie alle mit WhatsApp mithalten und bieten mitunter sogar mehr. Oftmals finden sich dort aber nur wenige der eigenen Kontakte, so dass WhatsApp für viele Nutzer alternativlos bleibt. Wer mit derartigen AGB-Änderungen wie aktuell nicht einverstanden ist, sollte das Gespräch mit den WhatsApp-Kontakten suchen und zusammen mit ihnen auf einen anderen Messenger wechseln. Dafür braucht es oft aber viel Überzeugungsarbeit. Denn wir Menschen sind nun einmal Gewohnheitstiere – und viele Nutzer scheuen den eigentlich kaum vorhandenen Aufwand eines solchen Wechsels.

zum Thema "Technik - Michel"






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