Ein weiteres Kapitel einer unendlichen Geschichte

BlackBerrry? Da war doch was. Einst gehörte das Unternehmen zu den gefragtesten Smartphone-Produzenten, bis Apple und Google den Markt neu mischten. Nun geht eine weitere Ära zu Ende, BlackBerry konzentriert sich auf Software.
Auf dem bald erscheinenden Blackberry DTEK 60 ist zwar das Firmenlogo aufgedruckt, gebaut und entwickelt wurde das Smartphone aber von einem Fremdhersteller. Bild: Blackberry
 
von JOHANNES MICHEL

Das Betriebssystem Blackberry OS 10 erhielt weltweit viel Lob – für Schnelligkeit, gute Funktionen und viele innovative Ideen. So bündelte etwa der Blackberry Hub alle auf dem Smartphone eingegangenen Nachrichten, ob E-Mail-, SMS-, WhatsApp- oder Facebook-Messenger-Nachrichten. Kaufen wollte Smartphones mit Blackberry OS 10 dennoch fast niemand, die Dominanz von Apple und Google war einfach bereits zu groß, das Angebot an Apps im App-Store „BlackBerry World“ Viel zu spät hatte das Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt – namentlich Touchscreens, gute Kameras und schickes Design.

Und so kam es bei Blackberry zum Entschluss, künftig auf Android als Betriebssystem zu setzen. Einige Blackberry-Anwendungen schafften es zwar auf die neue Plattform, auch eine abgespeckte Version des Hub, wie früher war aber nichts. Nun, nachdem mittlerweile zwei und bald drei Smartphones mit Android auf dem Markt sind, kündigt Blackberry den nächsten Schritt an: Man werde die bereits entwickelten Geräte in den Handel bringen und auch weiterhin mit Updates versorgen, neue selbst entwickelte Smartphones wird es aber nicht mehr geben. Stattdessen konzentriere man sich auf den Vertrieb von Dritthersteller-Smartphones mit der hauseigenen Software. Somit könnte jeder Smartphone-Bauer die Software von Blackberry lizenzieren und auf die eigenen Geräte bringen.

Mit diesem Schritt will es das Unternehmen endlich wieder in die schwarzen Zahlen schaffen. Noch vor sieben Jahren war jedes fünfte verkaufte Smartphone ein Blackberry, Position Nummer 2 im Weltmarkt hinter Nokia stand zu Buche. Heute hingegen liegt der Marktanteil der „Schwarzbeere“ deutlich unter einem Prozent.

Der Technik-Michel meint:
Das Blackberry-Aus im Hardwaregeschäft hatte sich angedeutet. Schon das jüngst erschienene Smartphone DTEK 50 wird von Alcatel gebaut, ist also keine Eigenentwicklung mehr. Auch im DTEK 50 werkelt das Betriebssystem Android, Blackberry stülpt nur noch seine Sicherheitssoftware drüber. Ähnlich wird das beim kommenden DTEK 60, einem etwas größeren und besser ausgestatteten Bruder zum DTEK 50, sein. Im Privatkundenmarkt sind die einstigen Business-Smartphones nie angekommen, und im Business-Segment wurde ihnen von Apple viel Marktanteil abgenommen. Nun könnte in den Geschäftskundenmarkt Microsoft vorstoßen – glaubt man den ersten Gerüchten. 

zum Thema "Technik - Michel"






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