Die Uhr, die auch telefonieren kann

Mehr und mehr werden die klassischen Uhren an unserem Handgelenk durch Smartwatches ersetzt, die mit dem Smartphone kommunizieren. Es geht aber auch noch eine Stufe mehr.
Mit der smarten Armbanduhr lässt sich sogar direkt ohne Smartphone telefonieren, das mutet schon ein bisschen wie Science Fiction an.
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von JOHANNES MICHEL

Smartwatches haben einen riesigen Vorteil: Verbunden mit einem Smartphone taugen sie als dessen verlängerter Arm – sämtliche Benachrichtigungen, die eingehen, werden auf die Smartwatch geschickt, der Blick aufs Smartphone entfällt. Das ist gerade im beruflichen Alltag oder beim Spaziergang durch die Stadt hilfreich. Denn wer mitbekommen will, was da gerade wieder eintickert, der muss das Smartphone nicht ständig herauskramen. Und: Auch in lauteren Umgebungen verpasst niemand mehr einen Anruf, schließlich vibrieren die Uhren am Handgelenk leicht, wenn sich am Smartphone was tut.

Um auf die Benachrichtigungen zu reagieren, ist dann aber doch meist das Smartphone notwendig. Denn ohne – wir erinnern uns: Die Uhr ist nur der verlängerte Arm des Smartphones. Das geht aber auch anders. Denn findige Hersteller, insbesondere aus dem asiatischen Raum, bauen Smartwatches, die nicht nur per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden werden können, sondern die auch einen eigenen Steckplatz für SIM-Karten mitbringen. Damit wird die Uhr selbst zum Smartphone – ob Telefonieren, im Internet surfen, E-Mails abrufen oder direkt auf die Messenger-Nachricht antworten, vieles wird möglich. Ein solches Produkt, in diesem Fall die Finow X3 Plus, habe ich mir daher einmal genauer angeschaut.

Klassische Uhr, nur etwas größer
Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Finow X3 Plus optisch kaum von anderen Smartwatches. Lediglich das Gehäuse ist um einiges dicker als etwa bei der Apple Watch oder aktuellen Produkten von Samsung und LG. Dafür, das darf nicht vergessen werden, passt in die Uhr eine SIM-Karte. Die Verarbeitung ist top, das Plastikarmband zwar etwas steif – der Tragekomfort dennoch gut. Und das trotz des Eigengewichts der Uhr von 90 Gramm.

Zwei Knöpfe an der rechten Seite und der Touchscreen stehen als Bedienelemente zur Verfügung. Eingeschaltet wird die Uhr mit einem langen Druck auf die obere Taste, der Bootvorgang dauert etwa eine halbe Minute. Danach erscheint, nach einem Tippen aufs Ziffernblatt, das Betriebssystem im Hintergrund. Finow installiert hier ein vollwertiges Android 5.1, so dass ein Großteil der für Android verfügbaren Apps aus dem Google Play Store zum Download bereitstehen. Somit taugt die Uhr nicht nur als Smartwatch, sondern zeitweise sogar als kompletter Ersatz fürs Smartphone. Die Internetverbindung stellt die Uhr per WLAN her, eine optional einzulegende SIM-Karte bindet an das mobile Internet an. Das ist aber nur eine Zusatzoption, die Uhr lässt sich auch als ganz normale Smartwatch verwenden.

Das Smartphone wird (fast) überflüssig
Dazu wird auf dem Smartphone die App „Uhr-Helper“ installiert, die Finow auf seiner Webseite zum Download anbietet. Im Google Play Store ist sie nicht verfügbar, somit muss in den Einstellungen des Android-Smartphones die Installation von Apps aus unbekannten Quellen, zu finden meist unter „Sicherheit“, aktiviert sein. Anschließend wird die Uhr per Bluetooth verbunden und in der App eingerichtet. Die iPhones von Apple funktionieren ebenfalls mit der Finow X3 Plus, hierfür ist keine weitere App notwendig, lediglich die Konfiguration der Bluetooth-Verbindung. Benachrichtigungen vom Smartphone wandern anschließend zur Uhr, geht etwa eine neue SMS ein, meldet die Uhr das per Ton und/oder Vibration. Für welche Apps die Benachrichtigungen aktiv sein sollen, lässt sich im „Uhr-Helper“ bei Android festlegen.

Zusammen mit einer eigenen SIM-Karte spielt die Uhr aber erst ihre wirklichen Trümpfe aus. Denn dann darf das Smartphone gerne mal zu Hause bleiben. Eingesetzt wird die Nano-SIM unter dem Deckel, vier kleine Schrauben (Schraubenzieher mitgeliefert) müssen dafür gelöst werden. Telefonieren ist übrigens auch möglich – in typischer Science-Fiction-Manier mit erhobenem Arm, allerdings nur per Freisprechen-Funktion. Somit ist das nichts für ein Telefonat in lauten Umgebungen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im Gegensatz zu einer gewöhnlichen Smartwatch hat die Finow X3 Plus zahlreiche Vorteile. Es gibt aber auch ein paar Dinge, die stören: Aufgrund des runden Displays ist bei mancher Android-App ein Teil der Darstellung abgeschnitten. Und: Direkt auf der Uhr installierte Apps, die im Hintergrund laufen müssten, um Informationen zu empfangen, bleiben nicht immer aktiv. Aufgefallen ist das besonders bei Messengern, etwa Telegram. Erst beim Aufrufen der App wurden die neuen Nachrichten angezeigt, nicht schon beim Eintreffen per Push-Funktion.

Fazit
Die Finow X3 Plus ist eigentlich ein Smartwatch-Phone. Nur zum Empfangen von Benachrichtigungen vom Smartphone ist sie eigentlich schon fast zu schade. Gerade für Sportler könnte ein solches Produkt interessant sein, kann das Smartphone doch zu Hause bleiben. Einen Schrittzähler sowie Pulsmesser gibt’s auch.

Als Preis ruft der Vertrieb von Gearbest aktuell 89 Euro auf – im Vergleich zu den typischen Smartwatches etablierter Hersteller ist das fast schon ein Schnäppchen. Wer sich für das Produkt interessiert: Als Versandart sollte Germany Express & Priority Line ausgewählt werden, so dass die Verzollung nicht vom Käufer durchgeführt werden muss.

zum Thema "Technik - Michel"






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