Der Kühlschrank als Mittelpunkt der Wohnung

Smart Home war ein großes Thema auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Dazu gehört nicht nur die Vernetzung vieler Geräte, sondern auch erhöhter Komfort. Und da haben Samsung und Bosch Siemens gerade einiges zu bieten.
Die Connect App von Bosch Siemens Hausgeräte liefert zum Beispiel Rezeptvorschläge anhand der vorhandenen Zutaten. Bild: BSH
 
von JOHANNES MICHEL

Beginnen wir mit Bosch Siemens Hausgeräte. Ja, die „weiße Ware“, wie sie im Fachjargon genannt wird, war bislang alles andere als sexy. Wie die Waschmaschine aussah? Egal. Zusatzfunktionen? Nicht so wichtig, Hauptsache das Waschergebnis stimmt. Das ändert sich gerade. Bosch Siemens wird viele seiner Geräte künftig über eine Smart-Home-Lösung, die sich auch nachrüsten lässt, miteinander vernetzen. Ein neuer Partner der Marke Bosch ist beispielsweise das Berliner Unternehmen HelloFresh, das Lebensmittel nach Hause liefert. HelloFresh schreibt dazu: „HelloFresh steht für einfaches und intuitives Kochen von leckeren und gesunden Gerichten. Wir möchten den Menschen ein wenig freie Zeit in ihrem Alltag schenken und haben auf die Ideen unserer Kunden gehört. Durch die Integration der Ofensteuerung aus der Home Connect App in unsere beliebte Kochapp wird das Selberkochen für viele Kunden noch schneller und einfacher gemacht.“

Interessant: Die Plattform für das Smart Home öffnet Bosch Siemens gerade für Entwickler. Das bedeutet: Interessiert sich ein anderes Unternehmen dafür, kann es seine Geräte kompatibel machen. Wer genau mitmacht, ist noch nicht bekannt. Eine Integration in Apples HomeKit-Lösung hat Bosch Siemens aus Datenschutzgründen abgelehnt. Die Rede ist vielmehr von einer Zusammenarbeit mit Amazon oder Google – ob das „besser“ ist?

Jederzeit Wäsche nachlegen
Viele Produkte, die Samsung in seiner Messehalle gezeigt hat, waren nicht neu, in dieser Form aber in Deutschland zum ersten Mal als vollständige Produktpalette zu sehen. Allem voran die Kühl-Gefrier-Kombination mit Samsungs „Family Hub“. Dabei handelt es sich um einen großen Touchscreen mit Android-Betriebssystem, eingebaut in die obere Tür des Kühlschranks. Dieses große „Tablet“ dient als „Kommandozentrale“ für die gesamte Familie – kann Terminkalender vernetzen, Einkäufe erledigen, Kochrezepte anzeigen oder über das Wetter informieren. Mit dabei ist auch eine digitale Pinnwand. Sobald sich jemand dem Gerät nähert, springt das Display automatisch an.

In Deutschland ist der Family Hub noch nicht zu haben. Vorgestellt wurde er erstmals vor einem halben Jahr auf der CES in Las Vegas. Seit dem Sommer wird er in den USA verkauft, zum stolzen Preis von fast 6.000 (!) US-Dollar. Legt man die Preisumrechnungen zugrunde, denen etwa Apple beim iPhone folgt, käme ein deutscher Preis von mit Sicherheit 7.000 Euro heraus. Schon fast unverschämt.

Preislich interessanter sind da schon die smarten Waschmaschinen. Gut, die haben auch andere Hersteller, gut gefallen hat mir aber Samsungs Add-Wash-Konzept: In der Tür befindet sich eine Klappe, so dass sich innerhalb der Laufzeit Wäsche nachlegen lässt. Gut für alle, die gerne mal ein Kleidungsstück vergessen. Ebenso ist es möglich, kurz vor dem Schleudergang noch was reinzutun. Über eine App (dann muss die Maschine Smart Control beherrschen) wird jederzeit über die aktuelle Laufzeit oder die Möglichkeit des Nachlegens informiert. Auch das Starten von unterwegs geht. Ab rund 700 Euro sind solche Maschinen zurzeit zu haben, jede Zusatzfunktion kostet aber. Und so fällt sehr schnell die Marke von 1.000 Euro, Samsungs Topmodell aus diesem Segment kostet aktuell in Onlineshops rund 1.500 Euro – fasst dann aber auch zwölf Kilogramm Wäsche.

Fazit
Im Haushalt tut sich was. Die Hersteller vernetzen die Geräte miteinander und ermöglichen die Steuerung per App. Für diejenigen Kunden, die jetzt schon dabei sein wollen, ist wichtig: Die Geräte sollten, wenn möglich, alle vom gleichen Hersteller sein. Denn wer sich für Kühlschrank, Waschmaschine, Trockner und Herd jeweils mit Apps anderer Anbieter herumschlagen muss, verliert sehr schnell den Spaß.

P.S.: Den Livebericht von der IFA in Berlin – ich war am 2. September den ganzen Tag auf dem Messegelände unterwegs, können Sie hier bei inFranken.de nachlesen.

zum Thema "Technik - Michel"






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