Das ist nicht nur Dreck auf dem Touchscreen!

Jeder kennt das: Schon nach wenigen Minuten intensiver Nutzung ist das gerade frisch polierte Smartphone-Display wieder voller Fingerabdrücken und anderer Rückständen. Und gerade die verraten viel über den Nutzer.
Smartphones sind unsere Alltagsbegleiter, und gerade auf dem Bildschirm und auch auf der Rückseite hinterlassen wir viele Spuren. Bild: Sony
 
von JOHANNES MICHEL

Wer fleißig über einen Touchscreen wischt, löst damit nicht nur die gewollten Funktionen des darunter befindlichen Geräts aus, sondern hinterlässt auch zahlreiche Rückstände, zum Beispiel Öl und Hautpartikel. Das zeigt eine Studie des US-Instituts, veröffentlicht in „Proceeding of the National Academy of Sciences“. Kriminologen freuen sich angeblich schon über die Erkenntnisse.

Die Forscher untersuchten in der Studie der University of California 500 Proben, die von 39 Smartphones sowie einer Hand der jeweiligen Besitzer entnommen wurden. Anschließend wurden die Moleküle miteinander verglichen. Dabei zeigte sich: Die Forscher können anhand der chemischen Zusammensetzung der Rückstände auf dem Display Rückschlüsse auf den Besitzer ziehen. Zu finden waren dabei Reste von Hautcremes, Medikamenten-Rückstände sowie Partikel aus dem Bereich der Ernährung, zum Beispiel Reste von Zitrusfrüchten. Aber da geht noch mehr: Herausfinden lässt sich vielfach auch, welches Geschlecht der Smartphone-Nutzer hat, ob er teure Kosmetika verwendet, ob er Antidepressiva einnimmt, die Haare färbt, gerne Alkohol oder Kaffee trinkt und so weiter.

Das liefert doch einen relativ eindeutigen „Abdruck“ des Nutzers. Die Rückstände taugen zwar zur Identifikation einer Person nicht genauso gut wie ein vollständiger Fingerabdruck, könnten im Falle einer solch fehlenden Information und wenn keine DNA-Spuren vorhanden sind, aber helfen, besonders im Bereich der Verbrechensbekämpfung. Aufgrund der Studie sollen nun weitere Einsatzmöglichkeiten ermittelt werden, etwa im Bereich Sicherheitskontrollen.

Der Technik-Michel meint:
Mal ganz abgesehen von der, zweifelsohne interessanten, Studie an sich: Verschmierte Touchscreens gehören zu unserem Alltag und sind eine echt nervige Angelegenheit. Reinigen lassen sie sich am besten mit einem Mikrofasertuch, wobei hier vorher darauf geachtet werden sollte, dass keine groben Schmutzpartikel wie Sandkörnchen auf dem Display sind – sonst können Kratzer entstehen. Ebenfalls gut: ein leicht feuchtes normales Tuch. Weit verbreitet sind zudem kleine Putzkissen, die auf die Rückseite des Smartphones geklebt werden können – auch sie liefern recht ordentliche Ergebnisse.

zum Thema "Technik - Michel"






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