Bitte schalten Sie Ihr Smartphone aus!

Samsung ist zurzeit eines der wenigen Unternehmen, das bei den Smartphones für Apple gefährlich ist. Aktuell schlagen sich die Koreaner aber mit einem ganz anderen Problem herum, und das zieht immer weitere Kreise.
Wieder mit Bedienstift: Am 2. August stellte Samsung das Galaxy Note 7 offiziell vor. Bild: Samsung
 
von JOHANNES MICHEL

„Wichtige Informationen über das Galaxy Note 7“, steht gleich auf der Startseite von Samsung Deutschland. Aber nicht nur hierzulande, sondern weltweit ruft Samsung nun sein Topmodell zurück und warnt sogar vor der Nutzung überhaupt. „In Bezug auf aktuelle Fälle rund um das neue Galaxy Note 7 haben wir eine gründliche Untersuchung durchgeführt und Unstimmigkeiten bei den Akkuzellen entdeckt.“

Was war passiert? Schon vor bald zwei Wochen kamen die ersten Meldungen auf, das Note 7 habe beim Aufladen Probleme, der Akku überhitze. Dann geschahen erste Unfällen, und mittlerweile scheinen die Zellen nicht mehr nur beim Aufladen zu warm zu werden, sondern möglicherweise bereits bei der Nutzung. Die Überhitzung soll entstehen, wenn die Anode und Kathode bei einem Durchbruch aufeinanderstoßen. Samsung zufolge sei dies ein „seltener Fehler in der Herstellung“. Kein anderes Smartphone der Galaxy-Reihe sei von dem Problem betroffen. „Alle Kunden, die ihr Galaxy Note 7 bereits erhalten haben, bitten wir jetzt, ihr Gerät auszuschalten und nicht mehr zu nutzen. Falls vorhanden, verwenden Sie bitte ihr bisheriges Smartphone. Selbstverständlich werden wir Ihr Galaxy Note 7 ab dem 19. September 2016 durch ein neues ersetzen.“ Dass Samsung so verfährt, ist klar. Dennoch entsteht der Unternehmen ein finanzieller Schaden, der aber nicht ganz weit oben auf der Prioritätsliste steht.

Verschiedene Akkus verbaut
Vielmehr leidet das Image des Konzerns. Und Samsung muss sich gleichzeitig fragen, ob nicht Fehler begangen wurden. Wurde das Note 7 nicht ausreichend getestet? Problematisch ist auch, dass Samsung den Akku für das Note 7 von zwei verschiedenen Unternehmen herstellen lässt – und dass nun neue Akkus nicht in der benötigten Stückzahl zur Verfügung stehen. Das kann heißen: Während Apple seine neuen Top-Smartphones verkaufen kann, wird ein großer Teil des möglichen Geschäfts an Samsung vorbeigehen.

Der Technik-Michel meint:
Mitleid ist unangebracht. Samsung hat, wenn auch unbeabsichtigt, einen Fehler begangen und muss diesen nun ausbaden. Löblich: Kann nicht gleich ein Austauschgerät geschickt werden, bietet Samsung allen, die kein Ersatz-Smartphone haben, ein Leihgerät an. Und vielleicht lernen die Smartphone-Hersteller aus diesem Fall ja auch etwas für die Zukunft. Apropos Zukunft: Wie wäre es mal mit echten massentauglichen Innovationen bei den Akkus?

zum Thema "Technik - Michel"






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