Aus A+++ wird bald einfach A

Die Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments und des Rates haben sich auf ein überarbeitetes Energieeffizienzlabel geeinigt. Die Skala wird damit wieder übersichtlicher, aber nicht sofort.
Mit vielen Pluszeichen hinter dem A soll bald Schluss sein, das Energielabel soll wieder übersichtlicher werden. Grafik: Stromeffizienz.de/Wikipedia
 
von JOHANNES MICHEL

Sie kennen das, oder? Sie stehen in einem Elektronikmarkt und finden nur noch Produkte mit dem Energielabel A vor, meist ergänzt mit vielen Pluszeichen dahinter. Das soll nicht so bleiben. Nach dem Willen des Europäischen Parlaments und des Rats soll die derzeitige Skala von A+++ bis G durch eine klare und nutzerfreundlichere Skala von A bis G ersetzt werden. So werden die Energielabels für die Verbraucher besser verständlich und ermöglichen fundierte Kaufentscheidungen. Flankiert wird die Maßnahme durch die Einführung einer öffentlichen Datenbank, die die Bürgerinnen und Bürger beim Vergleich der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten nutzen können.

Wie Verbraucherumfragen gezeigt haben, achten rund 85 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Europa beim Kauf eines Produkts auf das Energieeffizienzlabel. Irreführend ist derzeit jedoch die Einordnung der effizientesten Produkte in die Klassen A+ bis A+++, da zwischen diesen Produkten erhebliche Unterschiede bei der Energieeffizienz bestehen können. Da die Informationen über den Energieverbrauch von Produkten und Geräten nun besser zugänglich sind, lassen sich die effizientesten Geräte zudem leichter ermitteln.

Der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der Europäischen Kommission, Maroš Šefcovic, erklärte dazu: „Der technische Fortschritt ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern in Europa, die modernsten Produkte auf dem Markt zu nutzen; es war daher höchste Zeit, auch unsere Kennzeichnungsskala an diese Fortschritte anzupassen. Die neuen Labels stärken die Stellung der Verbraucherinnen und Verbraucher, da sie die Energieeffizienz beim Kauf von Elektrogeräten nun besser vergleichen können.“ Miguel Arias Cañete, Kommissar für Klimapolitik und Energie, ergänzte: „Dies sind gute Neuigkeiten für die Verbraucherinnen und Verbraucher und die Unternehmen in Europa, aber auch für die Energiekosten und das Klima.

Die wichtigsten Änderungen sehen folgendermaßen aus:
Rückkehr zur klareren Skala von A bis G durch den Wegfall der unübersichtlichen Kennzeichnung mit A+ bis A+++ innerhalb einer vorgegebenen Frist, Einführung eines Produktregisters zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Marktüberwachung, Einführung einer öffentlichen Datenbank mit allen Energieeffizienzkennzeichen als wirksameres Instrument für die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Vergleich der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten sowie zukunftsorientierte Bestimmungen zu Software-Updates und intelligenten Geräten und ausdrückliches Verbot der Nutzung von Abschalteinrichtungen.

Nach der erzielten politischen Einigung muss der Text nun förmlich vom Europäischen Parlament und vom Rat gebilligt werden. Danach wird die überarbeitete Verordnung zur Energieverbrauchskennzeichnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Bis die neuen Labels auch auf den Geräten kleben, werden aber wohl gut zwei Jahre vergehen.

Mit Material der Europäischen Kommission, Presse 

zum Thema "Technik - Michel"



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