Allo: WhatsApp-Konkurrenz von Google

WhatsApp, der Facebook Messenger, Telegram und Threema sind aktuell die Marktführer bei den Messengern, zumindest in Deutschland. Google mischt nun auch mit. Was taugt der neue Messenger namens Allo?
Besonders jung und frisch soll der neue Messenger Google Allo rüberkommen. Bild: Google
 
von JOHANNES MICHEL

Immer wieder wird vor Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit dem Messenger WhatsApp gewarnt. Besonders nachdem Facebook, das den Messenger vor einiger Zeit aufkaufte, nun die Telefonnummer der Nutzer mit dem Facebook-Konto verknüpft, kam vermehrt Kritik auf. Wie sich das auf die Nutzerzahlen niederschlägt, ist nicht bekannt – WhatsApp ist und bleibt aber der Marktführer unter den Messengern. Dabei bietet WhatsApp viele Angriffsflächen, die Konkurrenz müsste es eigentlich leicht haben. Allem Anschein nach sind die meisten Nutzer aber zu faul, sich auf ein Konkurrenzprodukt einzulassen. Nun kommt Google um die Ecke und präsentiert mit Allo einen eigenen Messenger-Dienst. Der kann viel, macht vieles aber nicht besser.

Besonders „hip“ möchte Allo sein. Daher ist es nicht nur möglich, Text, Bilder und Videos zu verschicken, sondern auch animierte Gifs oder kleine Zeichnungen. Handschriftliche Botschaften im Messenger? Das gab’s bisher so nicht. Man könnte sagen: Allo vereint die Funktionen vieler Dienste wie WhatsApp oder Snapchat unter einem Dach, eine gute Idee. Hinzu kommt der Google Assistant, der bislang aber nur auf Englisch zur Verfügung steht. Hier kann der Nutzer mit einer künstlichen Intelligenz chatten, im Hintergrund läuft die Google-Suche. Die weiß etwa über den nächsten Pizzaservice in der Umgebung Bescheid, beantwortet Fragen zum Wetter und vieles mehr.

Wäre da nicht Google. Denn natürlich werden die Chats auf Servern von Google gespeichert und bleiben dort auch so lange liegen, bis sie vom Nutzer gelöscht werden. Und eine so genannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die sogar WhatsApp nach langem Zögern eingeführt hat, fehlt. Zu Wort gemeldet hat sich sogar der Whistleblower Edward Snowden, der eindringlich vor den Risiken des neuen Messengers warnt.

Der Technik-Michel meint:
Erste Tests zeigen: Allo ist ein richtig guter Messenger, wenn nur der Google-Hintergrund nicht wäre. Andererseits: Wer ein Android-Smartphone und damit die Google-Dienste bereits verwendet, gibt ohnehin täglich persönliche Daten wie Standort, eventuell E-Mails, Kontakte und mehr an Google weiter. So schlimm ist Allo aus dieser Perspektive dann auch wieder nicht. Dennoch: Es wäre zu begrüßen, wenn Google eine echte Verschlüsselung einführen und die Nutzungsbedingungen anpassen würde.

Ob Allo ein Erfolg wird? Sogar Google ist bereits mit der Facebook-Konkurrenz Google+ gescheitert. Mit dem Messenger könnte das nun auch wieder passieren – denn gegen WhatsApp anzukommen, wird schwer.

Download:
Allo für Android
Allo für iOS

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