Paris
Impfpflicht

Frankreich weitet Pflicht-Impfungen für Kinder auf 11 Krankheiten aus

Keuchhusten, Masern und Röteln - drei von insgesamt 11 Krankheiten, gegen die Kinder in Frankreich zukünftig binnen kürzester Zeit geimpft werden müssen.
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Kinder in Frankreich durchlaufen bis zu ihrem zweiten Lebensjahr in Zukunft einen wahren ”Impf-Marathon”. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Kinder in Frankreich durchlaufen bis zu ihrem zweiten Lebensjahr in Zukunft einen wahren ”Impf-Marathon”. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Frankreich hat mit dem Jahreswechsel die Impfpflicht für Kinder deutlich ausgeweitet. Vom 1. Januar an geborene Kinder müssen in den ersten zwei Lebensjahren gegen elf Krankheiten geimpft werden, darunter Keuchhusten, Masern, Röteln und Hepatitis B. Bislang waren nur drei Impfungen vorgeschrieben, nämlich gegen Diphtherie, Tetanus und Kinderlähmung. Die Ausweitung war im vergangenen Sommer angekündigt und Anfang Dezember vom Parlament beschlossen worden.


Eltern müssen Impfnachweise für Kinder vorlegen

Befürworter der Pflichtimpfungen verweisen etwa darauf, dass nur 78 Prozent der Zweijährigen in Frankreich gegen Masern geimpft seien - die Impfrate müsse aber bei 95 Prozent liegen, um Masern-Viren effektiv aufzuhalten. Impfgegner hatten die Entscheidung scharf kritisiert, sie fürchten Nebenwirkungen der Impfungen. Wenn Kinder in Frankreich in die Kita oder in die Schule kommen, müssen die Eltern Impfnachweise vorlegen. Die bislang vorgesehene Strafe für Verstöße gegen die Impfpflicht ist aber aus dem Gesetz gestrichen worden.


Deutschlands Impf-Politik nicht ganz so strikt

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, auch wenn sie von einigen Experten gefordert wird. Allerdings müssen Eltern, die ihre Kinder bei einer Kita anmelden, eine Impfberatung nachweisen. Tun sie das nicht, müssen die Kitas die Eltern beim Gesundheitsamt melden. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt für Kinder und Jugendliche Standardimpfungen gegen 14 Krankheiten.
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