Bamberg
Hausmittel gegen Erkältungen

Hausmittel: Was hilft gegen Halsschmerzen, Schnupfen und Reizhusten?

Was hilft gegen eine Erkältung oder bei Reizhusten? Sollte man sich gegen Grippe impfen lassen? Wir haben Tricks und Tipps für Sie zusammen gefasst.
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Erkältungen müssen nicht immer mit Medikamenten behandelt werden. Hausmittel sind eine Alternative. Foto: Christina Sabrowsky/dpa
Erkältungen müssen nicht immer mit Medikamenten behandelt werden. Hausmittel sind eine Alternative. Foto: Christina Sabrowsky/dpa
Halsschmerzen sind lästig, Schnupfen nervt ebenso. Jeder Erkältete hätte die Symptome gerne schnell wieder los. Wir zeigen einige Tipps, wie Sie fix wieder fit werden.


Woher kommen Halsschmerzen?

Es kratzt im Hals, das Schlucken fällt schwer, die Stimme ist heiser. Meist ist die Ursache für Halsschmerzen ein Virusinfekt, der in den häufigsten Fällen harmlos verläuft. Weniger häufig treten schwere Folgeerkrankungen wie Bronchitis, Rachenentzündung oder Lungenentzündung auf.

Doch auch eine Überbeanspruchung der Stimme durch Schreien, lautes Reden oder Singen kann zu Halsschmerzen führen. Schlimme Erkrankungen sind seltener. Eine Entzündung der Rachenschleimhaut heißt im Fachjargon auch Pharyngitis. Bei Schluckbeschwerden kann es sich auch um eine Angina tonsillaris, also eine Mandelentzündung handeln.


Was hilft gegen Halsschmerzen, Husten und Co.?

Apotheken haben ein großes Angebot für Erkältete. Allerdings gibt es auch einige Hausmittel, die das Wohlbefinden bei grippalen Infekten und Reizhusten lindern können:


Hausmittel 1: Heiße Milch mit Honig

"Bei trockenem Husten kann warme Milch mit Honig zwar reizlindernd wirken - weniger jedoch bei schleimproduzierendem Husten, da Milch selbst schleimproduzierend wirkt", sagt Ernährungswissenschaftlerin Anja Markant vom Fachbereich für Oecotrophologie an der Fachhochschule Münster. Auch mögliche antibakterielle und antivirale Wirkungen des Honigs seien nicht hinreichend belegt.



"Mit ein bis zwei Teelöffeln kann man zudem nicht viel von den positiven Wirkstoffen aufnehmen." Werde das Getränk über 40 Grad erhitzt, würden sie sogar abgebaut. Richtig sei aber, dass warme Getränke das Reizgefühl im Rachen lindern könnten.


Hausmittel 2: Ingwer

"Ingwer enthält ätherische Öle und sogenannte Scharfstoffe", sagt die Expertin. Letztere hätten etwa eine schmerzlindernde Wirkung. Zudem rege Ingwer die Durchblutung an - und sorge so auch für warme Hände und Füße."



Hausmittel 3: Warmes Bier

Zu viel Alkohol schwächt das Immunsystem und entzieht dem Körper Wasser. Mit einer Ausnahme: "Warmes Bier in kleinen Mengen scheint tatsächlich bei Erkältungen zu helfen", sagt Markant. "Bier enthält Hopfen, der sich durch ätherische Öle und Bitterstoffe auszeichnet." Die wirken ihr zufolge schlaffördernd - was ja bekanntlich die beste Medizin ist. Leicht erwärmt werde der Effekt verstärkt.


Hausmittel 4: Hühnersuppe

Zwar kann ihr Dampf die Schleimhäute befeuchten und die Hitze Viren töten. Dass Zink im Hühnerfleisch das Immunsystem stärkt, ist Expertin Markant zufolge aber nicht belegt - ebenso wenig wie die Wirkung der darin enthaltenen Aminosäure, die das Heranreifen weißer Blutkörperchen unterstützt und das Immunsystem stärken soll.


Hausmittel 5: Schwitzen

Ob ein Saunagang während oder bei einer sich anbahnenden Erkältung sinnvoll ist - daran scheiden sich die Geister. Auch Mediziner haben keinen klaren Rat: "Das muss jeder für sich wissen", sagt Stefan Wilm, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni-Klinik Düsseldorf. Generell könnten aber zumindest regelmäßige Saunagänge die Häufigkeit von grippalen Infekten vermindern.


Tipps unserer Facebook-Fans

Auch unsere Facebook-Fans haben einige Tricks, wie sie Halsschmerzen, Schnupfen, Husten und Fieber schnell wieder losbekommen:


Hausmittel: Vitamin-Trunk mit Rum

Heidi J. empfiehlt ein spezielles Getränk bei Erkältung: "1 Zitrone, 1 Orange, 1/2 Grapefruit auspressen. Eine große Tasse schwarzen Tee kochen. 1 Esslöffel Honig rein, ein doppelstöckiger Rum, dann den Fruchtsaft dazugeben. Heiß trinken und danach sofort ins Bett!"


Hausmittel: Manuka-Honig

Sigrid A. schwört auf Manuka-Honig. Jeden Morgen nimmt sie einen Löffel auf nüchternen Magen. "Bin bis jetzt fit", schreibt sie.


Hausmittel: Zwiebel

Ein bisschen Überwindung kostet der Trick von Thomas R.. Er übergießt Zwiebelwürfel mit Honig oder Zucker und löffelt den Saft.



Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Halsschmerzen:


Wie entstehen Halsschmerzen?

Der Hals hat im Körper eine wichtige Funktion: Er ist eine Art erste Abwehrstation für Eindringlinge, die mit der Luft eingeatmet werden. Manchmal hat man aber doch Pech, und die Abwehr versagt. "Man muss sich den Hals wie eine Burg vorstellen: Je nachdem, wie viele Angreifer es gibt, wie stark sie sind und wie schwach der Körper ist, desto größer ist das Risiko, doch eine Entzündung zu bekommen", erklärt Matthias Lohaus, Landesvorsitzender des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte in Berlin. Meist sei die Ursache für Halsschmerzen ein Virusinfekt. Die Rachenschleimhaut ist gereizt, kann sich entzünden oder auch anschwellen. Der Infekt verläuft in den häufigsten Fällen harmlos.


Tipps bei Halsschmerzen: Was hilft gegen Halsschmerzen?

Kratzt es im Hals, sollte man nicht lange abwarten, sondern bald handeln. "Je früher man etwas macht, desto mehr Chancen hat man, dass es nicht viel schlimmer wird", sagt Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesapothekerkammer in Berlin. Wichtig sei vor allem, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken. "Man sollte sich also schonen, ausruhen und Stress reduzieren", rät Sellerberg. "Das heißt aber nicht, dass man sich krankschreiben lassen muss." Stattdessen sollte man auf das Rockkonzert am Abend oder die anstrengende Sportstunde verzichten und zu Hause bleiben.

Viel trinken ist ein weiterer wichtiger Schritt. "So können Keime weggespült und die Keimzahl im Rachen reduziert werden", erklärt Lohaus. Vor allem aber hilft Flüssigkeit den Schleimhäuten. "Der Schleim enthält verschiedene Stoffe, die Keime und Viren abwehren können", sagt der HNO-Arzt. Seien die Schleimhäute zu trocken, seien sie anfälliger für Keime. Gut sei daher auch, Bonbons zu lutschen. "Das ist angenehm und fördert die Speichelproduktion." Neben Tee und Wasser empfiehlt Apothekerin Sellerberg Getränke mit Schleimstoffen, wie Eibisch oder Isländisches Moos. Trotzdem können sich die Beschwerden natürlich verschlimmern. "Es gibt viele rezeptfreie Medikamente, die im Hals örtlich betäuben, schmerzlindernd sind und teilweise entzündungshemmend wirken", sagt Sellerberg.


Gurgeln besser wirksam als Lutschtabletten

Lutschtabletten sind eine Möglichkeit, eine andere Variante sind Sprays und Gurgellösungen. "Während Lutschtabletten praktischer sind, zum Beispiel für den Gebrauch im Büro, kommen Sprays und Gurgellösungen weiter in den Rachen", sagt Lohaus. "Dadurch sind sie auch besser wirksam als Lutschtabletten."

Manchmal hilft das alles aber nichts. "Wer sehr hohes Fieber oder starke Schmerzen hat, sollte einen Arzt aufsuchen", sagt Peter Walger, Experte für Infektionskrankheiten des Berufsverbands Deutscher Internisten in Wiesbaden. Der könne dann prüfen, ob es sich zum Beispiel um eine bakterielle Mandelentzündung handelt. "Die kann man nicht selber behandeln, stattdessen muss man Antibiotika nehmen." Bakterielle Infekte seien bei Halsschmerzen allerdings seltener, beruhigt der Mediziner. "Meist ist ein banaler Infekt im Rahmen einer Erkältung die Ursache." Dann könnten Hausmittel gut weiterhelfen.


Wann ist ein Arztbesuch bei Halsschmerzen ratsam?

Halten die Beschwerden länger als drei, vier Tage an oder werden sie sogar schlechter, sollte man zum Arzt gehen. Das gilt von vornherein, wenn die Schmerzen sehr stark sind, der Allgemeinzustand schlecht ist oder der Betroffene Fieber hat. Auch ein stark geröteter Rachen, geschwollene Gaumenmandeln, Schluckbeschwerden und geschwollene Lymphknoten sollten Hornberger zufolge vom Arzt untersucht werden. Auch Fieber sollte ernst genommen werden.


Was essen bei Halsschmerzen?

Wer ein Kratzen im Hals spürt, klagt meist auch über Schmerzen beim Schlucken. Deshalb stellt sich dann auf die Frage, welche Nahrung empfehlenswert ist und auf was dabei geachtet werden sollte. Generell gilt: Besser kleine Bissen, als große. Auch eignen sich eher weiche oder breiige Speisen bei Halsschmerzen. Suppen sollten jedoch nicht allzu heiß verspeist werden, um den Hals nicht zusätzlich zu reizen. Auch beim Würzen sollte man sich deshalb zurückhalten.


Was tun bei Halsschmerzen in der Schwangerschaft?

Bei Halsschmerzen kaufen sich viele Menschen Halstabletten aus der Apotheke, die rezeptfrei zu bekommen sind. In der Schwangerschaft sollte man vorsichtiger sein, denn nicht alle Mittel sind für Frauen, die ein Kind erwarten, empfohlen. Am besten sollten schwangere Frauen mit ihrem Arzt und dem Apotheker sprechen, welche Tabletten für sie geeignet sind.


Warum sind Halsschmerzen in der Nacht viel schlimmer als am Tag?

Oft berichten Menschen mit Halsschmerzen, dass ihre Beschwerden in der Nacht schlimmer sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass sich der Körper nachts, wenn er zur Ruhe kommt, unbewusst auf die Schmerzen konzentriert. Wer wegen der Halsschmerzen nicht schlafen kann, sollte zu Lutschtabletten aus der Apotheke oder Hausmitteln greifen. Sollten die Schmerzen nicht nachlassen, wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.


Nach wie viel Tagen sollten Halsschmerzen abklingen?

Die Dauer der Halsschmerzen hängt von der jeweiligen Ursache ab. Bei einer Erkältung sollten sich die Schluckbeschwerden innerhalb weniger Tage besser. Sollten die Beschwerden mehr als ein oder zwei Wochen anhalten ohne das eine Besserung eintritt, sollte ein Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt konsultiert werden.



Doch was sind die typischen Beschwerden von häufigen Erkrankungen, die mit Halsschmerzen einhergehen?

Meist beginnt eine Erkältung mit Halsschmerzen. Das kann ein trockenes Gefühl im Hals sein, eine belegte Stimme, Schluckbeschwerden, ein Kratzen im Hals oder Heiserkeit. Sind die Lymphknoten am Hals geschwollen und die Mandeln im Rachen eitrig, könnte es sich auch um eine Mandelentzündung handeln.


Grippaler Infekt oder Grippe: Was ist der Unterschied?

Der Herbst ist da und viele klagen über Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Oft heißt es dann: "Ich habe eine Grippe." Doch meist steckt hinter diesen Erkältungssymptomen nicht die "echte" Grippe sondern nur ein grippaler Infekt, der auch als Erkältung bekannt ist.


Symptome

Erkältungen weisen häufig ähnliche Symptome wie eine Grippe auf, werden jedoch durch andere Erreger ausgelöst und sind im Verlauf nicht so schwer.

Die Grippe ist eine Infektionskrankheit der Atemwege. Auslöser ist eine bestimmte Art der Influenza-Viren, die meist durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen wird. Eine Erkältung dagegen kann von unterschiedlichen Viren ausgelöst werden, wie zum Beispiel Rhinoviren oder Respiratory-Syncytial-Viren. Bei Grippe und Erkältung gibt es eine Ansteckungsgefahr.


Dauer

Auch die Dauer der Krankheit kann bei der Unterscheidung helfen. Eine Grippe dauert in der Regel länger als ein grippaler Infekt und kommt meist plötzlich. Mit einem Mal leidet der Erkrankte unter Gliederschmerzen, Fieber und Kopfschmerzen. Er füllt sich sehr schlapp und hat möglicherweise trockenen Husten. Auch Magen- und Darmbeschwerden können möglich sein. Der grippale Infekt macht sich eher schleichend bemerkbar. Meist beginnt er mit Halsschmerzen oder Heiserkeit. Innerhalb weniger Tage folgen dann Schnupfen und Husten. Fieber ist bei einer Erkältung eher selten.


Häufigkeit und Komplikationen

Eine Erkältung ist wesentlich häufiger als eine Grippe. Bis zu vier Mal im Jahr schlagen sich viele Menschen mit Halsschmerzen, geschwollener Nasenschleimhaut und Reizhusten herum. Die Symptome sind unangenehm, aber meist harmlos. Dennoch ist es möglich, dass die Erkältung verschleppt wird: Zu der virusbedingten Erkältung kann zusätzlich zu einer bakteriellen Zweitinfektion kommen. Darunter versteht man zum Beispiel eine Bronchitis oder eine Nebenhöhlenentzündung. Bessert sich also eine Erkältung nach einer Woche nicht, sollte der Erkrankte einen Arzt aufsuchen.

Eine Grippe kann gefährlich verlaufen. Herzmuskel- und Lungenentzündung können die Folge sein. Für ältere Menschen, chronisch Erkrankte und Säuglinge kann die Grippe tödlich enden.


Ist es ratsam, sich gegen Grippe impfen zu lassen?

Die Ständige Impfkommission empfiehlt Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken, Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen sowie medizinischem Personal, sich gegen die saisonale Grippe impfen zu lassen. Optimal ist Experten zufolge die Impfung im Oktober und November, aber auch später kann man sie meist noch nachholen. Nach etwa 14 Tage greift der Impfschutz.

Dennoch sind die Deutschen zurückhaltend, wenn es um die Impfung gegen Grippe geht. Die Über-60-Jährigen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts etwa zu 50 Prozent geimpft, bei den Jüngeren aus Risikogruppen ist es nur noch jeder Vierte.

Wer sich impfen lässt, ist aber nicht vor einer Erkältung geschützt. Denn diese bezieht sich nur auf die saisonale Grippe. Die Impfung muss jährlich im Herbst aufgefrischt werden, um sich gegen die Grippewelle im Winter zu schützen, denn die Viren können sich verändern. Die Impfung beinhaltet drei bis vier Grippevirusvarianten, von denen davon ausgegangen wird, dass sie sich am häufigsten verbreiten werden.

Die Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Wer sich ansteckt, bevor der Impfschutz im Körper ausgebildet ist, kann also erkranken. Es kann sein, dass diese Voraussage nicht zu hundert Prozent zutrifft. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ihre Versicherten, für die die Impfung empfohlen ist.

mit Material der DPA
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