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Die 10 Top Sehenswürdigkeiten in Nürnberg

Lorenzkirche, Kaiserburg und Christkindlesmarkt: Diese zehn Ausflugsziele sollte man unbedingt besuchen, wenn man in Nürnberg ist.
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Die Kaiserburg ist nicht nur einen kurzen Besuch wert. In den alten Stallungen kann man mittlerweile nämlich auch in einer der modernsten Jugendherbergen Deutschlands übernachten. Foto:  imago/Hubert Jelinek
Die Kaiserburg ist nicht nur einen kurzen Besuch wert. In den alten Stallungen kann man mittlerweile nämlich auch in einer der modernsten Jugendherbergen Deutschlands übernachten. Foto: imago/Hubert Jelinek
Nürnberg, oder auf fränkisch auch "Närrnberch" genannt, ist eine kreisfreie Großstadt im Regierungsbezirk Mittelfranken. Mit rund 500.000 Einwohnern ist sie nach München die zweitgrößte Stadt Bayerns. Die Pegnitz durchfließt das Stadtgebiet auf einer Länge von rund 14 Kilometern, was das grüne Stadtbild sehr gut abrundet, denn in Nürnberg wird viel Wert auf öffentliche Parkanlagen und Grünflächen gelegt. Allgemein hat es sich die Stadt zur Aufgabe gemacht, auf Nachhaltigkeit zu achten und ihren Teil dazu beizutragen, dass die Natur gut gepflegt und zu erhalten wird.

Nürnberg ist eine Mischung aus lebendiger Vergangenheit und moderner Gegenwart. So sind zum Beispiel in der Innenstadt noch viele historische Gebäude vorzufinden. Außerhalb dieser wiederum haben sich über die Jahre hinweg viele neue Wohnviertel gebildet. Aber Nürnberg lockt die Besucher nicht nur mit geschichtlichem Wert und schöner Architektur: Für kulturell interessierte Menschen hat die Stadt ebenfalls sehr viel zu bieten. Durch die kurzen Wege schafft man es vor allem, schnell von A nach B zu kommen, ohne dabei viel Zeit zu verlieren.



Die 10 wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nürnberg


1. Lorenzkirche
Die Lorenzkirche hat ihren Namen dem Heiligen Laurentius zu verdanken. Dieser verstarb als christlicher Märtyrer kurz nach Christi in Rom und gilt nun als Schutzpatron der Kirche. Die dreischiffige, gotische Kirche ist in jedem Fall einen Besuch wert, allein schon wegen der aufwendigen und wunderschönen Architektur. Ursprünglich hat man das Gebäude von 1250 bis 1477 errichtet. Allerdings wurde die Kirche während des zweiten Weltkrieges sehr stark durch Luftangriffe zerstört, sodass ein großer Teil wieder neu errichtet werden musste.

In der Lorenzkirche kann man Kunstwerke bestaunen wie beispielsweise das Sakramentshäuschen und ein Sandsteintabernakel von Adam Kraft. Außerdem den Englischen Gruß im Rosenkranz von Anton Tucher. Aber auch die 16 Glocken der Kirche bieten eine Attraktion für die Besucher. Sie sind das zweit-glockenreichste Geläute der deutschen evangelischen Kirche. Erreichen kann man die Kirche ganz leicht und bequem, da die U-Bahnlinie "U1" direkt an der Haltestelle "Lorenzkirche" hält.

2. Kaiserburg
Zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches repräsentierte die Kaiserburg Macht und Prestige - heute gilt sie als das Wahrzeichen von Nürnberg. Obwohl sie nach dem Zweiten Weltkrieg fast komplett in Trümmern lag, wurde sie wieder aufgebaut und erstrahlt heute schöner denn je. Für jeden, der sich für die Geschichte der Burg interessiert, hat die Kaiserburg das ideale Angebot. Man kann dort unter anderem die spannende Dauerausstellung "Kaiser - Reich - Stadt. Die Kaiserburg Nürnberg" besuchen. Diese hält für den Besucher wertvolle Leihgaben bereit, die von geschichtlichem Wert sind, aber auch eindrückliche Inszenierungen aus der damaligen Zeit. Des Weiteren ist es ebenfalls möglich, einen Rundgang durch den ehemaligen Palast zu machen.

Neben der Burg an sich gibt es auch noch den bezaubernden zugehörigen Burggarten, ein Rosenquartier und den Maria Sibylla Merian-Garten. Letzterer wurde nach der berühmten Künstlerin benannt und ist ausschließlich mit Pflanzen ausgestattet, die in ihren Büchern und Zeichnungen vorkamen oder daran angelehnt waren.

Ganz besonders spannend und auch aufregend sind die Kaiserstallungen. Warum? - Weil sich darin mittlerweile eine der größten und modernsten Jugendherbergen Deutschlands befindet. Einmal auf einer Burg schlafen - das lassen sich bestimmt viele nicht zweimal sagen.



3. Ehemaliges Reichsparteitagsgelände
16,5 km² Fläche: Das ist die Anzahl an Kilometern, über die sich das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg erstreckt. Hier fanden von 1933 bis 1938 die Reichsparteitage der NSDAP unter der Leitung von Adolf Hitler statt, der auch dafür verantwortlich war, dass das Gelände solche großen Ausmaße angenommen hat.

Auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände gibt es ein Dokumentationszentrum, das für jeden Interessierten ein passendes Angebot parat hat. So kann man an Führungen teilnehmen, Ausstellungen und Vorträge besuchen oder sich bei Gelegenheit in eine dort stattfindende Lesung setzen. Da das Dokumentationszentrum sowohl per Straßenbahn, als auch mit dem Bus oder der S-Bahn zu erreichen ist, eignet es sich ideal als Ausflugsziel, das man ohne viel Aufwand besuchen kann.

Neben der Luitpoldarena, der Luitpold- und Kongresshalle, ist auch die "Große Straße" auf dem Gelände vorzufinden. Spannend hierbei: Die Straße ist auf die Kaiserburg ausgerichtet und sollte damit eine Verbindung zwischen dem Heiligen Römischen Reich und den Reichstagen der NSDAP herstellen. Ebenfalls interessant ist, dass ein geplantes Stadion vor dem Krieg nicht mehr fertiggestellt werden konnte und die Baugrube nun vielen auch unter dem Namen "Silbersee" bekannt ist. In dem See kann man zwar nicht schwimmen, da das Gewässer stark toxisch belastet ist, allerdings kann man auf dem Gelände rund um den Silbersee wunderbar spazieren gehen.

4. Tiergarten Nürnberg
Der Tiergarten Nürnberg ist ein 65 Hektar großer Landschaftszoo am Rande der Stadt. Er befindet sich seit 1939 im Lorenzer Reichswald am Schmausenbuck. Hier werden rund 290 Tierarten gehalten, darunter auch viele gefährdete Tiere.

"Jeder Ausblick anders" - mit diesem Motto wirbt der Tiergarten. Damit dem Besucher auch wirklich "bei jedem Blick" etwas Besonderes geboten wird, nennt der Tiergarten eine weitläufige Waldparkanlage, idyllische Weiherlandschaften und beeindruckende Felsformationen sein Eigen. Hier finden die vielen Tiere ihren Lebensraum. Ein weiteres Highlight ist die Parkeisenbahn, mit der man sich gemütlich innerhalb des Parks umher fahren lassen kann. Der Tiergarten hat für seine Gäste sagenhafte 365 Tage im Jahr geöffnet, in der Regel von 09.00 bis 18.00 Uhr. Um zum Tiergarten Nürnberg zu gelangen, kann man in die Straßenbahnlinie 5 steigen und bis zur östlichen Endstation fahren. Besucher, die nicht mit dem Auto angereist sind, haben somit keine großen Umstände, um dieses Ausflugsziel zu erreichen.

5. Altstadt - Historische Meile
Die Altstadt Nürnbergs blieb während des Krieges größtenteils erhalten und stellt seitdem eine große und weltweit bekannte Touristenattraktion dar. Damit so viele Stadtbesucher wie möglich etwas über die Sehenswürdigkeit erfahren können, ohne dabei unbedingt eine angeleitete Stadtführung machen zu müssen, wurde im Jahr 2000 die Historische Meile eingeführt. Carlo Jahn, ein Historiker, übernahm die Redaktion und Gestaltung der Historischen Meile, welche im Endeffekt nichts anderes als ein touristischer Rundgang mit wegeweisendem Schildersystem ist. Dieser Rundgang bietet eine gute Möglichkeit, um die historische und kunsthistorische Vergangenheit Nürnbergs auf eigene Faust zu entdecken, kennenzulernen und zu bestaunen.

6. Christkindlesmarkt
"Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum..." - jedes Jahr zur Adventszeit eröffnet der Nürnberger Christkindlesmarkt. Genau genommen öffnet "das Städtlein aus Holz und Tuch" immer am Freitag vor dem ersten Advent seine Pforten und schließt sie wieder am 24. Dezember. In der Regel kommen pro Jahr im Schnitt um die 2 Millionen Besucher auf den Christkindlesmarkt, was ihn zu einem der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands macht und vor allem auch zu einem der bekanntesten der Welt.

Das ganze feierliche Spektakel findet in der Nürnberger Altstadt auf dem Hauptmarkt und den angrenzenden Plätzen statt. Zur Eröffnung trägt das Christkind einen Prolog vor und wird hierbei von Bläsern der Stadt Nürnberg und verschiedenen Chören musikalisch unterstützt. Ab dann heißt es für ein paar Wochen nichts anderes als: Nürnberger Lebkuchen, Früchtebrot, Nürnberger Rostbratwürstchen, Glühwein und natürlich Christbaumschmuck in Form von rauschgoldenen Engeln. Kein Wunder also, dass bei so viel angebotenem Programm die Menschen in Scharen anreisen.

7. Germanisches Nationalmuseum und Straße der Menschenrechte
Mit über einer Millionen Objekten, von denen 20.000 in den Ausstellungsräumen stehen, ist das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg das weltweit größte Museum deutscher Kunst und Kultur. Es ist sowohl ein Forschungs- als auch Besuchermuseum von internationalem Rang. Kulturgeschichte wird hier für jeden allgemeinverständlich und lebendig dargestellt.

Aber nicht nur das Museum selbst ist eine Attraktion, sondern auch der Weg bis zum Eingang, welcher "Straße der Menschenrechte" genannt wird. Dieser Weg wird am Anfang gesäumt von einer großen Steinwand mit drei Torbögen. Darauf folgen 27 Betonsäulen, auf denen jeweils ein Artikel der Menschenrechtserklärung aus dem Jahre 1948 steht. Verantwortlich für dieses Kunstwerk und die Gedenkstätte ist der israelische Künstler Dani Karavan. Er will damit den Sieg über den Nazismus ausdrücken und den Betrachter zum Innehalten und Nachdenken anregen.

8. Ehekarussell
Manche Stimmen sagen, dass der Hans-Sachs-Brunnen, auch Ehekarussel oder Ehebrunnen genannt, zu vulgär sei. Aber mittlerweile ist der großflächige Architekturbrunnen im Zentrum Nürnbergs auch nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken.
Der Bildhauer Jürgen Weber hat den Brunnen gestaltet und 1984 erbauen lassen. Anlass hierfür war ein kreisrunder U-Bahn-Entlüftungsschacht, der sich in der Mitte des Brunnens verbirgt.

Seine Skulpturen sind angelehnt an das Gedicht "Das bittersüße ehlich Leben" von Hans Sachs. Sie zeigen mehrere Figuren, die stark entblößt sind und unter anderem gewalttätig sowie erotisch miteinander agieren.Nicht nur seine Darstellung, auch erhebliche Budgetüberschreitungen sorgten bei den Bürgern für Unmut. Dennoch ist der Brunnen auf jeden Fall ein echter Hingucker in Mitten der Innenstadt, beispielsweise auch wegen dem schön gearbeiteten weißen und farbigen Marmor, sowie der Bronzefiguren, die zum Teil feuervergoldet sind. Diese Sehenswürdigkeit lässt sich ideal mit einem Shoppingtrip verbinden oder mit einem gemütlichen Besuch im Café.

9. Henkersteg und Weinstadel
Ein wunderschöner langer Steg aus Holz über die Pegnitz, der den Trödelmarkt mit St. Lorenz verbindet - das ist der Henkersteg. Er beginnt am Henkerturm, wo auch noch das alte "Henkerhaus" steht, in dem früher der Henker und sein Gehilfe gelebt haben. Alle, die es interessiert, finden hier eine Ausstellung zur Nürnberger Rechtsgeschichte vor. Neben dem sogenannten Henkerhaus steht auch der mit 48 Metern Länge größte Fachwerkbau in Deutschland. Dieses Haus war früher das Lepraspital, heute ist es Besuchern aber gängiger als Weinstadel, in dem Wein gelagert wird. Das Weinstadel gehört zu den wichtigsten Baudenkmälern der Nürnberger Altstadt und kann auch im Rahmen der Historischen Meile besucht werden.

10. Handwerkerhof
Der Handwerkerhof wurde 1971 zum 500. Geburtstag Albrecht Dürers gegründet. Er liegt im Schutz der Stadtmauer und war aus historischer Sicht mal der ehemalige Waffenhof. Zu dieser Sehenswürdigkeit haben es die Besucher wahrhaftig nicht weit, denn der Altstadteingang "Königstor" liegt direkt am Fußweg vom Nürnberger Hauptbahnhof hin zu den traditionellen Zielen für Touristen in Nürnberg. Kleine Fachwerkhäuser und enge Gässchen machen einen großen Teil des Charmes des Handwerkerhofes aus, denn man taucht förmlich in eine andere Welt ein. Aber ganz besonders an dem Hof ist die Tatsache, dass man den Handwerkern direkt bei ihrer Arbeit über die Schulter gucken kann. Ob Ledermacher, Puppenmacher oder Goldschmied: die traditionelle Handwerkskunst erwacht hier wieder zum Leben. Außerdem gibt es zahlreiche urige Wirtschaften oder auch Ausstellungen wie zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit die Krippenausstellung. Der Handwerkerhof ist wirklich ein absolutes Muss, wenn man in Nürnberg ist und die Stadt erkunden möchte.
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