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Merkel verspricht CSU Betreuungsgeld

Ungeachtet des anhaltenden Widerstands in ihrer CDU hat Bundeskanzlerin Angela Merkel der CSU die Einführung des umstrittenen Betreuungsgeldes versprochen. Mit diesem Versuch eines Machtworts in einem Interview wurde der Streit in der Koalition am Dienstag allerdings nicht beigelegt.
Betreuung zuhause: Eine Mutter kocht und hält dabei ihr Kleinkind auf dem Arm. Foto: Jan Woitas
 

Im Gegenteil heizte der als Lösungsversuch verstandene Vorstoß von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU), auch die Renten vieler Eltern zu verbessern, die Stimmung weiter auf. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle warnte die Union: «Es geht nicht alles.» Die FDP will sich an den Koalitionsbeschluss zum Betreuungsgeld halten, lehnt den Rentenvorschlag aber ab.

Zu Kauders Vorschlag äußerte sich Merkel nicht. Die Bundeskanzlerin sagte dem Bielefelder «Westfalen-Blatt» (Dienstag): «Das Betreuungsgeld wird im Sommer 2013 kommen.» Die Äußerung kann als Machtwort verstanden werden: In der vorigen Woche hatte Merkel CDU-intern noch zurückhaltender an entsprechende Parteitagsbeschlüsse erinnert und der «Rheinischen Post» gesagt, dass sie das Betreuungsgeld unverändert für vernünftig halte.

Diese Leistung ist zur Unterstützung für Eltern gedacht, die ihre kleinen Kinder zu Hause betreuen, statt sie in eine Kita zu schicken. Kritiker befürchten, gerade sogenannte bildungsferne Eltern könnten dazu verleitet werden, ihre Kleinkinder zu Hause zu lassen, um die neue Staatsleistung zu erhalten.

Merkel muss zur Realisierung auch noch eine Reihe kritischer CDU-Bundestagsabgeordneter überzeugen. Denn sonst ist die Mehrheit im Parlament für diese Pläne ungewiss. Die Kosten für das Betreuungsgeld sollen sich auf rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr belaufen.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sprach von einem «bildungspolitisch katastrophal falschen Betreuungsgeld».

Merkel warnte davor, Eltern unter einen Generalverdacht zu stellen. «Die allermeisten Eltern, unabhängig vom Einkommen, entscheiden verantwortungsbewusst, was für ihre Kinder richtig und wichtig ist.»

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt sagte, das Betreuungsgeld sei Teil einer modernen Familienpolitik und eine Anerkennung für Erziehung, die nicht ausschließlich in Kitas geleistet werde.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Peter Altmaier (CDU), sagte, bis zur Sommerpause werde zum Betreuungsgeld Klarheit herrschen. Er sieht hier keine Gefahr für die schwarz-gelbe Koalition. «Ich bin überzeugt, dass die Koalition hält, und zwar bis zum Ende der Wahlperiode, und alle anderen Spekulationen gegenstandslos sind.»

Zu Kauders Vorschlag, zusätzlich die Renten auch derjenigen Eltern zu verbessern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, sagte Altmaier, dies sei ein alter Parteitagsbeschluss der CDU. Irgendwann müssten Parteitagsbeschlüsse auch umgesetzt werden. Altmaier hofft auf eine Beruhigung der Debatte: «Wir haben in den letzten Tagen gespürt, dass es den Wunsch in der Fraktion gibt nach Geschlossenheit vor allen Dingen auch jetzt vor den wichtigen Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen.»

Die Kosten zum Kauder-Vorschlag werden von Haushaltsexperten auf 200 Millionen Euro im ersten Jahr und bis zu sieben Milliarden Euro jährlich ab 2030 geschätzt. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte der «Frankfurter Rundschau» (Dienstag), dies sei nicht finanzierbar.

Die Vorsitzende der CDU-Frauen-Union, Maria Böhmer, verteidigte den Kauder-Vorstoß - den die Frauen-Union im vorigen Jahr selbst machte. «Diejenigen, die keine Chance auf Kinderbetreuung hatten, keine Chance auf Teilzeit, keine Chance, dass es Elternzeit gab - diese Frauen gilt es jetzt besserzustellen», sagte Böhmer der ARD.

Kommentare

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  • community  gullymax Diesen Post kommentierenkommentieren

    Es geht um die Herdprämie hier!Naja, Mutti muß die Herdprämie vor den beiden Länderwahlen versprechen. Nach NRW und SH platzt die Koalition sowieso, auch wenn das dem RBB nicht passen mag! grinsen

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Lieber Companion nach Ihrer Argumentation müsstegerechterweise niemand eine Rente erhalten.
    Denn ein schwerstbehindert Geborener kann von Natur aus nicht arbeiten. Er bekommt damit keinen Lohn und erhält dementsprechend auch keine Rente. Somit ist er auch doppelt bestraft obwohl er für seine Lage wirklich überhaupt nichts kann.
    Viele Paare sind zudem nicht ungewollt kinderlos, sondern entscheiden sich bewußt für ein Leben ohne Kinder.
    Es wird höchste Zeit, dass Familien stärker gefördert werden. Und ich bin mir sicher, dass dies in den nächsten Jahren - beschleunigt durch den demographischen Wandel - noch weiter geschehen wird. Kinderlose werden viel mehr für ihr Alter aufwenden müssen.

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  • community  Companion Diesen Post kommentierenkommentieren

    Hallo.....erstmal nachdenken werter RBB, bevor kommentiert wird.
    Es wäre tatsächlich ungerecht, wenn Erziehungszeiten in Rentenleistungen einfließen würden, denn damit benachteiligt mal all die, die Kinder gewollt, aber leider keine bekommen konnten, somit würden sie zum zweiten Mal benachteiligt - von der Natur und vom Gesetzgeber!

    Außerdem bekamen und bekommen all die, die erzieherische Leistungen erbracht haben dafür ja Kindergeld, resp. Kinder- und Ausbildungsfreibeträge für ihre Kinder über all die Jahre bis sie selber berufstätig werden könn(t)en.. Sie bekommen zudem ein Einkommensteuersplitting - je nachdem wieviele Kinder sie haben, und haben auch damit Steuervorteile - also, was noch? Oder soll die Sozialgemeinschaft die Kinder bezahlen bis sie auf eigenen Füßen stehen? Ich gehe mal davon aus, das man Eltern wird weil man Kinder/Nachwuchs möchte, und nicht, um alles vom Staat resp. Steuerzahler rauszuholen was nur geht?!

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Die Kinderlosen werden nicht bestraft, sondern sieerhalten keine Erziehungsleistung für die Rente aus Steuergeldern, weil sie diesbezüglich nichts geleistet haben.

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Erziehungsleistungen müssen auch in den Renten einfließen!Dies ist ein Gebot der Gerechtigkeit.

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  • community  Roth Diesen Post kommentierenkommentieren

    solche Themen gehen den Mann ...... gar nichts an. Er soll sich darum kümmern, dass seine Arbeitggeber ihren Mitarbeitern wieder ordenliche Löhne zahlen und dass die Zeitarbeit abgeschafft wird.

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