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Rechner vergisst deutsche Web-Adressen

Weil in der zentralen Verwaltungsstelle Denic wichtige Server ausfielen, waren am Mittwoch tausende deutsche Seiten nicht erreichbar.
Die Denic ist eine Art Telefonbuch und Koordinierungsstelle des Internets. Am Mittwoch fielen dort wichtige Rechner aus und blockierten Internetseiten. Screenshot: pb
 

"Kommunikation ist ein Hauptanliegen der Denic." Das war aber zumindest am Mittwoch nicht mehr als ein hehres Versprechen. Denn der Ausfall zentraler Server bei der Verwaltungsstelle der Namensadressen war dafür verantwortlich, dass viele deutsche Internetseiten nicht erreichbar waren.

Normalerweise kümmern sich Datenbanken darum, dass Anfragen beantwortet und die gesuchte Seite dargestellt wird. Wer also beispielsweise infranken.de in sein Programm eingibt, wird über die Namenserver der Denic an eine aus Zahlen bestehende Adresse geleitet und die gesuchte Seite erscheint auf dem Bildschirm. Am Mittwoch allerdings verweigerten die Großrechner ihren Dienst, leiteten die Anfragen nicht weiter, sondern signalisierten, dass die gewünschte Seite gar nicht existiere, so Spiegel Online.

 

Das Problem trat gegen 13.30 Uhr auf und wurde anderthalb Stunden später behoben, so ein Sprecherin der Denic. Die Gründe waren zunächst unbekannt.

 

Die DNS-Server haben offenbar Anfragen von Nutzern gar nicht oder falsch beantwortet, wie Johannes Endres von der Computer-Zeitschrift "c't" erklärte. Damit war es nicht möglich, die Websites zu erreichen.

Die Panne hat auch den E-Mail-Verkehr beeinträchtigt. Endres geht davon aus, "dass E-Mails ohne Fehlermeldung verloren gegangen sind". Die Mails von Adressen mit .de-Endung seien zum Teil als Spam markiert worden, weil der Eingangsserver den Absender nicht erkannte, sagte Endres. "Die Spam-Filter prüfen, ob es den Absender gibt." Ist dieser nicht zu identifizieren, wird die E-Mail aussortiert.

Die Telekom als einer der großen Anbieter bestätigte das auf Anfrage der dpa, nannte aber zunächst keine weiteren Details über den Umfang der Probleme. Der Dienstleister 1&1, der auch die beliebten Mail- Anbieter Web.de und GMX betreibt, äußerte sich vorerst nicht.

 

Um einen Ausfall mit diesem Ausmaß zu verhindern, sind sechs Server im Einsatz. Fällt einer aus, übernehmen die anderen seinen Dienst. Doch in diesem Fall war, so der Internetdienst Heise, der Ausfall deshalb so gravierend, weil der defekte Server nicht einfach schlief. Er lieferte die Fehlermeldung, dass die Seite nicht existiere und leitete die Anfrage nicht an die anderen Server weiter. Manche Seiten waren zwar dennoch erreichbar, aber nur, weil sie zwischengespeichert und deshalb erreichbar waren. Der Domainanbieter Domainfactory aus Ismaning bei München berichtete sogar von einem Komplettausfall aller Denic-Server.

Anwender dürften sich auch über verschwundene oder nicht zustellbare E-Mails mit der Endung .de geärgert haben. Denn auch hier verhinderten die Server das korrekte Zustellen der elektronischen Post.

 

Die Denic - die Abkürzung steht für Deutsches Network Information Center - ist die Registrierungsstelle für deutsche Internetseiten mit der Endung .de. Gleichzeitig sorgt sie als eine Art Vermittlungsstelle dafür, dass Internetseiten erreichbar sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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