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Fast jeder fünfte Jugendliche kann nicht richtig lesen

Das deutsche Bildungsniveau steigt: Es gibt mehr Abiturienten und Studenten, mehr junge Menschen haben den mittleren Bildungsabschluss, weniger brechen die Schule ab. Doch können auch zehn Jahre nach dem Pisa-Schock fast 20 Prozent der 15-Jährigen immer noch nicht richtig lesen und Texte verstehen.
Schüler einer 10. Klasse eines Gymnasiums experimentieren im Chemie-Unterricht. Foto: Patrick Pleul/Archiv
 

Dieses Fazit zieht der neue Bildungsbericht von Bund und Ländern, der am Freitag in Berlin von einer Wissenschaftlergruppe den Kultusministern vorgestellt wurde.

Die Autoren des Berichts sprechen von einem harten Kern von bis zu 20 Prozent «Bildungsverlierer»: Sie finden selten eine Lehrstelle, brechen häufig die Ausbildung ab und nehmen später auch selten an Fortbildung teil.

Jung-Akademiker haben dagegen auf dem Arbeitsmarkt beste Chancen. Während auf der einen Seite heute fast jeder zweite junge Mensch entweder das Abitur (33,9 Prozent) oder die Fachhochschulreife (15,2) erwirbt, haben andererseits von den 20- bis 30-Jährigen 1,5 Millionen keinen Schul- oder Berufsabschluss und befinden sich auch nicht in Nachqualifizierungskursen. Unter den 30- bis 35-Jährigen ist der Anteil der Ungelernten und Schulabbrecher (17,5 Prozent) höher als unter den 60- bis 65-Jährigen (11,5), die jetzt aus dem Arbeitsleben ausscheiden.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD), sieht das deutsche Bildungssystem auf dem richtigen Reformweg. Zu der nach wie vor großen Zahl von Jugendlichen mit Leseschwächen sagte Rabe: «Auch die muss das Bildungssystem alle noch einfangen.» Nach den Worten von Bundes-Bildungsstaatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen zeigten die Verbesserungen der vergangenen Jahre jetzt Wirkung. Für die SPD-Länder sagte Bildungsministerin Doris Ahnen (Rheinland-Pfalz): «Die soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden.»

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach von einer «Schere zwischen Bildungsgewinnern und -verlierern», die immer weiter auseinandergehe. Laut Bericht wachsen 29 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in einer Familie mit sogenannter Risikolage auf: Dazu zählen mangelnde Bildung der Eltern, Einkommen unter der Armutsgrenze, oder dass kein Elternteil berufstätig ist. Von allen drei Risikolagen sind 3 Prozent der Heranwachsenden betroffen. Unter den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede.

Der Anteil der Kinder mit ausländischen Wurzeln nimmt stetig zu. Bei den unter Einjährigen sind dies bereits 35 Prozent, in manchen Metropolen bereits über 60 Prozent. Der Leiter der Autorengruppe, der Bildungsforscher Horst Weishaupt, sprach von großen Herausforderungen für das Bildungssystem.

Unter Dreijährige mit Migrationshintergrund besuchen mit nur 14 Prozent weitaus seltener eine Kita als Kinder mit deutscher Abstammung (25 Prozent). Im Osten werden sogar Quoten um 50 Prozent erreicht. Über dreijährige Migrantenkinder besuchen inzwischen auch zu großen Teilen Kindergärten. Insgesamt gehen 94-Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen in eine Kita oder einen Halbtags-Kindergarten.

Weishaupt sagte, die sozialen Unterschiede bei der frühkindlichen Bildung müssten reduziert werden. Auch müsste die Qualifikation des Personals deutlich verbessert werden. Im Bericht warnen die Wissenschaftler angesichts der finanziellen Mammut-Aufgabe des Kita-Ausbaus für die unter Dreijährigen vor der Einführung des geplanten Betreuungsgeldes. Dies war vom bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) heftig kritisiert worden, da die Wissenschaftler laut Arbeitsauftrag in ihrem Bericht die Situation des Bildungssystems nur beschreiben sollen - ohne Empfehlungen abzugeben.

In den deutschen Schulen ist inzwischen fast jeder zweite Lehrer (48 Prozent) älter als 50 Jahre. Von den Beschäftigten in allen Bildungseinrichtungen sind dies 38 Prozent.

Kommentare

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  • community  Staffelberger Diesen Post kommentierenkommentieren

    Steinbrüchlein, Sie Armer!Außer Ihrem dümmlichen '..auch nußbaumfarben eingerichtet!? Muhahahaha!!!!!!!!!!!!' kein Argument - und das noch in einer Diskussion über Schulbildung. Da fehlt es anscheinend nicht nur an dieser, sondern auch noch an der Kinderstube.

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  • community  unbekannt Diesen Post kommentierenkommentieren

    Den Bildungsfernen wird es durch staatliche Leistungenviel zu leicht gemacht über Generationen hinweg auf Kosten der Fleißigen und Begabten zu relativ gut leben.
    Deshalb: Keine staatliche Leistungen mehr ohne Bildungsanstrengungen.

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  • community  Beutebayer Diesen Post kommentierenkommentieren

    Verblüffende Erkenntnis:Es stimmt: Es gibt so manche „Bildungsferne“, die „zu relativ gut“ (!) auf Kosten der Allgemeinheit - der „Fleißigen und Begabten“ – leben!

    Man denke dabei u.a. an geistig tieffliegende Fußballmillionäre, an gewisse bildungeresistente Steuerflüchtlinge wie Boris Be., Michael Schu., Franz Be., oder an sog. TV-Stars usw.

    Ganz Ihrer Meinung, RBB „Keine staatliche Leistungen mehr ohne Bildungsanstrengungen“, also keine Steuergeschenke mehr für solche Hype-Millionäre!

    Zu denken ist auch an Politiker, die ihre „Lebenserfahrung“ aus dem Parteibuch bezogen bzw. beziehen (als abschreckendes Beispiel mag Frau von der Leyen dienen, die Schlecker-Verkäuferinnen für absolut geeignet hält, Erzieherinnen zu werden – so sieht wohl RBBs Bildungs- und Erziehungsideal aus!). Na dann: Gute Nacht, Deutschland!

    Also: Bildung zuerst! Bohlen, Ballack und Brüderle auf die Schulbank!

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  • community  gaufuchs Diesen Post kommentierenkommentieren

    Die von Steinbrüchlein und Genossen.....und sonstigen Forumsbeleidigern sollten sich schämen! Keine Beitrag zum Thema aber wieder die üblich Hetze! Nichts begriffen und aus bildungsfernen Haushalten stammend müssen sie zu allem ihren Senf abgeben.
    Zum Thema:
    Zu meiner Zeit war die Schule noch ein strenges Auslesesystem und das war gut so. Nur diese Auslese hat Deutschland elitär werden lassen.
    Was heute ein sehr gutes Abitur schreibt war frühe höchstens Mittelmaß. Die Volksschule wurde zum breiigen Gemenge aus früher angesehener Realschule und besserer Sonderschule.
    Noch mehr, als in den letzten Jahren, konnte unser Bildungssystem nicht aufgeweicht werden.
    Gute Nacht Eliten!

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  • community  Staffelberger Diesen Post kommentierenkommentieren

    Steinbruechlein, mit Ihrem Kommentar vom - 23.06.2012 06:59beweisen Sie wieder einmal, daß die latent von Ihnen und Ihren andern Nicks im Forum thematisierten Naziunterstellungen langsam behandlungsfähig sein könnten. Ihre Gifterei über '... nußbaumfarbene, gutbürgerliche Wohnzimmerschubladen', zeigen darüber hinaus eine durch nichts gerechtfertigte Überheblichkeit und ideologievergiftetes Schubladendenken.

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  • Ah -..auch nußbaumfarben eingerichtet!?
    Muhahahaha!!!!!!!!!!!!

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  • @blondeskommaSie meinten wohl die "Netiqiette" fällt weg! Aber Vorsicht - der Löschzwerg schägt dann erbarmunslos zu!
    Im Moment sitzt er noch beim Frühstück!

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  • Fleißig........und gute Noten bedeutet nicht unbedingt intellegent(er) zu sein. Auswendiglernen ebenso.
    RBB war wohl fleißig und ein Auswendiglerner!

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  • community  GegenDummheit Diesen Post kommentierenkommentieren

    Jetzt hatte ich Ihrem Kommentar doch fast ein Plus gegebenHabe es aber gerade noch rechtzeitig verhindern können, als ich Ihre Einschätzung, RBB wäre wohl fleißig und ein Auswendiglerner gewesen, gelesen habe!
    Das kann nicht sein oder es hat zumindest bildungsmäßig NULL gebracht.
    Ich muß da eher an Bildungresistenz denken.

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  • Zumindest war und ist er........ein Opfer und "Wirtsorganismus" der heutigen Inquisition und lebt das auch, trägt es in die Welt und schwängert seine "Mutter Kirch" weiter!

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