Mediziner der Universitätsklinik Frankfurt am Main wollen Hinweisen darauf nachgehen und suchen derzeit 300 Paare für eine Studie. 15 Prozent der Mütter und 5 Prozent der Väter zeigten laut einer deutschen Vorläuferstudie vom vergangenen Jahr Depressionssymptome nach der Geburt eines Kindes, sagte die Frankfurter Studienleiterin Sarah Kittel-Schneider dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die Erkrankten hätten eine schlechte Stimmung, Schlafstörungen, fühlten sich kraftlos und hegten negative Gedanken, führte Kittel-Schneider aus. Sie fühlten sich überfordert, für das Baby zu sorgen, und hätten Schwierigkeiten, eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Davon zu unterscheiden seien die "Heultage", die die Hälfte der Frauen nach einer Geburt hätten, die nicht mit schlechten Gefühlen verbunden seien und innerhalb einer Woche verschwinden.

Die Depression einer Bezugsperson wirkt sich nach den Worten der stellvertretenden Direktorin der psychiatrischen Uniklinik auch auf das Baby aus. Es könne seine Gefühle schlechter regulieren und sei schwerer zu beruhigen. Auch die motorische und sprachliche Entwicklung könne sich verzögern. Mediziner vermuteten, dass ein solches Kind später ein höheres Risiko habe, selbst an Depressionen zu erkranken.