Tauberbischofsheim
Schlachthof-Schließung

McDonald's zeigt Schlachthof wegen Tierquälerei an: Betrieb in Tauberbischofsheim geschlossen

McDonald's und Tierschützer erstatteten Strafanzeige gegen einen Schlachthof in Tauberbischofsheim. Vorwurf: Tierquälerei. Jetzt wurde er geschlossen.
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Nach einer Strafanzeige von McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben die Behörden einen Schlachthof in Tauberbischofsheim geschlossen. Der Vorwurf: Brutale Tierquälerei. Foto: Ronald Wittek/dpa
Nach einer Strafanzeige von McDonald's und Tierrechtsaktivisten haben die Behörden einen Schlachthof in Tauberbischofsheim geschlossen. Der Vorwurf: Brutale Tierquälerei. Foto: Ronald Wittek/dpa

"Verheerende Tierschutzzustände": Eigenen Angaben zufolge haben die Fastfoodkette McDonald's und Tierrechtsaktivisten Strafanzeige gegen die Verantwortlichen eines Schlachthofes des bayerischen Nahrungsmittelkonzerns OSI gestellt.

Es gehe dabei um den Verdacht des Verstoßes gegen den Tierschutz, wie das Unternehmen und der Verein Soko Tierschutz mitteilen. Die Staatsanwaltschaft Mosbach war für eine Bestätigung am Mittwoch nicht zu erreichen.

 


Der Schlachthof in Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg) wurde am Mittwoch von den Behörden geschlossen. Vom Veterinäramt gesichtete Überwachungsvideos hätten Anlass zum sofortigen Handeln gegeben, sagte ein Sprecher des Landratsamts. Auch "stern.de" berichtete über den Fall.

Der Schlachthof gehört zur Firma OSI mit Europa-Sitz in Gersthofen bei Augsburg, einem Lieferanten von McDonald's. Täglich wurden dort laut Landratsamt circa 200 Rinder geschlachtet. McDonald's bezog nach eigenen Angaben rund 30 Prozent des Fleisches. OSI kündigte eine Untersuchung und ein erneutes Training bezüglich der firmeneigenen Tierwohlstandards an: "Auch wenn wir das Videomaterial nicht gesehen haben, finden wir die Anschuldigungen beunruhigend und haben die Produktion im Schlachthof (...) vorübergehend gestoppt."

 

 


Brutale Tierquälerei

Anlass für die Schließung waren vom Verein Soko Tierschutz mit versteckten Kameras gedrehte Bilder. Darauf ist unter anderem zu sehen, dass sich Rinder beim Einstich in den Hals und beim Ausbluten bewegen - das hält der Vorsitzende Friedrich Mülln für einen Hinweis darauf, dass sie nicht richtig betäubt sind.

Er spricht von "verheerenden Tierschutzzuständen". Auch ein McDonald's-Sprecher sagte: "Die uns vorgelegten Aufnahmen aus dem Schlachthof beinhalten auch aus unserer Sicht gravierende Verfehlungen in dem Schlachtbetrieb. Dies ist für uns nicht akzeptabel."

Der Schlachthof, in dem schon 2015 Mängel angemahnt worden waren, bleibt nun nach Behördenangaben geschlossen, bis die Einhaltung des Tierschutzes sichergestellt ist. Das Bildmaterial aus dem Schlachthof wurde von Soko Tierschutz auch an das Fernseh-Magazin "Stern TV" übergeben, das am Mittwochabend auf RTL darüber berichtet hat.

 

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