München
Brandanschlag

Obdachlosen angezündet: Polizei nimmt Tatverdächtige fest

Nach dem Brandanschlag auf einen schlafenden Obdachlosen am Münchner Hauptbahnhof sind zwei Männer in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden.
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Nach dem Brandanschlag auf einen schlafenden Obdachlosen am Münchner Hauptbahnhof sind zwei Männer in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden.  Foto: David Ebener dpa/lby
Nach dem Brandanschlag auf einen schlafenden Obdachlosen am Münchner Hauptbahnhof sind zwei Männer in der Nacht zu Sonntag festgenommen worden. Foto: David Ebener dpa/lby
Ein 25-Jähriger ohne festen Wohnsitz habe sich in Starnberg gestellt, ein 29-Jähriger sei an seinem Arbeitsplatz in München gefasst worden, sagte ein Sprecher der Polizei München am Sonntag. Sie hätten die Tat eingeräumt und bei der Vernehmung gesagt, dass sie sich "einen Spaß erlaubt" hätten. Ihnen wird versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sie sollten noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Am Freitag hatte die Polizei mit Bildern einer Überwachungskamera nach den aus Italien stammenden Tatverdächtigen gefahndet. Daraufhin meldeten sich den Angaben zufolge mehrere Zeugen, die die beiden erkannt hatten. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor über die Festnahme berichtet.

Anfang November war es nachts zu dem Brandanschlag auf den 51 Jahre alten Obdachlosen gekommen. Zuerst hatten zwei Männer den Mann fotografiert, Selfies mit ihm gemacht und schließlich mit einer brennenden Zigarette seine Habseligkeiten angezündet. Passanten schoben die brennenden Tüten weg und verhinderten so Schlimmeres. Der Mann, der auf einer Bank an einem S-Bahnsteig schlief, blieb unverletzt. Er hätte sich laut Polizei erhebliche Brandverletzungen zuziehen können. Die Tatverdächtigen waren per S-Bahn geflohen.

Ein ähnlicher Fall in Berlin hatte vergangene Weihnachten bundesweit für Aufsehen gesorgt. Auch dort war ein schlafender Obdachloser angezündet worden. Fahrgäste löschten die Flammen, der ahnungslose Mann blieb ebenfalls unverletzt. Ein Haupttäter war sechs Monate später wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe verurteilt worden.
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