Nürnberg
Polizei

Mehr Elektroschock-Pistolen für bayerische Polizisten

Spezialeinsatzkommandos setzen sie bereits ein, jetzt sollen auch weitere Abteilungen der Polizei mit den sogenannten "Tasern" ausgestattet werden.
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Die Elektroschockpistole seien eine sinnvolle Alternative für die Polizei neben Pfefferspray, Einsatzstock und Schusswaffe. Foto: Rainer Jensen/dpa
Die Elektroschockpistole seien eine sinnvolle Alternative für die Polizei neben Pfefferspray, Einsatzstock und Schusswaffe. Foto: Rainer Jensen/dpa

Weitere Polizisten in Bayern sollen im nächsten Jahr mit Elektroschockpistolen ausgerüstet werden. In einem einjährigen Pilotversuch sollen die Unterstützungskommandos bei der Bereitschaftspolizei und bei den Polizeipräsidien München und Mittelfranken die sogenannten Taser bekommen, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in Nürnberg sagte. Der Pilotversuch solle Mitte 2018 starten. Herrmann rechnet mit Kosten von etwa 90 000 Euro. Seit 2006 werden Taser bereits bei den Spezialeinsatzkommandos eingesetzt.

Auch am Montag überwältigte die Polizei einen Geiselnehmer in Pfaffenhofen an der Ilm mit Hilfe eines Tasers. "Die heutige Geiselnahme hat erneut unter Beweis gestellt, dass der Einsatz von "Tasern" in bestimmten Situationen eine sehr sinnvolle Ergänzung zu den schon jetzt vorhandenen Einsatzmitteln der bayerischen Polizei ist", sagte Herrmann. Ein 28 Jahre alter Mann hatte zuvor eine Sachbearbeiterin des Jugendamts als Geisel genommen.
 

In bestimmten Situationen seien Taser eine sinnvolle Alternative für die Polizei neben Pfefferspray, Einsatzstock und Schusswaffe. Ihr Einsatz sei nur in Vier-Mann-Teams und mit spezieller Schulung möglich. Normale Wach- und Streifenbeamte sollen auch künftig nicht mit den Elektroschockern arbeiten.
 


Bei Bedrohung durch Schuss- oder Stichwaffen wird der Taser nicht eingesetzt

In lebensbedrohlichen Notwehr-Situationen können Taser nicht eingesetzt werden, weil sie nicht immer funktionieren - etwa wenn die Elektroden die Kleidung des Angreifers nicht durchdringen. Nach Angaben des leitenden Polizeidirektors Manfred Jahn ist der Taser-Einsatz in rund 80 Prozent der Fälle erfolgreich. Wenn ein Angreifer eine Schuss- oder Stichwaffe gegen Beamte richte, müssten diese auch "künftig grundsätzlich zur Schusswaffe greifen, um schnellstmöglich ihr eigenes Leben oder das von bedrohten Personen zu schützen", sagte Herrmann. In allen bislang rund 40 Fällen habe sich der Taser bewährt. Bisher sei es zu keinen schweren Verletzungen gekommen weder bei den Beamten noch bei den Betroffenen.
 


Wie funktioniert ein Elektroschock-Pistole?

Mit den Elektroschockern kann ein Mensch für kurze Zeit handlungsunfähig gemacht werden und das aus einer Distanz von mehreren Metern. Aus der Waffe werden dafür zwei kleine Pfeile an Drähten abgeschossen. Sie erzeugen einen Stromkreislauf und die Muskeln werden dadurch kurzzeitig blockiert. Der Taser-Einsatz ist umstritten. Bayerns Grüne kritisieren, dass die gesundheitlichen Risiken noch unzureichend untersucht seien. Die Polizeigewerkschaften unterstützen den Pilotversuch.
 


Schon zum Beginn des Jahres testete die Berliner Polizei die Elektroschockwaffen.

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