Zugunglück bei Bad Aibling: Prozess beginnt im November


Autor: dpa

Bad Aibling, Donnerstag, 22. Sept. 2016

Der Prozess um das Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten und fast 90 Verletzten beginnt am 10. November.
Das Unglück im bayerischen Bad Aibling ist eines der schwersten Zugunglücke in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Prozess gegen den Fahrdienstleiter beginnt am 10. November. Foto: Peter Kneffel/dpa-Archiv


Das Landgericht Traunstein hat die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Insgesamt sind im November und Dezember sieben Prozesstage anberaumt.

Beim Frontalzusammenstoß zweier Nahverkehrszüge auf eingleisiger Strecke waren am 9. Februar in der oberbayerischen Stadt zwölf Menschen ums Leben gekommen. Fast 90 Insassen wurden verletzt. Es handelt sich um eines der schwersten Zugunglücke in der deutschen Nachkriegsgeschichte.


Anklage gegen den Fahrdienstleiter wegen fahrlässiger Tötung

Die Staatsanwaltschaft Traunstein hatte am 18. Juli Anklage gegen den Fahrdienstleiter im Bahnhof von Bad Aibling erhoben. Sie wirft dem Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) fahrlässige Tötung in zwölf Fällen und fahrlässige Körperverletzung in 89 Fällen vor.

Es bestehe der Verdacht, "dass der Fahrdienstleiter entgegen einem bestehenden Verbot im Dienst bis unmittelbar vor der Kollision der Züge durch die Nutzung eines Online-Computerspiels abgelenkt war", so die Ermittler. Der Mann sitzt seit April in Untersuchungshaft. Die Höchststrafe bei fahrlässiger Tötung beträgt fünf Jahre.