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Schulen

Sexualkunde künftig ohne externe Berater

Beratungsstellen wie Pro Familia oder Donum Vitae sollen in Bayern künftig nicht mehr den Sexualkunde-Unterricht an Grundschulen übernehmen. Das Sozialministerium stellt den Beratungsstellen keine Mittel für zusätzliche Stellen zur Verfügung, sondern verlangt von den Experten, dass sie sich auf ihre Kernaufgabe - die Schwangerenberatung - konzentrieren.
Die Generalsekretaerin der CSU, Christine Haderthauer Foto. dpa
 
"Sexualpädagogik an Grundschulen war und ist nach wie vor eine Aufgabe der Schulen und ist im Lehrplan verankert. Wenn diese nun aber nicht wie bisher von den Grundschullehrern geleistet werden soll, sondern von den Schwangerschaftsberatungsstellen, dann darf das nicht zu Lasten ihrer Kernaufgaben gehen", sagte Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) mit Blick auf einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwoch).

Hintergrund ist, dass die Grundschulen im Freistaat mittlerweile bei der Sexualpädagogik gerne auf die externen Experten zurückgreifen. Die Schwangeren-Beratungsstellen bekommen seit einigen Jahren immer mehr Anfragen, dass sie den im Lehrplan vorgesehenen Aufklärungs-Unterricht übernehmen sollen. Das Sozialministerium erhält dann wiederum nach eigenen Angaben wegen der Schuleinsätze zunehmend Anträge auf Finanzierung von weiteren Stellen.

"Eine solche Aufgabenübertragung an externe Beratungsstellen geht nur mit dortiger Erhöhung der Personalausstattung. Für eine entsprechend höhere Förderung hat das Sozialministerium vom Landtag bisher keine Mittel zugewiesen bekommen", erklärte Haderthauer.

Die Beratungsstellen haben laut Haderthauer ein Rundschreiben des Ministeriums erhalten, "dass sexualpädagogische Veranstaltungen in der Grundschule nicht primär Aufgabe der Schwangerenberatung sind, sondern Aufgabe der Lehrkräfte". Diese Linie wird von den betroffenen Stellen scharf kritisiert. "Das ist nicht nur kontraproduktiv. Das ist ein Skandal", sagte Annemarie Rufer, die Vorsitzende von Pro Familia Bayern, laut "Süddeutscher Zeitung". Das Sozialministerium blockiere eine Arbeit, die dazu diene, Kinder auf dem ohnehin sensiblen Gebiet der Sexualität zu stärken.

Kritik kam von der Opposition, aber auch vom Koalitionspartner FDP. "Gerade die jüngsten Missbrauchsfälle in der Gesellschaft zeigen doch, wie wichtig Aufklärung an Schulen ist", sagte die jugendpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Julika Sandt. "Der Vorstoß des Sozialministeriums, die sexuelle Aufklärungsarbeit der Beratungsstellen an Grundschulen zu streichen, ist eine Missachtung der Opfer", kritisierte sie laut Mitteilung. Die SPD sprach ebenfalls von einem "falschen Zeichen zum falschen Zeitpunkt". "Dass jetzt Beratung und Erziehungsunterstützung in Sachen Sexualität an Grundschulen nicht mehr stattfinden darf, ist das vollständig falsche Zeichen", betonte der Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann. dpa