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Scharnagl fordert die Unabhängigkeit Bayerns

Zu Zeiten von Franz Josef Strauß war Wilfried Scharnagl ein wichtiger Mann in der CSU: Er denke, was Scharnagl schreibe, scherzte Strauß. Jetzt fordert Scharnagl in einem neuen Buch die Unabhängigkeit Bayerns. Ob das auch Strauß denken würde, ist offen.
Der ehemalige Chefredakteur der CSU-Zeitung "Bayernkurier", Wilfried Scharnagl Foto: Peter Kenffel/dpa
 

Der langjährige Bayernkurier-Chefredakteur und Strauß-Intimus Wilfried Scharnagl fordert in seinem neuen Buch die Unabhängigkeit Bayerns. Als Hauptgrund nennt Scharnagl die "doppelte Bedrückung" Bayerns durch Berlin und Brüssel. Dieser Würgegriff mache "bayerische Notwehr umso dringender". Betitelt hat er sein Werk mit "Bayern kann es auch allein". Das Buch erscheint am 17. August bei Quadriga - einem in Köln ansässigen Verlag, der Rezensionsexemplare vorab an mehrere Redaktionen versandt hat. Über das Buch berichtete am Wochenende auch der "Focus".
Der Freistaat ist in Scharnagls Sicht groß genug, um als eigener Staat in der EU mithalten zu können: In der Wirtschaftskraft rangiert Bayern auf Platz sieben der 25 EU-Mitgliedstaaten, von der Bevölkerungszahl her auf Platz neun, verweist Scharnagl auf die Statistiken. Er lässt allerdings offen, ob er sich eine volle Unabhängigkeit Bayerns mit eigener Außenpolitik und eigenen Streitkräften vorstellt oder eine Autonomie Bayerns innerhalb eines deutschen Staatenbundes.
Strauß schätzte Scharnagl wegen seiner humanistischen Bildung. Und in seinem Buch schlägt Scharnagl - der heute noch an manchen CSU-Vorstandssitzungen teilnimmt - den großen historischen Bogen: Wie viele bayerische Landeshistoriker führt Scharnagl an, dass Bayern einer der ältesten europäischen Staaten ist - älter als Deutschland. Aus seiner Sicht befindet sich der Freistaat seit 1871 auf einem historischen Irrweg, als die damalige Regierung in München Bayerns Souveränität opferte und dem von Preußen dominierten zweiten Kaiserreich beitrat. In der Katastrophe des Ersten Weltkriegs sei die "maßlose Überschätzung" des neuen Reichs durch die "nationalen Jubler" gescheitert, analysiert Scharnagl.
Heute sieht er die bayerische Politik angesichts der Euro-Krise offensichtlich vor einer ebenso entscheidenden Weichenstellung wie 1871: Je weiter die europäische Integration fortschreite, desto größer werde der Kompetenzverlust der Bundesländer. "Deutsche, europäische und globale Gleichmacherei sind auf Dauer auch von einem starken Bayern nicht auszuhalten", schreibt Scharnagl. Alle, denen eine solche Entwicklung nicht gleichgültig sei, ruft er zu "unerbittlicher Gegenwehr" auf. Ein "europäisches Großreich" werde zu einem Verlust der Freiheit führen.
Abgesehen von den Brüsseler Vorschriften wertet Scharnagl den innerdeutschen Länderfinanzausgleich als "Raubzug gegen Bayern". "Es ist Zeit für das große bayerische Aufbegehren." Bayern müsse den politischen Kampf um seinen Staat und um die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger aufnehmen.
Scharnagl plädiert dafür, dass die Grenzen Europas nicht unveränderlich sein dürften. Er verweist unter anderem auf das Beispiel Schottlands, wo Regierungschef Alex Salmond einen Volksentscheid über die Unabhängigkeit angekündigt hat. Die bayerische Verfassung sei die Verfassung eines Vollstaats. "Wer den Kampf um die Unabhängigkeit und Eigenstaatlichkeit Bayerns aufnimmt, steht damit auf einem festen Fundament." dpa

Kommentare

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  • community  Der_Ostfranke Diesen Post kommentierenkommentieren

    HumbugWenn Bayern aus Deutschland austreten will, dann bleiben Franken und auch Schwaben aber in Deutschland. Dann wäre mir das egal.

    Es wird ohnehin Zeit, irgendwann mal die Ländergrenzen neu zu ziehen, nach ethnischen Gesichtspunkten. Franken ist mit den Bayern nicht ethnisch verwandt. Dafür mit Hessen, Rheinländern, Pfälzern, Saarländern - die gehören zum germanischen Stamm der Franken.

    Welcher Franke würde denn bei einem Volksentscheid für einen Austritt aus Deutschland stimmen? Sicher nicht die Mehrheit.

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  • community  Karthago Diesen Post kommentierenkommentieren

    Von der Bayernpartei abgeschriebenOffensichtlich kopiert die CSU oder zumindest Herr Scharnagl jetzt das Programm der Bayernpartei. Prinzipiell keine schlechte Idee, aber hoffentlich steht er dann auch wie die BP zur Subsidiarität und fordert ein nach innen föderales Bayern. Das wäre für Franken am besten.

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  • community  Ulfbert Diesen Post kommentierenkommentieren

    Bayernist seit der "napoleonischen Flurbereinigung" auf einem Irrweg.

    "Bayern müsse den politischen Kampf um seinen Staat und um die Interessen seiner Bürgerinnen und Bürger aufnehmen"

    Man beachte die Reihenfolge!

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  • community  Zeitungsleser Diesen Post kommentierenkommentieren

    gute Ideenachdem Bayern im Bundesverbund einer von 3 Nettozahlern (Hessen, Bayern, noch Baden Würtemberg) ist, steht einem eigenen Staat Bayern in der EU nichts im Wege.
    Herr Scharnagl möge aber bedenken, dass dann auch der ESM von Bayern mehr oder weniger allein zu tragen ist. Und dann !???
    Wieder einer der mit populistischem Schwachsinn Wähler fangen möchte ohne die Folgen seines Tuns zu überreißen.

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  • community  Hamlet Diesen Post kommentierenkommentieren

    Er kann's nicht lassensein zweifelhaftes Wissen kund zu tun - egal zu welchem Thema.
    So viel Unsinn .....

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  • community  Roth Diesen Post kommentierenkommentieren

    so schlecht wäre aber auch ein freies ....... Franken nicht. Interessanter wäre es wohl, wenn Bayern zusammen mit Thüringen und Sachsen einen neuen Staat oder auch nur ein neues Bundesland bilden würde.

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  • community  DocHoliday Diesen Post kommentierenkommentieren

    Franken zusammen mit Thüringen und Sachsen......geh doch ´nüber!

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  • community  Melvin Diesen Post kommentierenkommentieren

    Roth, kapierst Du nicht, dass der Scharnagelnur einer der gängigen Egoisten und Abzocker ist, der mit niemandem teilen will. Mit den Hungerleidern aus Thüringen und Sachsen würde der nie zusammen gehen.

    Aber ganz sicher würde er sofort nach Fördermitteln aus Europa rufen, sobald es dem Staat Bayern finanziell schlecht gehen würde.

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  • community  DocHoliday Diesen Post kommentierenkommentieren

    Blablabla...Leerwaaf´n.

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